DAX -0,22 % 25.099,00 Pkt 18:00:00 MDAX -0,05 % 31.965,53 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +1,14 % 6.280,94 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,52 % 51.947,25 Pkt 23:26:43 S&P 500 -1,16 % 7.411,98 Pkt 23:26:35 Nasdaq -2,78 % 24.975,82 Pkt 23:15:59 Nikkei -2,73 % 64.611,15 Pkt 08:45:03 Gold +0,08 % 4.070,80 USD 22:59:59 Silber +0,43 % 58,91 USD 22:59:55 Brent 0,00 % 96,78 USD 22:59:55 WTI 0,00 % 89,31 USD 22:59:59 Bitcoin +0,21 % 64.443,67 USD 07:23:55 EUR/USD -0,32 % 1,13750 USD 23:29:21 EUR/GBP 0,00 % 0,85320 GBP 06:49:20 EUR/CHF +0,06 % 0,92970 CHF 06:49:20 EUR/JPY +0,08 % 186,245 JPY 23:29:21

Offenbar Schaden in Milliardenhöhe: Ukraine greift „russisches Amazon“ an

Welt

Wieder waren am Wochenende Bilder großer Rauchsäulen in Russland zu sehen. Sie sind zu einem gewohnten Anblick geworden, weil die Ukraine seit Monaten ihre Langstreckendrohnen in russische Ölraffinerien lenkt. Weitere typische Ziele waren bisher andere kriegswichtige Einrichtungen, etwa Fabriken für Bauteile von Raketen. In der Nacht auf Samstag jedoch attackierte die Ukraine zwei Logistikzentren des größten russischen Onlinehändlers Wildberries. Er arbeitet ähnlich wie der – in Russland nicht aktive – US-Versandhändler Amazon. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte am Samstag die Attacken auf die Wildberries-Lager in den Oblasten Moskau und Tambow. Die Zentren seien für die Lieferung sanktionierter Bauteile für die Drohnenproduktion und Navigationsgeräte genutzt worden. Russischen Angaben zufolge starben acht Mitarbeitende des Unternehmens, mehr als 80 weitere wurden verletzt. Auch der Sachschaden ist offenbar groß: 350.000 Quadratmeter Lagerfläche – sieben Prozent der Lagerfläche des Unternehmens – seien zerstört worden, schätzt die Moskauer Tageszeitung „Wedomosti“. Der Gesamtschaden – inklusive der vernichteten Waren – belaufe sich auf bis zu 50 Milliarden Rubel, das sind umgerechnet gut 557 Millionen Euro. Andere Quellen wie das unabhängige russische Medium „iStories“ gehen von einem Schaden von umgerechnet mehr als einer Milliarde Euro aus. Die Reparatur der Schäden wird laut „Wedomosti“ ein bis zwei Jahre dauern. Nicht berücksichtigt wurden Einnahmeausfälle durch die Unterbrechung der Logistikprozesse. Das unabhängige russische Medium „The Bell“ glaubt nicht, dass die Geschäfte von Wildberries durch die Angriffe brachliegen werden. Allerdings könnte es ausgerechnet im Großraum Moskau zu Einschränkungen kommen, dem bevölkerungsreichsten Gebiet im Land. Genau hier spüren die Menschen den Ukraine-Krieg inzwischen ohnehin schon, da Drohnenattacken alltäglich geworden sind und der Treibstoff knapp geworden ist. Keine Haftung bei Drohnenschäden Auch Verkäufer nutzen die Plattform Wildberries, die dann nur als Vermittler der Geschäfte auftritt. Das Online-Portal „Meduza“ berichtet in diesem Zusammenhang über eine erst am 7. Juli in Kraft getretene Vertragsklausel: Im Falle von Schäden an der Ware durch Drohnenangriffe übernimmt Wildberries demnach keine Haftung. Offensichtlich hat sich das Unternehmen gerade noch rechtzeitig für die neue Kriegsrealität abgesichert. Das US-Institut für Kriegsstudien (ISW) verweist darauf, dass sich die gesellschaftlichen Spannungen in Russland bei weiteren Attacken der Ukraine auf Logistikzentren verschärfen könnten. Die damit einhergehenden Unannehmlichkeiten „treten vor dem Hintergrund anhaltender wirtschaftlicher Probleme in Russland und sinkender Zustimmungswerte für den russischen Präsidenten Wladimir Putin auf“. (TMA/dpa/Reuters) Hinweis: Bei der Übersetzung zweier russischer Artikel, auf die im Text verwiesen wird, kam künstliche Intelligenz zum Einsatz. In einer vorherigen Version hatte es einen Fehler bei der Größenangabe der Lagerfläche gegeben. Wir haben dies korrigiert.

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