Ohne IsoSpeed und runter bis 6,63 kg
Trek Domane Gen 5: Infos und Preise Schon das 2022 vorgestellte Domane Gen 4 hatte gegenüber seinem Vorgänger deutlich abgespeckt und dabei das vordere IsoSpeed gestrichen. Gen 5 geht den Weg jetzt konsequent weiter: Auch das hintere IsoSpeed und das integrierte Staufach verschwinden. Dafür gibt es ein leichteres Chassis, klassische runde Sattelstützen und mehr Platz für Reifen. Bemerkenswert ist auch die Preisentwicklung. Das neue Domane SL 5 Gen 5 steht in Deutschland mit 2.499 € in der Liste und damit 300 € unter dem zuletzt aufgerufenen Preis des SL 5 Gen 4. Das neue SL-Rahmenset kostet 1.999 €. Am anderen Ende reicht die Palette bis zum 12.999 € teuren Jubiläumsmodell No. 76. Einsatzbereich Endurance, Allroad und leichter Gravel-Einsatz Rahmen 500 Series OCLV Carbon beim SL, neue 900 Series OCLV Carbon beim SLR IsoSpeed entfällt vollständig Rahmengewicht SLR 835 g in ML, unlackiert, laut Hersteller Gabelgewicht SLR 367 g, unlackiert, laut Hersteller Rahmengewicht SL 1.055 g in ML, unlackiert, laut Hersteller Gabelgewicht SL 442 g, unlackiert, laut Hersteller Leichtestes Komplettrad Domane SLR 9 AXS 1x Gen 5 mit 6,63 kg laut Hersteller Reifenfreiheit maximal 40 mm ohne Schutzbleche, 35 mm mit Schutzblechen Serienreifen überwiegend 35 mm; SLR 9 AXS 1x mit 28 mm Sattelstütze klassische 27,2-mm-Carbonstütze, beim SLR und höheren SL-Modellen als Compliance Tuned RSL Rahmengrößen XS, S, M, ML, L und XL, jeweils mit 700C Weitere Details UDH, T47-Tretlager, abnehmbarer Umwerfersockel, Schutzblechösen sowie Aufnahmen für Oberrohr- und Rahmentaschen Verfügbarkeit ab sofort www.trekbikes.com Preis Trek Domane SL Gen 5 Rahmenset: 1.999 € Preis Trek Domane SL 5 Gen 5: 2.499 € Preis Trek Domane SL 6 AXS Gen 5: 3.999 € Preis Trek Domane SL 7 AXS 1x Gen 5: 4.999 € Preis Trek Domane SLR 7 Gen 5: 6.999 € Preis Trek Domane SLR 7 AXS Gen 5: 7.499 € Preis Trek Domane SLR 9 Gen 5: 9.999 € Preis Trek Domane SLR 9 AXS Gen 5: 10.499 € Preis Trek Domane SLR 9 AXS 1x Gen 5: 10.499 € Preis Trek Domane SLR 9 AXS No. 76 Gen 5: 12.999 € IsoSpeed raus: Wo kommt der Komfort jetzt her? Die auffälligste Änderung sitzt dort, wo nun nichts mehr sitzt. Beim Gen 4 blieb nach dem Wegfall der Front-Entkopplung noch ein IsoSpeed-Element am Heck übrig. Gen 5 verzichtet komplett darauf. Der Rahmen wird konstruktiv einfacher und der Komfort auf drei andere Bausteine verteilt: Carbon-Layup, Sattelstütze und Reifen. Rahmen und Gabel wurden neu entwickelt. Das SLR wechselt dabei von 800 auf 900 Series OCLV Carbon, während das SL weiterhin auf 500 Series OCLV Carbon setzt. Laut Trek ist der SLR-Rahmen so ausgelegt, dass er vertikal nachgiebig bleibt, unter Pedallast aber steifer wird. Im von Trek verwendeten Pedalsteifigkeits-Test nach Tour-Magazin-Protokoll liegt das Gen 5 laut Whitepaper 6 % über dem Gen 4 und damit zwischen dem bisherigen Domane und dem aktuellen Madone Gen 8. Die zweite Stellschraube ist deutlich unspektakulärer als IsoSpeed: Trek kehrt zu einer runden Sattelstütze mit 27,2 mm Durchmesser zurück. Bei der neuen RSL-Version wurden Form und Carbon-Layup gezielt auf vertikalen Flex abgestimmt, während sie seitlich ausreichend steif bleiben soll. Der innere Querschnitt der Stütze ist dafür nicht einfach kreisrund ausgeführt. Baustein Nummer drei sitzt direkt auf der