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OFC nach dem Topspiel in Trier: Ein Fels und reichlich Feuer

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OFC nach dem Topspiel in Trier: Ein Fels und reichlich Feuer

Von: Christian Düncher

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Im Anschluss an den Auftritt von Spitzenreiter Kickers Offenbach im Moselstadion gibt es Lob vom Gegner. Über einen Aspekt wird aber zu reden sein.

Offenbach – Als nach 95 intensiven Minuten im Moselstadion der Abpfiff schon eine Weile verklungen und die letzte Frage der Medienvertreter beantwortet war, schlenderten die Trainer beider Teams harmonisch von dannen. Man kennt und schätzt sich schließlich. Thomas Klasen, der Coach von Eintracht Trier, war beim 1. FC Köln II vier Jahre lang Assistent von Mark Zimmermann, der seit März bei den Offenbacher Kickers an der Seitenlinie steht. Zwei Fußballlehrer also, die ähnlich ticken. Das hatte sich zuvor auch auf dem Platz widergespiegelt.

Das sei „Feuer gegen Feuer“ gewesen, sagte Zimmermann, der vor der Partie mit seinem Weggefährten telefoniert hatte und zu diesem Zeitpunkt auch mit einem 3:3 zufrieden gewesen wäre. Viel fehlte nicht zu diesem Ergebnis. Dass die Kickers 3:1 (2:0) gewannen, hatte mehrere Gründe. Sie zeigten vor dem Tor die Effizienz, die den Gästen abging, hatten in Johannes Brinkies (Zimmermann: „Der Fels in der Brandung“) einen wieder mal überragenden Schlussmann und letztlich auch das nötige Glück (drei Aluminiumtreffer). „Das hat aber nur der Tüchtige“, betonte Sportdirektor Martin Pieckenhagen, der sich nach Abschluss der Transferperiode aktuell eine kurze Auszeit gönnt. Das Spiel in Trier hatte er freilich dennoch verfolgt – per Livestream. Was er sah, stimmte ihn zufrieden, auch weil die Mannschaft „aufopferungsvoll gekämpft“ habe.

Nachdem Trier auf 1:3 verkürzt hatte (52.), war es laut Zimmermann „eine einzige Verteidigungsschlacht“. Seine Jungs hätten sich immer wieder „dazwischengehauen“. In der Tat. Jakob Lewald holte sich eine blutige Nase, Dominik Crljenec blockte bei einem Schuss aus kurzer Distanz den Ball mit dem Oberkörper. Wenige Minuten später war Schluss. „Wir haben sehr glücklich den Sieg geholt“, gab der Kickers-Coach zu. „Ich bin aber megastolz drauf, weil nicht viele Mannschaften hier gewinnen werden.“ Die Zuschauer seien beim Duell des Dritten mit dem Ersten aus Offenbach auf ihre Kosten gekommen. „Es war ein sehr rassiges Spiel.“ Einziger Kritikpunkt: „Es gab zu viele Torchancen für den Gegner.“

Der OFC ist ein schlafende Riese, wie es Rot-Weiß Essen im Westen war. Geht diesen Weg weiter so. Die ganze Liga gönnte Euch den Aufstieg, wenn Ihr das so durchzieht.

Letztlich hatte sogar der unterlegene Klasen seine Freude an dem Duell der beiden Traditionsklubs. Dafür, dass es so viele Zweikämpfe gab, sei die Partie „extrem fair“ gewesen. Unterhaltsam war sie ohnehin. „Ein würdiges Topspiel, darauf kann man stolz sein. Das war toll und hat Spaß gemacht.“ Zumal er sich nicht daran erinnern könne, dass eine Trierer Mannschaft mal nach einem 1:3 so gefeiert beziehungsweise verabschiedet worden sei. Aber auch für den Gegner hatte er charmante Worte parat. „Welche Power, welcher Charakter“ – die Mannschaft zeige ein „ganz anderes Gesicht“ als vergangene Saison, lobt er. Der OFC sei „dieser schlafende Riese, wie es Rot-Weiß Essen im Westen war“. Den Kickers im Allgemeinen und Zimmermann im Besonderen wünschte Klasen alles Gute für die Zukunft: „Geht diesen Weg weiter so. Die ganze Liga gönnte Euch den Aufstieg, wenn Ihr das so durchzieht.“

Aufstieg? Dieses Wort gibt es im Sprachgebrauch der Kickers weiterhin nicht, wenngleich die „Spitzenreiter“-Rufe der Fans nach dem Topspiel etwas lauter waren als bisher. Spieler, Trainer und Offizielle genießen die Tabellenführung, ohne diese großartig zu kommentieren. Der OFC agierte in Trier teilweise im Stile eines Titelanwärters. Über den mehr als 40-minütigen Dauerdruck, dem man sich nach der Pause ausgesetzt sah, wird freilich zu reden sein. Zimmermann begann damit bereits kurz nach dem Spiel. Natürlich müsse man gewisse Dinge besser machen und noch robuster werden, stellte er klar.

Trierer Trio zu spät

Knapp 15 Jahre war Thomas Klasen Spieler. Aber so etwas sei ihm nie passiert, sagte Eintracht Triers Trainer. Als er am Freitag den Kader durchging, fehlten drei Akteure. Sie war nicht rechtzeitig zum Treffpunkt gekommen. Und das vor dem „Topspiel gegen Kickers Offenbach“. Klasen fehlte dafür jedes Verständnis. „Das ist bei mir unverhandelbar“, sagte er und griff durch. Zwei der drei Spieler hätten starten sollen, saßen daraufhin aber auf der Bank. Namen nannte er nicht. Aber das Trio wurde offenbar eingewechselt.

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