Ocrelizumab bei RRMS: 82,2 Prozent bleiben zehn Jahre ohne Behinderungsprogression
Langzeitdaten zur Behandlung der schubförmig-remittierenden Multiplen Sklerose (RRMS) liefern wichtige Erkenntnisse über den dauerhaften Verlauf der Erkrankung.
Am 5. Oktober 2026 veröffentlichte Daten aus der Verlängerungsphase der Phase-III-Studien OPERA I und OPERA II in der Fachzeitschrift JAMA Neurology (DOI: 10.1001/jamaneurol.2026.3507) belegen die langfristige Sicherheit und Wirksamkeit des monoklonalen Antikörpers Ocrelizumab von F. Hoffmann-La Roche über einen Zeitraum von zehn Jahren.
Früher Therapiebeginn verringert Behinderungsrisiko
In den ursprünglichen OPERA-Studien, deren Ergebnisse 2019 zur Zulassung des Wirkstoffs bei schubförmiger MS führten, wurden 1656 erwachsene Patienten im Verhältnis 1:1 randomisiert. Sie erhielten über zwei Jahre entweder alle 24 Wochen 600 mg Ocrelizumab intravenös oder dreimal wöchentlich 44 µg Interferon beta-1a subkutan. An der anschließenden offenen Verlängerungsphase nahmen 1325 Patienten teil, die für bis zu acht weitere Jahre mit Ocrelizumab behandelt wurden.
Die Zehn-Jahres-Ergebnisse unterstreichen, dass ein frühzeitiger Behandlungsbeginn vorteilhaft sein kann. Bei Patienten, die von Beginn an Ocrelizumab erhielten, blieben 82,2 Prozent ohne eine über 48 Wochen bestätigte Behinderungsprogression (Hazard Ratio 0,76; P=.02). Dies entspricht einem um 24 Prozent geringeren Risiko für eine Zunahme der Behinderung im Vergleich zur Gruppe, die erst verspätet von Interferon auf Ocrelizumab umgestellt wurde. Das Risiko, auf eine Gehhilfe angewiesen zu sein, reduzierte sich um 43 Prozent.
Einen Behinderungsgrad von EDSS 4,0 erreichten 34 Prozent der durchgehend Behandelten (HR 0,66; P=.06), während 43 Prozent einen EDSS-Wert von 6,0 erreichten (HR 0,77; P=.002). Insgesamt blieben 93,3 Prozent unter dem Wert von 4,0 und 94,2 Prozent unter 6,0.
Hohe Raten an Schubfreiheit und Krankheitsstabilität
Auch bezüglich der Schubaktivität zeigte sich ein anhaltender Nutzen: Nach zehn Jahren waren 73,0 Prozent der kontinuierlich mit Ocrelizumab behandelten Patienten schubfrei, verglichen mit 63,2 Prozent der Teilnehmer, die initial Interferon erhalten hatten. Dies entspricht einer Reduktion des Schubrisikos um 38 Prozent (P