Nur vier Ligaspiele! Trotzdem Rekordsumme für Manchester City
Lars Hinzberg 11.08.2026 • 10:22 Uhr 47 Millionen Euro machen James Trafford zum teuersten englischen Torhüter der Geschichte und auch zum kostspieligsten Transfer in der Historie von Leeds United. Bei Manchester City wurde Englands einstiger Held zuletzt ausgebremst. James Trafford ist mit 23 Jahren sowohl der teuerste als auch der drittteuerste englische Torwart der Geschichte, dabei stand der 23-Jährige bisher lediglich in 32 Premier-League-Spielen zwischen den Pfosten. Zuletzt überwies Leeds United 47 Millionen Euro für den Nationalspieler an Manchester City. Jetzt soll sein Stern endlich aufgehen. Genau diesen Schritt hatte der Torhüter eigentlich schon im letzten Sommer angepeilt, als er für rund 30 Millionen Euro von Burnley zu seinem Jugendklub nach Manchester zurückkehrte. „Ich weiß, dass es kein besseres Umfeld als Manchester City gibt, um mir dabei zu helfen, der beste Torwart zu werden, der ich sein kann“, erklärte er damals. Chance bei Manchester City verpatzt – und dann kam Donnarumma Und eigentlich ging es gut los für Trafford. In den ersten Ligaspielen verdrängte er seinen wechselwilligen Vorgänger Ederson auf die Bank. „Die heutige Entscheidung könnte den Anfang vom Ende markieren“, schrieb die Daily Mail damals im Hinblick auf den langjährigen brasilianischen Stammkeeper. Allerdings konnte Trafford seine Chance nicht nutzen: Vier Gegentreffer musste er in den ersten drei Spielen hinnehmen, leistete sich unter anderem einen schweren Patzer bei der 0:2-Niederlage gegen Tottenham am zweiten Spieltag. Kurz vor der Pause vertändelte er den Ball im eigenen Sechzehner und Bayern-Leihgabe Joao Palhinha konnte schließlich unbedrängt einschieben. Die Verantwortlichen bei ManCity kamen wohl auch deswegen nochmal ins Grübeln. Kurz vor Transferschluss holten sich die Citizens mit dem zweimaligen Welttorhüter Gianluigi Donnarumma doch noch namhafte Konkurrenz ins Haus. Trafford blieb doch nur die Bank. Trafford feiert zwei Pokalsiege als gesetzter Keeper Vier Premier-League-Einsätze standen am Ende der abgelaufenen Saison für ihn zu Buche. In der Champions League profitierte er von der starken Rotation Pep Guardiolas, die ihm einen Einsatz in der Liga-Phase gegen Bayer Leverkusen einbrachte. An der 0:2-Niederlage konnte auch er jedoch nicht viel ändern. Immerhin: Als Pokal-Torhüter hatte er seinen Anteil daran, dass City sich nach der verpassten Meisterschaft zumindest den FA Cup und den League Cup sichern konnte. Überragende Saison in Burnley Dass er ein Torhüter ist, der seine Mannschaften zu Titeln tragen kann, hat er schon vorher unter Beweis gestellt. Bei der U21-EM avancierte er 2023 zum Helden, als er für die Three Lions im Finale einen Elfmeter parierte und die Engländer damit zum Europameister machte. Im gesamten Turnier kassierte er keinen einzigen Gegentreffer. 17 Millionen Euro zahlte der FC Burnley mit Trainer Vincent Kompany im selben Jahr für seine Dienste. Verlor er im ersten Jahr, in dem es für die Clarets rasant wieder zurück in die zweite Liga ging, noch seinen Stammplatz, strafte er seine Kritiker im zweiten Jahr Lügen. In 45 Einsätzen kassierte der im gut 500 Einwohner zählenden Greysouthen geborene Keeper gerade einmal 16 Gegentore. Zwölfmal hintereinander hielt er seinen Kasten gänzlich sauber und stellte damit einen neuen Zweitligarekord auf. Als sicherer Rückhalt hatte er erheblichen Anteil an Burnleys direktem Wiederaufstieg. Leeds macht ihn zum Rekordtransfer Keine Statistiken eines Bankdrückers, zumal der Traum der Nummer 1 im Nationalteam seit Jahren wie eine (noch) unerfüllte Prophezeiung über ihm schwebt. Zwei Länderspiele hat Trafford bisher für die A-Nationalmannschaft bestritten. Im Sommer nahm ihn Thomas Tuchel als dritten Torhüter hinter Jordan Pickford und Dean Henderson mit zur WM. Um auch in dieser Hackordnung weiter nach oben zu gelangen, entschied er sich jetzt also für den Wechsel zu Leeds United und dem deutschen Trainer Daniel Farke. Mit 47 Millionen Euro Ablöse ist er nicht nur der teuerste Transfer in der Geschichte seines neuen Arbeitgebers, sondern auch der teuerste englische Torhüter jemals. Mit seinem Wechsel zu Manchester City belegt er aktuell im Ranking auch noch den dritten Platz. Rekorde, die er bisher nur in der zweiten Liga so richtig mit Leistung hinterlegen konnte. Seine Rolle als Backup sieht er jedoch nicht als verlorene Zeit: „Die vergangene Saison war natürlich eine große Herausforderung, aber rückblickend habe ich so viel gelernt und mich enorm weiterentwickelt. Ich dachte, ich hätte bis zu diesem Zeitpunkt in meiner Karriere schon viel erlebt, aber das war in jeder Hinsicht eine ganz neue Erfahrung für mich.“ Haaland drückt die Daumen Auch in Manchester ist das Vertrauen in Trafford weiterhin vorhanden. Bei den Transferverhandlungen sicherten sich die Skyblues eine Weiterverkaufsbeteiligung von 20 Prozent und würden somit bei einer großen Karriere des Schlussmanns mitverdienen. An seiner Seite war in Manchester auch City-Stürmer Erling Haaland. Der in Leeds geborene Norweger gilt als großer Fan der Peacocks und wünschte seinem einstigen Weggefährten daher viel Erfolg für sein neues Kapitel. „Good luck brother, let’s gooooo“, kommentierte er unter einem Instagram-Beitrag von Trafford. In Leeds unterschrieb der 1,97 Meter große Torhüter einen Vertrag bis 2031 und hat nach den Abgängen von Karl Darlow und Illan Meslier das eindeutige Startelf-Mandat erhalten.