Offshore-Windpark He Dreiht: Deutschlands größter Windpark auf See offiziell eröffnet
Der Energieversorger EnBW hat den Nordsee-Windpark He Dreiht offiziell eröffnet. Deutschlands größte, rund 110 Kilometer vor Helgoland gelegene Offshore-Windkraftanlage war schon zuvor im Teilbetrieb. EnBW zufolge haben mehr als zwei Drittel der Turbinen bislang Strom eingespeist. Seine volle Kapazität soll der Windpark nach Angaben des Unternehmens im Oktober erreichen.
Die 64 Windkraftanlagen des dänischen Herstellers Vestas weisen eine Gesamtleistung von 960 Megawatt auf. Damit macht He Dreiht fast ein Zehntel aller Offshore-Windräder in Deutschland aus, deren Leistung zum Ende des ersten Halbjahres mit 10,8 Gigawatt beziffert wurde und damit einen Höchstwert erreichte. Rechnerisch kann die Anlage rund 1,1 Millionen Haushalte mit Strom versorgen.
Bis 2030 strebt die Bundesregierung eine Leistung von 30 Gigawatt durch Offshore-Windanlagen an, bis 2045 soll der Wert auf 70 Gigawatt steigen. An Land soll die Leistung bis 2030 auf 115 Gigawatt und bis 2040 auf 160 Gigawatt steigen.
Ausbau von Wind- und Solarkraft verläuft langsamer als geplant
Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) sagte, He Dreiht mache Deutschland weniger abhängig von fossiler Energie. »In der Entwicklung der Offshore-Windenergie liegt enormes wirtschaftliches Potenzial für die Küstenregion, aber auch für den Wirtschaftsstandort Deutschland insgesamt«, sagte Schneider. Stefan Thimm, Geschäftsführer des Bundesverbands Windenergie Offshore, sprach von einem großen Sprung für die Windkraftenergie auf See in Deutschland.
Nach Angaben von EnBW wurden rund 2,4 Milliarden Euro in den Windpark investiert. Der Energieversorger schloss dabei Stromlieferverträge mit mehreren anderen Unternehmen ab. Das Projekt sei ohne staatliche Subventionen umgesetzt worden.
Seit Jahresbeginn sind in Deutschland 622 Windräder errichtet worden. Damit wurde, Stand Mitte September, eine Leistung von 2,9 Gigawatt neu installiert. Das entspricht weniger als 40 Prozent des Jahresziels von 7,8 Gigawatt an zusätzlicher Leistung. Auch der Ausbau der Solarkapazität verläuft vergleichsweise langsam: Von zusätzlichen 22 Gigawatt an Leistung sind bis Mitte September lediglich 11,4 Gigawatt neu installiert worden.
Fast 60 Prozent des Stroms stammen aus erneuerbaren Quellen
Die Leistung der Wind- und Solaranlagen in Deutschland unterliegt saisonalen und täglichen Schwankungen. In vielen Monaten kommt mehr als die Hälfte des in Deutschland erzeugten Stroms aus erneuerbaren Energien, wozu auch Wasserkraft und Biomasse gehören.