Offiziell FC Bayern schnappt sich WM-Star Saibari - Einer, der gerne aneckt
Vielseitigkeit, Durchschlagskraft, Torgefahr - dem FC Bayern ist mit der Verpflichtung von Ismael Saibari ein außergewöhnlicher Coup gelungen. Für eine Ablösesumme von 55 Millionen Euro schließt sich der Offensivspieler dem deutschen Rekordmeister an. Nach sechs Jahren in Eindhoven wagt er den Schritt zu einem der besten Klubs der Welt. "Bereits als Kind träumt man, bei einem Verein wie dem FC Bayern einen Vertrag zu unterschreiben – jeder weiß, dass das einer der größten Clubs der Welt ist", lässt sich Saibari zitieren. Bei der laufenden WM in Nordamerika präsentiert sich der 25-Jährige von seiner besten Seite, erzielte schon drei Treffer. Die Vergangenheit offenbarte jedoch, dass Saibari auch anders kann. Saibari: "Man hielt mich für zu dick" Seinen Weg in den Fußball fand Saibari vor knapp 20 Jahren im örtlichen Verein von Terrassa, einem Vorort von Barcelona, der auch schon Ausnahmefußballer Xavi hervorgebracht hat. Als er sechs Jahre alt war, zog Saibaris Familie nach Belgien, wo er und sein älterer Bruder beim KVC Willebroek-Meerhof Fuß fanden. Über den Beerschot AC ging es für Saibari im Jahr 2013 weiter in die Jugendakademie des RSC Anderlecht. "Dort spielte ich zwei Jahre, bis man mir einen Tag vor Saisonbeginn sagte, ich könne gehen", erinnerte er sich in einem Interview mit Het Nieuwsblad. "Man hielt mich für zu dick." Peter Bosz, unter dem sich Saibari in den vergangenen drei Jahren bei der PSV Eindhoven eindrucksvoll entwickelte, quittierte diese Anekdote mit einem Lächeln. "Wenn man ihn mal mit nacktem Hintern sieht, dann sieht man, was für Muskeln er hat", scherzte er bei Ziggo Sport. Bosz schwärmt von Saibari Die Zahlen sprechen für sich: In den beiden vergangenen Spielzeiten kam Saibari in 81 Pflichtspielen für Eindhoven auf 34 Tore und 23 Vorlagen. Die zwei jüngsten von drei Meisterschaften in Folge trugen vor allem seine Handschrift. Der Rechtsfuß zeichnete sich dabei durch eine unheimliche Vielseitigkeit aus. "Zuerst dachte ich, ich bekäme einen zusätzlichen Rechtsaußen. Dann schaut man ihm zu und merkt, dass er eigentlich ein offensiver Mittelfeldspieler ist", schwärmte Bosz auf einer Pressekonferenz im April. "Er hat etwas, das andere Spieler vielleicht nie erreichen: diese unglaubliche Kraft. Er versteht es, diese Kraft mit Technik zu verbinden. Und wenn man dann noch Spielverständnis hat, ist man ein nahezu kompletter Spieler." Neue Optionen für Kompany Eine Qualität, die sich der FC Bayern fortan zueigen macht. Ob auf der Zehn, dem linken Flügel oder im Sturmzentrum - der Kader wird um einen waschechten Alleskönner ergänzt. Somit bieten sich Trainer Vincent Kompany viele neue Optionen in der Offensive. Saibari kann als Alternative für Harry Kane dem englischen Superstürmer eine Verschnaufpause verschaffen oder als kräftiger Zehner den nötigen Punch in das Schlussdrittel mitbringen. Abgesehen davon wird der Konkurrenzkampf auf ein völlig neues Niveau gehoben: Einen Spieler, der nur als Bankdrücker eingeplant ist, würde sich der FC Bayern keine 55 Millionen Euro kosten lassen. Unpünktlichkeit und Handtuch-Affäre: Saibari eckt gerne an Mit Saibari holen sich die Münchner aber auch einen Spieler in die Mannschaft, der gerne mal aneckt. Vor dem Achtelfinal-Rückspiel der Champions League gegen Arsenal im März 2025 warf Bosz ihn etwa aus dem Kader. "Ich habe ihn im Hotel zurückgelassen. Er war zum x-ten Mal zu spät", verwies der 62-Jährige auf die etwas durchwachsene Disziplin Saibaris. "Irgendwann muss das aufhören." Für weitere Schlagzeilen sorgte er beim Afrika-Cup im vergangenen Winter. Nachdem Saibari im Finale gegen Senegal ausgewechselt worden war, rückte er im Zuge des "Towel Gate" in einen unrühmlichen Fokus. Der Offensivstar versuchte den senegalesischen Ersatztorwart Yehvann Diouf daran zu hindern, Keeper Edouard Mendy ein Handtuch zu reichen - das bei strömendem Regen durchaus wichtig war. Das Drama zog sich so lang weiter, bis Diouf von vier Balljungen zu Boden gezerrt wurde. Saibari spielte an jenem Abend eine alles andere als vorbildhafte Rolle, für die er sich im Nachgang öffentlich entschuldigte. Saibari macht Lust auf mehr Bei der laufenden WM in Nordamerika will er umso mehr mit sportlichen Schlagzeilen auffallen. Im Sechzehntelfinale gegen die Niederlande verwandelte Saibari den entscheidenden Elfmeter zum Weiterkommen. Mit dem WM-Vierten von 2022 und amtierenden Afrika-Cup-Champion verfolgt Saibari große Träume - durch die er sich den nötigen Rückenwind für seine Zukunft in München und den Konkurrenzkampf mit Michael Olise, Luis Díaz und Co. sichern will. Quelle: BR24Sport im Radio 01.07.2026 - 16:54 Uhr