Oberber: TeReS sucht pflegende Angehörige zum Testen der App
Die Belastung ist enorm, die Aufgaben vielfältig. Wer seinen Partner daheim pflegt, den Rollator für seine Mutter organisiert oder einen nahestehenden Menschen im Alltag unterstützt, ist jetzt gefragt: Im Oberbergischen Kreis wird derzeit die App TeReS erprobt. TeReS steht für technologiegestützte regionale Sorgegemeinschaft. Das Forschungsprojekt sucht weitere pflegende Angehörige und Menschen, die andere in ihrem häuslichen Umfeld unterstützen. Ihre Erfahrungen helfen, herauszufinden, wie digitale Unterstützung gestaltet sein muss, damit sie im Alltag wirklich hilft, teilt der Kreis mit.
Seit neun Wochen wird TeReS in der Praxis getestet. Für die wissenschaftliche Begleitstudie werden bis zum 13. November weitere Rückmeldungen gesucht. Dabei spielt es keine Rolle, ob jemand die Pflege allein übernimmt, sich die Verantwortung mit anderen teilt oder vor allem im Alltag unterstützt, Termine organisiert und Entscheidungen begleitet.
TeReS bietet einen digitalen Zugang zu den Senioren- und Pflegeberatungsstellen. Über die App können Nutzer ihre aktuelle Situation schildern und erfahren, welche Unterstützungs- und Entlastungsangebote zu ihrer individuellen Situation passen könnten. Das Angebot lässt sich anonym und ohne Termin nutzen. Das Ausfüllen der Fragen dauert 15 Minuten. Die Angaben werden anschließend an die zuständige Beratungsstelle weitergeleitet.
Die meisten pflegebedürftigen Menschen werden zu Hause versorgt – überwiegend durch Angehörige. Für diese ist die Pflege oft mit erheblichen zeitlichen, körperlichen und psychischen Belastungen verbunden. TeReS soll dazu beitragen, passende Hilfen frühzeitig aufzuzeigen und Wege für Entlastung einfacher zu machen. Im Projekt wird untersucht, ob und wie digitale Technologien die Kapazitäten in der Senioren- und Pflegeberatung erweitern und den Zugang zu Hilfsangeboten erleichtern können. Dafür verbindet TeReS eine App für Ratsuchende mit einem digitalen Beratungstool, das die Fachkräfte bei der Bearbeitung der Anfragen unterstützt. Erprobt wird auch, wie KI-Funktionen unterstützen können, Anfragen schneller zu bearbeiten und digitales Wissensmanagement zu fördern. Die persönliche Beratung bleibt dabei unverzichtbar: Alle Anfragen werden weiterhin von den Beratern bearbeitet. Digitale Technologien sollen die Fachkräfte unterstützen, nicht ersetzen.
TeReS befindet sich in der Pilotphase. Ziel ist es, herauszufinden, wie ein digitales Angebot gestaltet sein muss, damit es verständlich, alltagstauglich und hilfreich ist. Ist die App einfach zu bedienen? Passen die Fragen und Empfehlungen zu ihrer persönlichen Situation? Erleichtert der digitale Zugang den Weg zu geeigneter Unterstützung?
„Wir möchten TeReS gemeinsam mit den Menschen weiterentwickeln, für die die App gedacht ist. Dafür brauchen wir Ihre Unterstützung“, sagt Christine Prinz, fachliche Koordinatorin der Senioren- und Pflegeberatungsstellen des Kreises. Die wissenschaftliche Evaluation übernimmt das Institut für Pflegewissenschaft der Universität zu Köln. Das Forschungsprojekt läuft bis Juni 2027 und wird vom Land gefördert.
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