NVIDIA VBIOS Vix: GeForce RTX 50/40/30 bekommen ein Custom
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Die Situation rund um VBIOS-Updates bei GeForce-Grafikkarten ist weiterhin von einer gewissen Uneinheitlichkeit geprägt. NVIDIA stellt Firmware-Updates häufig nicht direkt bereit, sondern überlässt deren Verteilung den jeweiligen Boardpartnern, die sie beispielsweise über eigene Software oder ihre Support-Webseiten anbieten. Bei den GeForce-RTX-50-Modellen wurden Anfang 2025 entsprechende Updates als mögliche Lösung für Blackscreen-Probleme verteilt.
Ob ein VBIOS-Update erforderlich ist und verfügbar gemacht wird, hängt dabei vom jeweiligen Grafikkartenmodell und dem konkreten Problem ab. Nutzer sollten deshalb zunächst die Support-Seite des Kartenherstellers prüfen und ein VBIOS nur dann aktualisieren, wenn es ausdrücklich für das eigene Modell vorgesehen ist. Ein allgemeiner, herstellerübergreifender Update-Mechanismus existiert nicht (mehr).
Gerne betrieben wird der Hardware-Sport, das VBIOS einer Karte auf eine zweite zu übertragen, um beispielsweise das höhere Power-Limit zu übernehmen. GPU, Geräte-ID, PCB und Spannungsversorgung sollten identisch bzw. ähnlich und zueinander kompatibel sein.
Entwickler Panchovix hat nun ein Tool namens "NVIDIA Windows VBIOS Vix Loader" (GitHub-Link) vorgestellt, welches ein modifiziertes VBIOS für NVIDIA-Grafikkarten unter Windows über einen Registry-Override des Grafiktreibers laden lässt, ohne die Firmware direkt auf die Grafikkarte zu flashen. Aufmerksam geworden sind wir auf das Tool durch eine News bei Videocardz.
Die Open-Source-Software hinterlegt das angepasste VBIOS über einen Registry-Eintrag in der Konfiguration des NVIDIA-Grafiktreibers, der die modifizierte Firmware beim Initialisieren der GPU als Überschreibung verwendet. Die Änderungen lassen sich dadurch anwenden, ohne den herkömmlichen Flash-Vorgang zu durchlaufen. Es ist also nicht notwendig, das originale VBIOS dauerhaft zu verändern.
In Verbindung mit einem VBIOS-Editor lassen sich so unter anderem angepasste Leistungsgrenzen, Spannungsparameter sowie Frequenz-Offsets für GPU und Grafikspeicher nutzen. Die verfügbaren Modifikationen hängen von der jeweiligen GPU-Generation und dem Kartenmodell ab. Der VBIOS Vix Loader selbst dient dabei ausschließlich dazu, ein bereits modifiziertes VBIOS einzubinden. Die Bearbeitung der Firmware übernimmt eine separate Software. Dennoch kann es durch die Überschreibung der Parameter zu Hardwareschäden durch ungeeignete Einstellungen kommen. Zudem ist die Kompatibilität nicht für sämtliche GeForce-Modelle gewährleistet. Wie immer ist hier also Vorsicht geboten.
Die Software unterstützt laut Projektbeschreibung GeForce-Grafikkarten der RTX-30-, RTX-40- und RTX-50-Serie, allerdings in einem unterschiedlichen Umfang. Voraussetzung sind Windows 10 oder 11 in der 64-Bit-Version sowie ein NVIDIA-Treiber ab Version 616.56. Getestet wurde der Loader unter anderem mit den Treiberversionen 617.42 und 617.70.
Für die Nutzung muss das modifizierte VBIOS zur jeweiligen Grafikkarte passen und dieselbe PCI-Geräte-ID aufweisen. Der Entwickler konnte eine angepasste Firmware auf einer GeForce RTX 5070 laden und nach einem Neustart der GPU verwenden. Auch für Ada Lovelace (GeForce-RTX-40-Serie) und Ampere (GeForce-RTX-30-Serie) liegen erste erfolgreiche Tests vor. Die Unterstützung für Turing-Grafikkarten der GeForce-RTX-20-Serie ist dagegen noch experimentell.
Laut Entwickler ließ sich bei einer GeForce RTX 5090 das Power-Limit von 600 auf 800 W anheben, bei einer GeForce RTX 5080 von 360 auf 500 W und bei einer GeForce RTX 5070 von 250 auf 350 W. Für die GeForce RTX 4090 nennt er eine Erhöhung auf bis zu 700 W. Darüber hinaus wurden größere Einstellbereiche für GPU- und Speichertakt sowie höhere Spannungsgrenzen ermöglicht, was dem Nutzer wiederum etwas mehr Spielraum geben kann.
Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass sich bei verschiedenen NVIDIA-GPUs zusätzliche Spielräume für die Leistungsaufnahme und das Overclocking erschließen lassen, ohne den Flash-Speicher der Karte zu verändern. Die Kompatibilität und der Umfang der möglichen Anpassungen hängen jedoch von der GPU-Generation und dem konkreten Modell ab. Zudem kann NVIDIA die verwendete Registry-Überschreibung künftig durch Treiberänderungen unterbinden.