Offensive!? Warum Werder trotz Geldregen nicht groß einkaufen kann
DeichStube News Warum Werder Bremen trotz Coulibaly-Geldregen nicht groß einkaufen kann Von: Daniel Cottäus Es ist eine aktuell um Werder Bremen sehr häufig gestellte Frage: Warum kann der SVW die Millionen-Einnahmen aus Verkäufen nicht reinvestieren? Bremen – Es ist der Dominostein, auf dessen Fallen der SV Werder Bremen seit Monaten sehnlichst gewartet hat. Nun ist es passiert. Karim Coulibaly wechselt zum französischen Erstligisten RC Straßburg, was den Bremern eine Ablösesumme in Höhe von 20 Millionen Euro einbringt. Geld, das der Bundesligist dringend benötigt – das er nach Informationen der DeichStube aber nicht vollends in seinen Kader reinvestieren kann. Im Gegenteil: Um die noch angestrebten Transfers eines Mittelfeldspielers sowie eines Rechtsverteidigers – auf beiden Positionen ist Werder mit je einem Kandidaten in aussichtsreichen Gesprächen – tatsächlich umsetzen zu können, müssen weitere Transfereinnahmen, sprich: Verkäufe her. Fans rätseln: Warum kann Werder Bremen die Millionen aus dem Verkauf von Karim Coulibaly nicht investieren? Wie die DeichStube aus Vereinskreisen erfahren hat, reichen die Coulibaly-Millionen gerade soeben aus, um das laufende Geschäftsjahr – Stand jetzt – wirtschaftlich annähernd ins Positive zu rücken. Viel Spielraum für Verstärkungen ist aktuell nicht mehr vorhanden, obwohl Werder in Torhüter Mio Backhaus (für zwölf Millionen Euro zum SC Freiburg) und Mittelfeldspieler Romano Schmid (für acht Millionen Euro zu Frosinone Calcio) in diesem Sommer bereits vor Coulibaly zwei größere Verkäufe getätigt hat. Wie also ist die weiterhin vorhandene Geldnot zu erklären? Zum einen fallen die Backhaus-Millionen komplett ins abgelaufene Geschäftsjahr und gleichen dessen Bilanz aus. In die aktuelle Rechnung dürfen sie nicht mit einbezogen werden. Darüber hinaus hat Werder Bremen mit den Verpflichtungen von Karl Hein (Arsenal London) und Oskar Wojcik (Lechia Danzig) bereits sechs Millionen Euro an Ablöse investiert, zu denen Handgelder, Leihgebühren und Beraterhonorare für die übrigen Transfers (Itten, Chuki, Schlager, Reis, Soylu, Stalmach, Quetant, Dinkci, Füllkrug) kommen. Auch belasten die Kredite fürs Weserstadion, auf dem noch rund 50 Millionen Euro Verbindlichkeiten liegen, sowie stattliche Investitionen in die Infrastruktur die Bilanz. Warum Werder Bremen trotz Millionen-Verkäufen nicht auf Shoppingtour gehen kann Die Modernisierung des Leistungszentrums, der sich noch im Bau befindliche Fußballcampus und die Neugestaltung der hinteren Trainingsplätze werden insgesamt rund 40 Millionen Euro verschlingen. Geld, das erstmal wieder erwirtschaftet werden muss. Das Investorenbündnis, das Anfang 2024 für 38 Millionen Euro insgesamt 18 Prozent der Anteile an der ausgegliederten Kapitalgesellschaft erwarb und 2026 für vier weitere Millionen auf 19,39 Prozent erweitert wurde, ändert daran nichts. Ein großer Teil des Investorengeldes ist in die Weiterentwicklung der Mannschaft sowie in die Infrastruktur geflossen, mit dem Rest hat Werder Bremen sein Eigenkapital erhöht, das nach den Verlusten von 7,4 Millionen Euro am Ende des Geschäftsjahres 2024/25 von 22,3 auf 14,9 Millionen Euro gesunken ist. Da sich Werder Bremen in der Hauptsache durch TV-Geld und eben Transfererlöse finanziert (wie viele andere Vereine auch), müssen die Einnahmen aus Spielerverkäufen mehrere Bereiche bedienen und am Laufen halten. Nur so funktioniert das Geschäftsmodell. Neu ist das am Osterdeich freilich nicht, was sich neben der Einkaufspolitik auch an der Entwicklung des Gehaltsbudgets des Profikaders zeigt. Große Sprünge sind für Werder Bremen weder beim Gehaltsetat noch bei Transfers möglich Das hat sich in den vergangenen Jahren kaum verändert. In der ersten Saison nach dem Wiederaufstieg (2022/23) lagen die Gehaltskosten für die Bundesligamannschaft bei rund 35 Millionen Euro, ehe sie zur Saison 2023/24 moderat auf 40 Millionen erhöht wurden. Diese Summe wies Werder Bremen auch in seinem jüngsten Geschäftsbericht für die Serie 2024/25 aus. 2025/26 blieb der Wert ebenfalls unverändert. Große Sprünge sind für die Bremer weiterhin nicht möglich. Auch nach dem Coulibaly-Verkauf nicht. (dco)