DAX +0,15 % 25.410,84 Pkt 18:00:00 MDAX +0,67 % 30.287,68 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +0,79 % 6.116,23 Pkt 18:00:00 Dow Jones -1,00 % 52.337,04 Pkt 20:52:33 S&P 500 +0,18 % 7.676,85 Pkt 20:52:34 Nasdaq +0,67 % 26.181,99 Pkt 20:52:32 Nikkei -0,80 % 62.189,65 Pkt 07:45:03 Gold +0,44 % 4.025,40 USD 20:42:32 Silber -0,04 % 53,93 USD 20:42:32 Brent -0,74 % 110,87 USD 20:42:30 WTI -1,30 % 101,93 USD 20:42:25 Bitcoin -0,23 % 79.839,97 USD 20:52:32 EUR/USD -0,33 % 1,11840 USD 20:51:45 EUR/GBP +0,06 % 0,83760 GBP 20:52:34 EUR/CHF +0,55 % 0,92510 CHF 20:52:33 EUR/JPY +0,27 % 176,066 JPY 20:52:34

Nvidia GTC 2026: Berliner Event enthüllt KI, Quanten und Robotik und fordert mehr Mut

Technologie

In über 150 Sessions deckten Nvidia und Partner auf der GTC Berlin 2026 unzählige Themengebiete ab. Mit dabei sind sehr interessante Einblicke und Dinge, die man dann doch nicht jeden Tag sieht. Der Tenor dabei ist stets, dass Europa doch sehr gut dasteht, aber nur noch etwas mehr „crazy and open“ werden sollte.

Ausgebuchte und zum Teil gar überfüllte Messe

Die Nvidia GTC gastierte zum ersten Mal in Berlin und war auch gleich ein voller Erfolg. In der Station am Gleisdreieck, im Tempodrom sowie in einigen benachbarten Hotels und Gebäuden wurden innerhalb von drei Tagen allerlei Themen besprochen, natürlich mit KI als Kernthema. Doch am Rand war in vielen Richtungen Platz, sodass es eine ziemlich umfassende Veranstaltung war, die entsprechend für Publicity sorgte; und zum Teil so voll war, dass am ersten Tag zwischenzeitlich der Zugang zur Station gesperrt werden musste – Überfüllung.

Die Leute kamen da gerade von der Keynote von Jensen Huang als CEO des Unternehmens, der am liebsten den quasi ungebremsten Ausbau von AI vorantreiben will und dafür auch mal Länder wie Deutschland und Großbritannien „abwatscht“, weil sie ihm zu langsam sind. Auf der Showbühne dann wird es aber wieder diplomatisch, denn Nvidia macht schließlich gern Geschäfte in Europa, investiert hier auch kräftig.

Greenpeace-Protestaktion während der Nvidia-Keynote

Auf der anderen Seite kommt seine Forderung nach stetig mehr Innovation und Investition nicht überall gut an. Und so nutzte Greenpeace die Keynote für eine Protestaktion: Mithilfe eines kleinen Beamers und eines Transparentes erklärte die Umweltschutzorganisation, dass Nvidia sein dreckiges Geschäft doch säubern solle.

Sauber sind AI und riesige Datacenter mit riesigem Verbrauch an Strom und Wasser bekanntlich mitnichten, weshalb sich selbst in den USA stetig mehr Protest bildet. Denn wenn auf dem Parkplatz Anhänger mit mobilen Gasturbinen stehen, um Strom bereitzustellen, dann ist das durchaus ein extrem dreckiges Geschäft.

Und wo die Chips am Ende überall landen, Stichwort russische Drohnen, ist auch noch ein Thema für sich, über das auf solchen Veranstaltungen nicht gern gesprochen wird. Die Protestaktion wurde entsprechend auch aus der Keynote-Aufzeichnung (ab Minute 22; siehe dasselbe Hintergrundbild in der Präsentation) herausgelöscht. Bei Greenpeace ist die Aktion zu finden.

