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Obama spottet über Trump und teilt im Wahlkampf aus

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Obama spottet über Trumps Oval Office: „Als hätte ⁠Saddam Hussein eine Cheesecake ⁠Factory eröffnet“

Von: Katja Thorwarth

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Vor den US-Zwischenwahlen greift Ex-Präsident Barack Obama den Republikaner Donald Trump an und spottet über sein goldenes Oval Office in Washington.

Detroit/Washington, D.C. – Knapp eineinhalb Wochen vor den Midterms in den USA mischt sich Ex-Präsident Barack Obama in den Wahlkampf ein und teilt gegen Amtsinhaber Donald Trump aus. Auf verschiedenen Veranstaltungen der Demokraten warf er dem republikanischen Präsidenten unter anderem Korruption vor und verspottete dessen Politik.

So nahm er etwa in Detroit/Michigan das Weiße Haus ins Visier und machte sich über Trumps Gestaltungsansätze im Oval Office lustig: „Was hat es mit dem Gold auf sich?“, fragte er mit Bezug auf weitreichende Goldverzierungen. Und er ging noch weiter: „Er hat das Weiße Haus so aussehen lassen, als hätte Saddam Hussein eine Cheesecake Factory eröffnet.“

Trump hatte das Büro des Präsidenten vergolden lassen und zeigt den neuen Look gerne und stolz bei öffentlichen Auftritten. Entsprechend warf Obama dem amtierenden Republikaner vor, sich mehr für die Renovierung des Weißen Hauses zu interessieren als für die Sorgen der Menschen in den USA. Obama empfahl Trump denn auch einen Auftritt bei einem US-Fernsehsender, der sich auf Hausbau, Inneneinrichtung und Renovierung spezialisiert hat.

Obama übt vor Zwischenwahlen Kritik an Trump-Zöllen und unterstützt El-Sayed

Die Zeit unter Trump beschrieb er als geprägt von Chaos, Grausamkeit, Korruption und Inkompetenz. Zudem griff er den aggressiven Handelsstreit mit Kanada an und die Drohung mit hohen Zöllen; für Michigan ist das Nachbarland wichtig, etwa für die Autoindustrie. Obama lobte die Kanadier ausdrücklich: „Das sind die nettesten Menschen.“

Über Barack Obama

Barack Obama war von 2009 bis 2017 der 44. Präsident der Vereinigten Staaten und der erste Afroamerikaner im Weißen Haus. Er gilt auch Jahre nach seinem Ausscheiden aus dem Amt als einflussreichste Leitfigur der Demokratischen Partei. Bei Kongress- und Präsidentschaftswahlen wird der Friedensnobelpreisträger von seiner Partei regelmäßig als wichtigster Wahlkampfhelfer und rhetorisches Zugpferd eingesetzt, um Schlüsselstaaten („Swing States“) zu sichern sowie junge Wähler, Unentschlossene und Minderheiten zu mobilisieren.

Während seiner beiden Amtszeiten prägten Vorhaben wie die Gesundheitsreform („Obamacare“), die Bewältigung der globalen Finanzkrise und das Pariser Klimaabkommen seine Politik. Angesichts seiner weiterhin überdurchschnittlich hohen Beliebtheitswerte nutzen die Demokraten Obamas Auftritte, um einen scharfen Kontrast zur Amtsführung, Rhetorik und Wirtschaftspolitik von Donald Trump zu zeichnen.

Gleichzeitig stellte sich Obama hinter Abdul El-Sayed, der für den Senat kandidiert und in vielen Umfragen vor seinem Konkurrenten Mike Rogers liegt – El-Sayed gehört zum linken Flügel der Demokraten. Die Wahl am 3. November sei eine „Notbremse“, um „zumindest einen Teil des Wahnsinns“ der Trump-Präsidentschaft einzudämmen, erklärte Obama: „Wir haben noch nie einen Präsidenten gesehen, der sich so unverhohlen auf Ihre Kosten bereichert hat.“

Einer Umfrage von Reuters/Ipsos vom August zufolge glauben 69 Prozent der Amerikaner, dass Trumps politische Entscheidungen von seinen privaten Geschäftsinteressen beeinflusst werden. Eine Stellungnahme des Weißen Hauses liegt hierzu nicht vor.

Was bei den US-Zwischenwahlen für Trump auf dem Spiel steht

Die für den 3. November anstehenden US-Zwischenwahlen gelten als zentraler politischer Gradmesser für die Präsidentschaft von Donald Trump. Zur Wahl stehen alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus sowie rund ein Drittel der 100 Mandate im Senat. Für die Republikaner geht es darum, ihre knappen Mehrheiten in beiden Parlamentskammern gegen die oppositionellen Demokraten zu verteidigen.

Ein Machtwechsel in mindestens einer der beiden Kammern würde die Handlungsfähigkeit der US-Administration einschränken und künftige Gesetzesvorhaben blockieren. Vor allem in der Außen- und Sicherheitspolitik – etwa bei der militärischen und finanziellen Unterstützung der Ukraine oder im Verhältnis zu europäischen NATO-Partnern – könnten weitreichende strategische Änderungen folgen.

Midterms: Trump hat bereits in Florida gewählt

Derweil hat Trump bereits seine Stimme abgegeben: Am Samstag ging er in einem Wahllokal in West Palm Beach im Bundesstaat Florida nahe seiner Privatresidenz Mar-a-Lago wählen. Begleitet wurde der 80-Jährige von seiner Ehefrau Melania. Der US-Präsident trug anschließend einen Aufkleber am Revers seines Sakkos: „I voted“ (Ich habe gewählt).

In den USA können Wähler schon vor dem eigentlichen Wahltag ihre Stimme abgeben, entweder persönlich oder per Briefwahl. Trump hat immer wieder Briefwahlen kritisiert und sie als betrugsanfällig bezeichnet, obwohl es keinerlei Hinweise auf weitverbreiteten Wahlbetrug in den USA gibt. (Quellen: dpa, Reuters, AFP, FAZ) (ktho)

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