Obsidian: Avowed 2 gestrichen für neues Fallout von Josh Sawyer
Obsidian Entertainment streicht das bereits in Entwicklung befindliche „Avowed 2“ und wechselt stattdessen mitten in der umfangreichen Entlassungswelle zu einem neuen Fallout-Projekt. Das geplante Fantasy-Sequel war laut einem Bericht von Bloomberg auf einem guten Weg und sollte im nächsten Jahr angekündigt werden. Microsoft zieht jetzt den Stecker. Die neue Xbox-Chefin Asha Sharma setzt auf die Fokussierung der absoluten Kernmarken. Bei Obsidian brennt deshalb die Hütte. Ein Viertel der Belegschaft verliert diese Woche den Job. 52 Entwickler fliegen laut offiziellen Behördenmeldungen direkt raus. Harte Realität. Josh Sawyer übernimmt das Ödland Das neue Fallout-Spiel wandert direkt in die Hände von Josh Sawyer. Der Design Director leitete zuletzt ein anderes RPG-Projekt, das strukturell und thematisch ohnehin stark an Fallout erinnerte. Dieser interne Prototyp ist damit Geschichte. Sawyer übernimmt das Ruder für das echte Ödland. Für Fans von „Fallout: New Vegas“ ist das zumindest ein Hoffnungsschimmer im Chaos. Er weiß, wie Fallout funktioniert. Punkt. Der strategische Schwenk kommt nicht von ungefähr. Bethesda hat seit über einem Jahrzehnt kein neues Hauptspiel der Fallout- oder Elder-Scrolls-Reihe geliefert. Das sorgt bei der Konzernleitung für Frust. Besonders nach dem gigantischen Erfolg der Amazon-Serie liegt hier bares Geld auf der Straße, das Microsoft endlich einsammeln will. Die Eigenständigkeit der einzelnen Studios wird dafür eiskalt geopfert. Bethesda-Studiochefin Jill Braff bestätigte den Kurswechsel intern bereits: Die Roadmap wird komplett um die stärksten Marken herum restrukturiert. Kleinere Experimente haben keinen Platz mehr. Für Obsidian bedeutet das neben den Entlassungen eine strikte Zweiteilung. Während das neue Fallout-Projekt anläuft, betreuen die verbleibenden Teams weiterhin den Post-Launch-Content für „The Outer Worlds 2“ und „Grounded 2“. Avowed bleibt damit vorerst eine Eintagsfliege. Bittere Pille mit Ansage Der Verlust von „Avowed 2“ schmerzt, zeigt aber die eiskalte Filetier-Taktik von Microsoft. Ein Viertel der Entwickler auf die Straße zu setzen, um eine sichere Umsatz-Bank wie Fallout zu erzwingen, hinterlässt einen extrem faden Beigeschmack. Klar ist die Rückkehr von Josh Sawyer zum Fallout-Franchise ein absoluter Traum für Rollenspiel-Fans. Die Umstände sind dennoch ein Desaster für die Studiokultur. Wie seht ihr das: Kann ein neues Fallout von Josh Sawyer die bitteren Entlassungen und das Aus von Avowed 2 für euch als Spieler aufwiegen?