Nvidia stets zurückhaltend, Partner viel offener

Nvidia spulte letztlich sein Programm wie gewohnt extrem seriös herunter. Auch die unternehmenseigenen Stände waren bis zur Perfektion durchgestaltet, und das Personal war entsprechend instruiert. Das Unternehmen und die Mitarbeiter vor Ort sind dabei stets extrem vorsichtig in Aussagen, direkte Fragen an Mitarbeiter werden oft nur vage beantwortet: bloß nicht festnageln lassen. Unterm Strich kommt so aber quasi auch nichts Neues heraus.

Der Showroom mit vielen Partnern ist so letztlich viel interessanter – und auch die Talks und Sessions ebendieser Firmen. Denn die lassen gern mal tiefer blicken, wie es denn um das eine oder andere Thema bestellt ist. Dabei wird man als Besucher, aber auch als Journalist, schnell wieder auf den Boden der Tatsachen geholt. Denn beispielsweise sind NVL72-Racks mit Vera Rubin eben kein Produkt für den Massenmarkt. Und was soll ein gewöhnliches Unternehmen auch damit anfangen?

Partner zeigten deshalb auch viele kleine Server-Lösungen und beispielsweise RTX Pro als passende GPU-Beschleuniger dafür. Diese Lösungen lassen sich nämlich durchaus in bestehende Systeme und Rechenzentren integrieren und erfordern keinen Neubau für eine vollständige Warmwasserkühlung.

Warmwasserkühlung: Ja, aber ...

Apropos Warmwasserkühlung: Auch das ist ein Thema für sich. Nvidias CEO erklärte, dass die neuen Systeme mit 45 bis 55 Grad warmem Wasser (es handelt sich nicht immer tatsächlich um Wasser, sondern der Begriff dient hier als Synonym für „Flüssigkeit“) gekühlt werden könnten. Auf dem Showfloor war man da aber deutlich zurückhaltender. Einige große Firmen wie HPE und auch Lenovo kühlen bereits seit einiger Zeit mit Flüssigkeit auch oberhalb von 25 Grad, HPE erklärte, die Kunden sehen hier aber rund 40 Grad als effektivste Wahl. Andere Firmen vor Ort sehen gerade das obere Ende kritisch: Wie wird es um die Haltbarkeit der HBM4e-Chips in drei Jahren bestellt sein, wenn diese dauerhaft „warm“ sind? Ein weiteres Unternehmen erklärte, dass hier aktuell wohl noch Validierungen und Tests laufen.

Gerade HBM ist hier durchaus ein valider Punkt. Samsung hat die Hitze seiner HBM3e-Chips schon ohne diese Kühlungen nicht in den Griff bekommen, auch Nvidias Spezifikationen für HBM4 auf den Beschleunigern änderten sich ständig – in der Regel ging es wieder nach unten, nachdem zuvor ein sehr hohes Ziel angesetzt war.

Supercomputer sind geil!

Nvidia sowie die Betreiber großer Rechenzentren und Supercomputer zeigen natürlich gern das Schnellste und Beste auf dem Markt. Da hier stets viel Geld im Spiel ist, ist auch Nvidia mit zahlreichen Ansätzen und Lösungsvorschlägen dabei. Sie helfen dann bei der Planung von Rechenzentren, sei es bei einem Retrofit oder einem kompletten Neubau, unabhängig davon, ob Luft- oder Wasserkühlung oder eine Mischung aus beiden zum Einsatz kommt.

Betreiber europäischer Systeme erklären hier durchaus einsichtig, dass Europa hier und da schneller sein sollte. Man müsse ein wenig offener und verrückter werden für die kommenden Produkte und Generationen, hieß es dabei auch. Dennoch steht Europa viel besser da, als oft berichtet wird. Es gibt nicht nur modernste Supercomputer und AI-Factories, deren Bau dauert aber eben auch seine Zeit. Und das gehe nicht von heute auf morgen, schließlich dauert es schon 18+ Monate, bis man ein Nvidia-System heute bekommen kann, erklärte ein europäischer Betreiber.

