O2 Telefónica streicht ein Sechstel aller Arbeitsplätze
Der Telekommunikationsanbieter O2 Telefónica möchte in Deutschland noch dieses Jahr fast jede sechste Stelle abbauen. Zusätzlich sollen nächstes Jahr weitere Arbeitsplätze wegfallen. Wie die Tochter des spanischen Telefónica-Konzerns mitteilt, soll die Anzahl der Stellen (Vollzeitäquivalente) bis Ende 2026 um bis zu 1.100 sinken. Ein Großteil davon soll durch freiwillige Abgänge geschafft werden, wofür das Unternehmen seinen Mitarbeitern Abfindungen anbietet. Anfang des Jahres hatte O2 Telefónica Deutschland 6.820 Vollzeitstellen. Weiterlesen nach der Anzeige Zudem schließt O2 bis Jahresende 60 seiner rund 800 Läden – allesamt eigene Standorte, nicht Franchise-Partner. Die Kosten der „operativen und strategischen Neuausrichtung“ sollen sich 2026 auf 265 Millionen Euro belaufen. Ziel der Maßnahmen sei, die Wettbewerbsfähigkeit Telefónica Deutschlands zu sichern, sagt Deutschlandchef Santiago Argelich Hesse: „Wir vereinfachen die Organisation, bündeln Tätigkeiten und intensivieren den Einsatz Künstlicher Intelligenz in zentralen Abläufen.“ Nächstes Jahr sollen die Kürzungen und Kostensenkungen weitergehen. Telefónica will die Organisation bis 2028 „bedarfsgerecht weiter verschlanken“. Dann wird der Rotstift vor allem bei Callcentern angesetzt sowie im Vertrieb. Für die zweite Sparrunde werden laut Mitteilung nächstes Jahr Rückstellungen von bis zu 155 Millionen Euro gebildet. Sind beide Phasen der Kostensenkungen umgesetzt, sollen die jährlichen Ausgaben ab 2028 etwa 185 Millionen Euro niedriger ausfallen. 1&1-Roaming fehlt Jahrelang war Mobilfunk-Anbieter 1&1 (United Internet) im O2-Netz eingemietet. Inzwischen betreibt 1&1 ein eigenes Mobilfunknetz und lässt seine Kunden, abseits der eigenen Netzabdeckung, bei Vodafone roamen. Damit sind O2 namhaft Einnahmen weggebrochen. Laut Bundesnetzagentur (BNetzA) erreichte O2 Telefónica im Dezember 88,6 Prozent der Fläche Deutschlands mit seinem 4G-Netz und 76,2 Prozent der Fläche mit 5G. Der Abstand zur Telekom, deren Flächenabdeckung laut den Angaben besser ist, hat sich damit deutlich verringert. Weiterlesen nach der Anzeige Die Abdeckung der Telekom liegt bei 92,5 Prozent (4G) respektive 87,9 Prozent (5G). Vodafone kommt auf 91,7 Prozent bei 4G beziehungsweise 75,7 Prozent bei 5G. Das 5G-Mobilfunknetz von 1&1 erreicht ein Viertel aller deutschen Wohnsitze, Daten zur Flächenabdeckung 1&1‘ liegen der Redaktion nicht vor. Hauptgeschäft O2s ist Mobilfunk. Für das Festnetz-Geschäft nutzt Telefónica Deutschland Anschlussleitungen anderer Netzbetreiber. Speziell bei Konvergenzprodukten aus Mobilfunk und Festnetz hofft das O2-Management auf Wachstum.