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Offene ICE-Tür bei Karlstadt: Feuerwehr nennt neue Details zum Großeinsatz

Nation

Am Dienstagabend ging gegen 19.50 Uhr der Notruf bei den Rettungskräften ein, berichtete Benedikt Rottmann, Pressesprecher der Kreisbrandinspektion Main-Spessart. Die Erstmeldung verhieß nichts Gutes: Es bestand der Verdacht, dass Personen von einem Zug erfasst worden sein könnten. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte am Eingangsportal des Schönraintunnels bei Karlstadt in Unterfranken stellte sich die Lage jedoch anders dar. Der Schnellzug ICE 528 stand nach einer Notbremsung mitten im Tunnel. Wie sich herausstellte, lag ein schwerwiegender technischer Defekt vor: Während der Fahrt hatte sich eine Waggontür geöffnet.

Der ICE war mit rund 150 bis 200 Kilometern pro Stunde unterwegs, als sich die Verriegelung löste. Durch die hohe Geschwindigkeit und den enormen Druckunterschied befürchteten die Helfer das Schlimmste: „Hier musste man natürlich davon ausgehen, dass durch den Windzug eventuell Passagiere nach draußen gezogen wurden“, erklärte Rottmann. Der Lokführer stoppte den Zug umgehend.

Suchaktion mit Drohnen, Hubschrauber und Spürhunden

Um jegliche Gefahr für Fahrgäste auszuschließen, leiteten die Rettungskräfte eine großangelegte Suchaktion im und um den Schönraintunnel ein. Das unwegsame Gelände und die Dunkelheit machten den Einsatz extrem aufwendig.

„Alltäglich? Auf keinen Fall“, betonte Rottmann. Zu Spitzenzeiten waren knapp 300 Einsatzkräfte von Feuerwehr, BRK, THW, Landes- und Bundespolizei im Einsatz. Unterstützt wurden sie von mehreren Drohnen mit Wärmebildkameras, einem Polizeihubschrauber, Rettungshunden und dem Bahn-Rettungszug aus Würzburg. Nach mehrfachem Absuchen des Geländes folgte die Erleichterung: Es wurde glücklicherweise niemand gefunden.

Laufende Ermittlungen der Bundespolizei

Nach Berichten der Tagesschau zufolge, fahndet die Bundespolizei nun nach einer tatverdächtigen Person. Nach ersten Ermittlungen wurde die Notentriegelung der Tür manuell betätigt. Die Beamtinnen und Beamten ermitteln deshalb wegen des Verdachts auf Missbrauch von Nothilfeeinrichtungen. Eine technische Störung gab es nach Angaben einer Sprecherin der Deutschen Bahn nicht, wie die Tagesschau weiter meldet.

Weiterreise nach Polizeikontrolle

Nach der Entwarnung konnte der Schnellzug aus eigener Kraft langsam in den Bahnhof Lohr am Main weiterrollen. Da der ICE aus zwei gekoppelten Zugteilen bestand, verlief die Evakuierung unterschiedlich: Während die Passagiere aus dem vorderen Zugteil sofort in bereitstehende Busse umsteigen konnten, gestaltete sich die Abwicklung im hinteren Zugteil aufwendiger.

Da sich die geöffnete Tür im zweiten Zugteil befand, mussten die Reisenden dort zunächst eine Polizeikontrolle durchlaufen. Anschließend durften auch sie ihre Heimreise per Bus antreten.

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