Straße. Fast alle für Europa relevanten Serienmodelle kommen mit 35 mm breiten Bontrager Kwaremont Reifen. Das besonders auf Gewicht getrimmte SLR 9 AXS 1x bildet mit 28 mm breiten Pirelli P Zero Race RS die klare Ausnahme. Das außerhalb Europas angebotene SL 4 steht laut Ausstattungsliste auf 32 mm. Treks Labortest: fast gleiche Vibrationswerte ohne IsoSpeed Trek hat Gen 4 und Gen 5 nicht nur über eine statische Durchbiegung von Rahmen und Sattelstütze verglichen, sondern auf einem speziellen Laufband mit rauer Oberfläche getestet. Kräfte und Bewegungen wurden dabei an Sattel und Lenker erfasst. Die Testreihen liefen mit verschiedenen Geschwindigkeiten und Reifendrücken. Mit 35-mm-Reifen liegt das Gen 5 nach diesen Messungen beim gesamten auf den Fahrer übertragenen Vibrationsniveau innerhalb von 5 % des Gen 4 mit IsoSpeed und 32-mm-Reifen. Das ist eine Hersteller-Messung und noch kein unabhängiger Komforttest, erklärt aber, warum Trek das technisch aufwendigere Gelenk streichen konnte, ohne den Komfortanspruch des Domane gleich mit zu entsorgen. Bei den eigenen Effizienztests argumentiert Trek ähnlich: Gegenüber dem bisherigen 32-mm-Setup kostet der neue 35-mm-Reifen im Aero-Test bei rund 32 km/h 0,9 Watt, soll beim Rollwiderstand aber 1,5 Watt einsparen. Die Werte stammen aus unterschiedlichen Messverfahren mit an das größere Reifenvolumen angepasstem Luftdruck. Einen nennenswerten Geschwindigkeitsnachteil schreibt Trek den breiteren Reifen deshalb nicht zu. Leichter: 835-g-SLR-Rahmen und 6,63-kg-Topmodell Das Streichen von IsoSpeed und Staufach zeigt sich vor allem auf der Waage. Für den unlackierten SLR-Rahmen in Größe ML stehen 835 g in Treks Gewichtsdaten, die zugehörige Gabel kommt auf 367 g. Trek beziffert die Ersparnis des SLR-Rahmensets gegenüber Gen 4 mit 305 g. Beim günstigeren SL sind es 1.055 g für den ebenfalls unlackierten ML-Rahmen und 442 g für die Gabel. Gerade hier ist die Gewichtsreduktion interessant, weil das Konzept ansonsten keineswegs auf einen minimalistischen Rennrahmen zusammenschrumpft: Schutzblechösen, Taschenaufnahmen, interne Leitungsführung und 40 mm Reifenfreiheit bleiben an Bord. Am deutlichsten führt das Domane SLR 9 AXS 1x die neue Richtung vor. Trek gibt das komplette Rad mit 6,63 kg an. Es kombiniert SRAM Red AXS XPLR mit 1×13-Antrieb, 44-Zähne-Kettenblatt und 10–46-Kassette mit einem integrierten Aero RSL Road Cockpit, Aeolus RSL 37 Laufrädern und 28-mm-Pirelli-Reifen. Damit liegt das Endurance-Bike auf dem Papier sogar unter dem UCI-Mindestgewicht für Rennräder. 40 mm Reifenfreiheit statt Rahmen-Kofferraum Ein Teil der neuen Einfachheit kostet allerdings Stauraum. Das Unterrohrfach des Gen 4 ist beim neuen Carbon-Domane nicht mehr vorgesehen. Stattdessen gibt es Verschraubungen für eine Oberrohrtasche und zusätzliche Aufnahmen im Rahmendreieck. Trek bietet dafür dreieckige Taschen mit 1,0 bis 1,6 l Volumen abhängig von der Rahmengröße an. Bei der Reifenfreiheit legt das Domane dagegen zu. Waren beim Gen 4 offiziell bis zu 38 mm vorgesehen, nennt das Service Manual für Gen 5 maximal 40 mm ohne Schutzbleche. Werden Fender montiert, bleiben 35 mm. Das passt gut zur neuen Serienausstattung: Die meisten Modelle kommen direkt mit 35-mm-Kwaremont-Reifen. Der Rahmen bleibt dabei bewusst zwischen Rennrad und Gravelbike. UDH und ein abnehmbarer