Nur 1,06 Meter groß: Neue Knochenanalyse zeigt, wie menschlich der rätselhafte „Hobbit” wirklich war
Der Homo floresiensis könnte sich deutlich homoähnlicher fortbewegt haben als frühe Vormenschen wie „Lucy“. Darauf deutet eine im „American Journal of Biological Anthropology“ veröffentlichte Studie hin, über die auch Live Science berichtet. Im Mittelpunkt steht das seit Jahren wegen seiner ungewöhnlichen Merkmalsmischung diskutierte Fossil LB 1 von der indonesischen Insel Flores.
LB 1, das bekannteste Skelett von Homo floresiensis, wurde auf der indonesischen Insel Flores entdeckt, wie das „Smithsonian Human Origins Program“ zusammenfasst. Die kleine Menschenform wurde wegen ihrer Körpergröße von rund 1,06 Metern international als „Hobbit“ bekannt, schreibt das Natural History Museum London. Eine Studie aus dem Jahr 2016, die im Fachmagazin „Nature“ veröffentlicht wurde, kam zu dem Ergebnis, dass Homo floresiensis wahrscheinlich noch vor rund 100.000 bis 60.000 Jahren auf Flores lebte.
Neue Analyse zeigt Homo floresiensis ging offenbar viel menschlicher als gedacht
Die Autoren der Studie kommen zu dem Schluss, dass das Becken von LB 1 stärker homoähnlich ist als bisher beschrieben. Wie „Live Science“ zusammenfasst, verglich das Forschungsteam dazu die Beckenmerkmale von heutigen Menschen, Menschenaffen und fossilen Homininen. Dabei rückte LB 1 im Gesamtbild näher an pleistozäne Homo-Formen heran als an Australopithecinen wie „Lucy“.
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Aus Sicht der Forscher spricht das für einen klaren zweibeinigen Gang, der dem menschlichen in wichtigen Punkten ähnelte. In der Studie heißt es, der Homo floresiensis habe „wahrscheinlich eine Form des aufrechten Gangs praktiziert, die der des Menschen sehr ähnlich gewesen sein dürfte“.
Neue Studie zu Homo floresiensis rüttelt an Debatte über Herkunft des Urmenschen
Laut „Live Science“ sagt Studienautorin Kristi Lewton, Homo floresiensis sehe „basierend allein auf den Hüftknochen“ im Allgemeinen wie Menschen und andere Arten der Gattung Homo aus und habe sich wahrscheinlich in vieler Hinsicht ähnlich bewegen können. Im selben Bericht betonte sie jedoch auch, dass die Art „kein besonders schneller Zweibeiner“ gewesen sei und vermutlich keine langen Strecken zurückgelegt habe.
Für die Herkunft bleiben deshalb weiter zwei Hauptthesen im Raum, wie „Live Science“ unter Verweis auf Lewton berichtet. Entweder ging Homo floresiensis aus einer isolierten Population von Homo erectus hervor, die auf Flores im Lauf der Zeit kleiner wurde. Oder die Art stammt von einer kleinwüchsigen, frühen Homo-Linie ab. Die neue Beckenanalyse stützt die Nähe zur Gattung Homo, entscheidet die Debatte aber nicht.