Quantencomputer als nächstes großes Ding

Auch beim Thema Quantencomputer ist Europa ziemlich weit vorn dabei. Langsam nähert man sich der Phase der ersten brauchbaren Anwendungen, die auch einen Unterschied ausmachen können – und einige der wichtigsten Entwicklungen dahin kommen von hier. Denn in Europa passt das Ganze aktuell ziemlich gut: Neue Supercomputer dienen hier primär der wissenschaftlichen Forschung, während die größten Systeme in den USA gern für Kernwaffensimulationen und andere Zwecke genutzt werden.

Das Ziel des Ganzen ist der kommerzielle Durchbruch, von dem auch Nvidia ein Stück abhaben will. Das Unternehmen erklärt dabei noch einmal, dass man selbst keine Quantenprozessoren verkaufen will, wohl aber das Ökosystem unterstützt und sogar mit aufbaut. Denn in naher Zukunft wird es neben dem Quantencomputer auch immer noch einen normalen Computer geben müssen, der diesen steuert, Dinge „übersetzt“ und alles letztlich auch kommerziell greifbar macht.

Dafür bringt Nvidia CUDA-Q an den Start. Und als Schnittstelle zwischen den Systemen wird NVQLink genutzt – beides bekannte Namen, die nun auch im Zusammenhang mit Quantencomputern zum Einsatz kommen. Sie sollen nun das Fault-Tolerant Quantum Computing (FTQC) auf den Weg bringen. Dafür werden langfristig aber deutlich mehr Quantenprozessoren benötigt. Zu Beginn muss die Technologie deshalb mit Supercomputern zusammenarbeiten.

Dass dies zu Beginn der richtige Weg ist, zeigte Nvidia gemeinsam mit den Betreibern des deutschen Supercomputers Jupiter: Hier wurden nicht nur 104 Qubits simuliert, sondern auch der Overhead um 90 Prozent reduziert. Das bedeutet, dass so 90 % weniger Physical Qubits benötigt werden.

Die Umsetzung im Alltag wird aber noch viele Jahre in Anspruch nehmen. Sie wird dann zuerst im Bereich von Simulationen starten, für EDA-Tools und so weiter. Ein echter praktischer Nutzen wird daraus dann langsam erwachsen.

Autos und Roboter

Natürlich gibt es keine GTC ohne Autos und Roboter. Beim Auto-Thema war es jedoch vergleichsweise ruhig, wenngleich es einige Ankündigungen für Europa gab. Und so sind wir in einem Mercedes-Benz eine Runde freihändig durch Berlin gefahren. Das L2-Assistenzsystem für automatisiertes Fahren im Stadtverkehr soll Ende 2026 zuerst in Stuttgart und München angeboten werden. Bestellbar ist es ab dem ersten Halbjahr 2027. Und auch bei Volvo plant man entsprechend noch vor dem Jahr 2030 damit.

Und dann wären da natürlich auch noch Roboter. In jeder Form, mal klein und als „Ente“, mal fast menschlich, sind auch sie eines der Themen der Zukunft, bei denen auch Nvidia mitspielt. Man verkauft dafür nicht nur Chips, sondern will auch helfen, diese intelligenter zu machen – am besten durch AI. Doch auch bei Nvidia spielt das Thema Sicherheit inzwischen eine größere Rolle, in Europa hat das schon immer höchste Priorität. Das Ausbrechen von KI-Agenten rückte zuletzt stark in den Fokus, dem soll nun begegnet werden.

Die nächste GTC startet bereits Ende November

Nach der GTC ist bekanntlich vor der GTC. Denn schon in fünf Wochen findet eine Ausgabe in Washington D.C. statt. Hier dürfte es wie üblich aber noch politischer zugehen. Alle News des Events in dieser Woche gibt es auf der Themenseite: Nvidia GTC Berlin 2026.

Wir haben von Nvidia zwei Pressetickets für die GTC Berlin 2026 erhalten. Inbegriffen waren der Einlass zur Keynote, Sessions, Roundtables sowie Fahrtermine während der drei Veranstaltungstage. Eine Einflussnahme des Herstellers auf die Berichterstattung fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestimmter Inhalte bestand nicht.

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