Nürnberger Offensive zu stark für fahrlässige Hannoveraner
Julian Justvan traf im Max-Morlock-Stadion bereits nach fünf Minuten zur Nürnberger Führung. Lars Gindorf glich nur zwei Minuten später per Strafstoß aus (7.). In der zweiten Halbzeit erzielte FCN-Topscorer Mohamed Ali Zoma den 2:1- Siegtreffer (65.).
Die Stimmung hätte vor dem Spiel in Nürnberg und Hannover kaum unterschiedlicher sein können: Während die Franken aus den ersten vier Partien drei Siege und zehn Punkte holten, gelang den Niedersachsen lediglich ein Sieg und ein Unentschieden für vier Punkte.
96-Innenverteidiger Boris Tomiak bestätigte vor Anpfiff am Sky-Mikrofon, dass die Mannschaft angesichts des schlechten Starts bereits Druck verspüre, aber sie wolle dominant auftreten und drei Punkte holen. Was die Hannoveraner dann zu Beginn zeigten, war aber alles andere als dominant, sondern eher schlampig und unkonzentriert.
Hannover mit haarsträubenden Fehlern
Der FCN lief die Gäste von Beginn an früh an und so spielte 96-Keeper Leo Weinkauf nach fünf Minuten einen halbhohen Ball ins Zentrum, den die Nürnberger abfingen. Plötzlich fand sich Justvan mit dem Ball am Fuß mutterseelenallein im Sechzehnmeterraum wieder, scheiterte zunächst noch an Weinkauf, bekam den Ball aber von Tomiak erneut auf den Präsentierteller gelegt und erzielte mit einem diesmal platzierten Abschluss das erste Tor des Tages (5.).
Nach diesem Start hätte man denken können, Hannover brauche nun erstmal Zeit, sich zu fangen. Das war aber nicht der Fall. Marcel Hartel flankte von rechts und Alexios Kalogeropoulos berührte den Ball mit abgestreckten Arm im Strafraum. Unstrittige Entscheidung von Schiedsrichter Florian Lechner: Straßfstoß. Gindorf verwandelte mit einem nicht besonders platzierten, aber harten Schuss (8.) zum 1:1.
Offensivtrio in starker Form
Danach entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, in dem beiden Mannschaft aktiv versuchten, das nächste Tor zu erzielen. Hannover zeigte sich dabei allerdings weiter fahrlässig im Spielaufbau. Erneut gaben die Spieler von Trainer Christian Titz den Ball zentral vor dem Tor her, bloß konnte Piet Scobel das dieses Mal nicht nutzen (15.). Auf der Gegenseite eroberten die Gäste ihrerseits den Ball kurz vorm Strafraum, Hartel traf allerdings nur die Oberkante der Latte (20.).
Nürnberg hatte in der Folge mehr Chancen, aber das quirlige Offensivtrio um Justvan, Zoma und vor allem Scobel, das in den ersten vier Saisonspielen gemeinsam bereits neun Saisontore und damit mehr als doppelt so viele wie das ganze Hannoveraner Team (4) erzielt hatte, nutzte diese vor der Pause nicht.
Nürnberg rennt an, Zoma trifft
Das Bild nach der Pause glich dem davor: Nürnberg erspielte sich einige vielversprechende Chancen, aber erneut brachten die Männer von Trainer Mirsolav Klose den Ball nicht im Tor unter. Scobel scheiterte mit einem Kopfball am Pfosten (56.), Adam Markhiev mit einem Distanzschuss (58.) und der eingewechselte William Boving nach schönem Solo (63.).
Lange konnte das aus Hannoveraner Sicht aber nicht gut gehen: Spoiler: Tat es auch nicht. Schließlich war es der Nürnberger Shootingstar Zoma, der die "Clubberer" erlöste. Mit technischer Finesse und Energie erzwang er nach einigem Durcheinander im Strafraum den erlösenden Führungstreffer (65.). Es war sein fünftes Tor im fünften Spiel.
Sein Trainer fand nach der Partie nur lobende Worte für seinen vor Transferschluss stark umworbenen Spieler: "Ihn über 90 Minuten auszuschalten, ist richtig schwer. Er hat immer seine Chancen, lauert, manchmal außen, manchmal innen, ist nicht zu greifen. Man muss ihn doppeln und das macht Spaß, weil andere Spieler dann frei werden."
Nürnberg zittert, aber gewinnt
Was Mirsolav Klose ebenfalls gefreut haben dürfte: Seine Spieler ließen nach dem Führungstreffer nicht nach, sondern versuchten einen weiteren Treffer nachzulegen. Einzig: Es gelang ihnen nicht. So mussten die Nürnberger nochmal zittern, fast wäre Hannover der Ausgleich noch gelungen, aber Hayate Matsuda verzog in der vierten Minute der Nachspielzeit aus der Drehung knapp.
Nürnberg in Karlsruhe, Hannover gegen Bochum
So brachte Nürnberg den völlig verdienten Sieg über die Zeit und schwimmt weiter auf der Erfolgswelle. Am kommenden Samstagmittag ist der FCN beim Karlsruher SC zu Gast (13 Uhr). Der Druck in Hannover dagegen steigt weiter an, 96 empfängt am Sonntagmittag den VfL Bochum (13.30 Uhr).