OFC: Wer ersetzt gegen den VfR Aalen den „Unterschiedsspieler“?
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OFC: Wer ersetzt gegen den VfR Aalen den „Unterschiedsspieler“?
Von: Christian Düncher
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Kickers Offenbach muss gegen den starken Aufsteiger wohl auf Maximilian Wolfram verzichten. Der Topscorer der Liga fällt „höchstwahrscheinlich“ aus.
Offenbach – Keanu Staude oder Luka Garic? So lautete bei Kickers Offenbach diese Saison bislang die Frage, wenn es um die Besetzung der zweiten Achter-Position neben Maximilian Wolfram ging. Beim jüngsten 3:1-Erfolg in Trier hatte Garic das erste Mal begonnen, ehe Staude ihn ersetzte. In den vorherigen sieben Partien war stets das Gegenteil der Fall. Im Heimspiel am Samstag (14 Uhr) gegen den VfR Aalen könnten beide erstmals zusammen in der Startelf stehen. Denn: Wolframs Einsatz ist ungewiss.
Auch Abdelhadi und Krauße nicht dabei
Der Topscorer der Fußball-Regionalliga Südwest (fünf Tore, vier Vorlagen) werde „höchstwahrscheinlich“ ausfallen, sagte OFC-Trainer Mark Zimmermann am Donnerstag. Definitiv verzichten muss er weiterhin auf den erfahrenen Sechser Robin Krauße, der „nicht rechtzeitig“ fit geworden ist, und den jungen Verteidiger Mohamadaziz Abdelhadi. Letzterer hatte bereits in Trier gefehlt, Krauße sogar das vorherige Spiel in Kassel verpasst. In allen drei Fällen geht es um muskuläre Geschichten.
Wolfram hatte sich in Trier an den Oberschenkel gefasst und war ausgewechselt worden. Direkt nach dem Spiel gab er sich noch optimistisch, dass es „nichts Schlimmes“, sondern nur „etwas Kleineres“ sei. An dieser Einschätzung hat sich offenbar nichts geändert. Das Spiel gegen Aalen wird der Mann, den Triers Trainer Thomas Klasen nach dessen Traumtor zum 2:0 als „Unterschiedsspieler“ geadelt hatte, aber wohl trotzdem verpassen. Zumal Zimmermann in derlei Fällen grundsätzlich auf Nummer sicher geht, um keine noch längeren Ausfälle zu riskieren.
Sollte Wolfram erstmals in dieser Saison nicht zur Verfügung stehen, wäre das magische Dreieck, dem zudem die Stürmer Maximilian Schmid (5/2) und Benedikt von Hagen (5/3) angehören, nicht mehr komplett. Das Trio hat 15 der bisherigen 19 Saisontore der Kickers erzielt und bringt es zusammen auf 24 Scorerpunkte. In der entsprechenden Liste der Liga belegen die drei Offenbacher die ersten drei Plätze.
Ein Ausfall des langjährigen Drittligaspielers (232 Einsätze, 40 Tore, 28 Vorlagen) wäre für den OFC zweifelsohne eine Schwächung. Da stellt sich natürlich die Frage, wie Zimmermann im Fall der Fälle reagieren würde. „Dann schauen wir, wer das auffangen wird“, sagt der Kickers-Coach lapidar und verweist darauf, dass man diese Saison schon mehrfach das Fehlen einzelner Akteure kompensiert habe. Richtig geballt hatte es den OFC aber erst einmal erwischt: in Kassel. Dort fehlte neben Krauße auch das Schienenspieler-Duo Kristjan Arh Cesen und Jan Hendrik Marx. Prompt setzte es die erste und bislang einzige Niederlage (1:2), wobei die angesichts einer starken zweiten Hälfte vermeidbar war.
Marx marschierte in Trier nach Gelb-Rot-Sperre die rechte Seite rauf und runter. Arh Cesen, der drei Spiele aufgrund von Knieproblemen verpasst hatte, trainierte am Mittwoch normal mit der Mannschaft, ebenso Ronny Marcos sowie Faris El Ouali, die diese Saison verletzungsbedingt noch gar nicht gespielt haben.
Trainer Mark Zimmermann: „Es gibt definitiv Optionen“
Und wer käme nun als Wolfram-Ersatz infrage? „Es gibt definitiv Optionen“, stellt Zimmermann klar. Naheliegend wäre, das Duo Garic/Staude auf der Doppel-Acht beginnen zu lassen, wobei Garic eher Wolframs Part übernehmen könnte. Er ist mehr Stratege und Spielmacher als der gelernte Außenangreifer Staude, der gerne mit Ball am Fuß marschiert und das Eins-gegen-eins sucht. Letztlich wird aber das Kollektiv gefordert sein. Er sei „gespannt“, aber zugleich „guter Dinge, weil die Jungs mir im Training ein gutes Gefühl geben und das umsetzen, was wir wollen“, berichtet der Kickers-Coach.
Zimmermann und sein Team freuen sich darauf, „endlich nach zwei Auswärtsspielen“ wieder am Bieberer Berg antreten zu dürfen, zumal die Heimbilanz des OFC makellos ist (vier Spiele, vier Siege). Man wolle an die Leistung aus der Partie gegen Steinbach (3:2) anknüpfen, sagt der Trainer des Tabellenführers. Bedeutet: das eigene Spiel durchdrücken und den Gegner nicht zur Entfaltung kommen lassen. „Das wird aber nicht leicht“, meint der 52-Jährige. Aalen (8.) sei „der beste Aufsteiger“ und „eine krasse Ballbesitzmannschaft“. Kurzum: „Sie sind unangenehm zu bespielen und schwer zu verteidigen.“
Gegner kommt mit ehemaligem Champions-League-Spieler
Obwohl das Team von der Ostalb zwei Jahre Oberligist war, habe es ein sehr erfahrenes Team mit einigen Akteuren, die schon vor großen Kulissen gespielt haben. Das gilt vor allem für Gianluca Gaudino. Der gebürtige Hanauer, der 2014 bei Bayern München unter Trainer Pep Guardiola sogar einmal in der Champions League spielte, kam vor der Saison von Drittligist Alemannia Aachen. Sein Vater, Ex-Profi Mauricio Gaudino (u. a. Eintracht Frankfurt und VfB Stuttgart), sitzt im Wirtschaftsrat des VfR Aalen.