Umwerfersockel machen sowohl 1x- als auch 2x-Aufbauten möglich, das verschraubte T47-Innenlager bleibt. SL-Rahmen nehmen auch mechanische Schaltungen auf; beim SLR ist die Leitungsführung ausschließlich für elektronische Antriebe ausgelegt. Geometrie: bekannter Rahmen, höheres Cockpit Bei der eigentlichen Rahmengeometrie erfindet Trek das Domane nicht neu. Die Road-Endurance-Geometrie des Gen 4 bleibt grundsätzlich erhalten, wird aber von den bisher neun numerischen Größen auf sechs Größen von XS bis XL überführt. Größe M steht beispielsweise bei 374 mm Reach und 575 mm Stack, ML bei 377 und 596 mm. Die Sitzposition ändert sich trotzdem: Der neue Bontrager Riser-Lenker bringt die Griffposition an den Hoods um 20 mm nach oben. Dazu kommt ein leichter Backsweep im Oberlenker. Zwischen der Breite an den Hoods und im Unterlenker liegen 4 cm Unterschied, wodurch der Unterlenker für Abfahrten breiter ausfällt. Auch bei den Kurbeln setzt Trek auf inzwischen deutlich kürzere Maße. Abgesehen vom SL 4 bekommen XS und S 160 mm, M und ML 165 mm sowie L und XL 170 mm lange Kurbeln. Zusammen mit dem Riser-Lenker verschiebt Trek damit nicht die nackten Rahmenkoordinaten, wohl aber die tatsächliche Position des Fahrers auf dem Rad. Ausstattung: 105-Einstieg, zwei 1×13-Modelle und No. 76 In Deutschland beginnt die komplette Carbonserie beim 2.499 € teuren Domane SL 5. Es kombiniert den 500-Series-Rahmen mit mechanischer Shimano 105 2×12, Aluminium-Laufrädern und 35-mm-Kwaremont-Pro-Reifen. Das Herstellergewicht beträgt 8,84 kg. Beim SL 6 AXS für 3.999 € kommen SRAM Rival AXS und Aeolus Elite 50 Carbonlaufräder ins Spiel, das angegebene Gewicht sinkt auf 8,64 kg. Das 4.999 € teure SL 7 AXS 1x geht einen anderen Weg: SRAM Force XPLR AXS mit Powermeter, 44er-Kettenblatt, 10–46-Kassette und Aeolus Pro 51 bringen einen 1×13-Antrieb ins Domane-Programm. Trek nennt 8,14 kg. Ausstattung Trek Domane SL Bei den SLR-Modellen beginnt die Palette mit Shimano Ultegra Di2 für 6.999 € beziehungsweise SRAM Force AXS für 7.499 €. Die Herstellergewichte liegen bei 7,66 beziehungsweise 7,73 kg. Darüber folgen Dura-Ace Di2 und Red AXS; die beiden regulären SLR-9-Modelle stehen mit 7,34 und 7,29 kg in der Liste. Technisch aus der Reihe tanzt das bereits erwähnte SLR 9 AXS 1x für 10.499 €. Hier werden die 35-mm-Allroad-Reifen gegen 28-mm-Pirelli getauscht, das Riser-Cockpit weicht einem integrierten Aero-RSL-Lenker und die 2x-Schaltung einer Red-XPLR-1×13-Gruppe. Ergebnis sind die angegebenen 6,63 kg – rund 660 g weniger als beim ebenfalls 10.499 € teuren Red-2x-Modell. Zum 50-jährigen Trek-Jubiläum kommt außerdem das Domane SLR 9 AXS No. 76. Weltweit sind 124 Stück angekündigt. Heritage Blue, historische Trek-Logos und spezielle Details an Sattel und Lenkerband erinnern an das Gründungsjahr 1976. Technisch basiert die 12.999 € teure Edition auf dem Red-AXS-2x-Aufbau und wiegt laut Trek 7,19 kg. Die SLR-Plattform zieht außerdem in Project One ein. Neben den Lackierungen lassen sich dort unter anderem Lenkerbreite, Vorbaulänge, Kurbellänge und Laufräder konfigurieren. Ausstattung Trek Domane SLR Ist das Ende von IsoSpeed für euch der richtige Schritt, wenn breite Reifen, Rahmen und Sattelstütze ähnliche Komfortwerte liefern – oder verliert das Domane damit genau das Feature, das es bislang besonders gemacht hat?