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Nun auch in Deutschland: Käufer ersteht GeForce RTX 5090 ohne GPU und Speicher

Wirtschaft

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Betrügereien beim Hardwarekauf sind kein neues Phänomen. Gerade bei Privatverkäufen kommen Betrugsversuche immer wieder vor. Schon fast gewerbsmäßig wurden Modelle der GeForce RTX 5090 im asiatischen Raum von ihrer GPU und den Speicherchips befreit, um diese GPUs dann auf anderen Platinen mit mehr Speicher als KI‑Beschleuniger einzusetzen. Umgesetzt wurde dies auch, um die Exportvorschränkungen der USA gegenüber China zu umgehen.

Roman Hartung macht auf einen Fall aufmerksam, bei dem eine GeForce RTX 5090 auf Kleinanzeigen verkauft wurde. Es stellte sich heraus: Auch dieser Karte fehlen die GPU und die Speicherchips.

Ein Zuschauer des YouTube-Kanals von Roman Hartung hatte diesem eine gebraucht erworbene GeForce RTX 5090 von Palit zur Untersuchung geschickt. Die Grafikkarte lieferte beim Käufer kein Bild, weitere Möglichkeiten zur Fehlersuche standen ihm offenbar nicht zur Verfügung. Bereits vor dem Einbau in eine Testplattform fielen Hartung allerdings einige Unregelmäßigkeiten auf. So war das Werksiegel auf einer Schraube bereits geöffnet. Dies könnte theoretisch noch durch einen Austausch der Wärmeleitpaste zu erklären sein. Auffälliger war jedoch, dass die Seriennummer der Grafikkarte nicht mit der auf dem Originalkarton übereinstimmte.

Der Käufer hatte die Grafikkarte im Sommer 2026 über Kleinanzeigen entdeckt und sich nach eigenen Angaben aus Sicherheitsgründen für eine persönliche Abholung entschieden. Vor Ort zeigte der Verkäufer eine rund ein Jahr zuvor ausgestellte Rechnung über zwei GeForce RTX 5090. Eine der beiden Karten – die angebotene Palit RTX 5090 – benötige er nicht mehr und wolle sie deshalb verkaufen. Obwohl sich die Grafikkarte vor Ort nicht testen ließ, kam der Handel zustande. Für 1.800 Euro wechselte die Karte gegen Barzahlung den Besitzer. Nachdem eigene Tests des Käufers erfolglos geblieben waren, wandte er sich schließlich an Hartung.

In der von Hartung aufgebauten Testplattform nahm die Grafikkarte lediglich ihre LED-Beleuchtung in Betrieb. Über den 12V-2x6-Stromanschluss wurde über ein WireView keine Leistungsaufnahme festgestellt, ein Bildsignal lieferte die Karte entsprechend ebenfalls nicht. Nach der Demontage von Backplate und Kühler zeigte sich schließlich der Grund: Auf der Platine befand sich tatsächlich das PCB einer Palit GeForce RTX 5090, allerdings fehlten sowohl die GPU als auch sämtliche Speicherbausteine. Die vermeintlich defekte Grafikkarte bestand somit lediglich aus einer ansonsten unbestückten RTX-5090-Platine.

Der Fall zeigt: Beim Kauf gebrauchter High-End-Hardware ist Vorsicht geboten. Ohne vorherigen Funktionstest sollte nicht bezahlt werden, denn auch äußerlich unauffällige Karten können manipuliert sein.

Update: Weiterer Fall in der Hardwareluxx-Community

Offenbar ist ein Nutzer der Hardwareluxx-Community auf den gleichen Verkäufer hereingefallen. Dem entsprechenden Post zufolge, fand auch hier eine persönliche Übergabe statt.

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