Ohne Preiserhöhung: Müslikönigin macht Packungen wieder voller
TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen
Elmshorn – Es war ein extrem ungewöhnlicher Schritt! Ein deutschlandweit bekannter Hersteller senkte die Füllmenge seiner Produkte deutlich, ließ den Preis gleichzeitig unverändert. Die Chefin verkündete den Schritt aber persönlich und transparent auf Instagram, begründete die schlechte Nachricht mit stark gestiegenen Rohstoffpreisen. Nun dreht Müsli-Riese Kölln den Schritt zurück, packt bis zu 25 Prozent mehr Inhalt in die Packungen, ohne den Preis anzuheben.
„Wir versprechen uns davon, dass Menschen uns weiter vertrauen. Es ist eine Investition in die Glaubwürdigkeit der Marke. Eben keine Marke, die auf Kosten der Konsumenten ihren Gewinn maximiert“, sagt Kölln-Chefin Friederike Driftmann (34), die das 1820 gegründete Unternehmen in siebter Generation führt, zu BILD.
Konkret geht es um sieben Schoko-Müslis: Je nach Sorte steigt die Füllmenge um bis zu 25 Prozent. So sind beim „Knusper Schoko & Keks Kakao“ künftig 500 statt 400 Gramm drin (plus 25 Prozent), beim „Knusper Schoko Feinherb“ 500 statt 410 Gramm (plus rund 22 Prozent). Andere Sorten wachsen von 450 auf 500 Gramm Inhalt (plus 11,1 Prozent).
Lebensmittel sind für viele Verbraucher deutlich teurer geworden, allein im September lag die Inflation bei 3,3 Prozent – doch beim Müsli gibt es jetzt wieder mehr fürs gleiche Geld? Entscheidend für Kölln sind die Weltmarktpreise für Kakao. Vor gut einem Jahr hatten sie dazu geführt, dass Kölln die Füllmengen in den Schoko-Müslis senkte, jetzt sind sie wieder gesunken und die Füllmengen gestiegen.
Chefin verkündete Schritt emotional
Damals offenbarte die Müsli-Königin aus Elmshorn bei Hamburg, dass viele Produkte nicht mehr kostendeckend produziert werden können. Sie entwaffnend offen: „Und wir haben als Familienunternehmen eben keinen großen Finanzapparat hinter uns, der in solchen Krisen helfen kann.“
Warum änderte sie nicht stillschweigend die Füllmengen? „Ein extrem sensibles Thema. Für mich war klar, dass wir das nicht einfach so machen dürfen, sondern die Community und unsere treuen Kunden mitnehmen. Für mich ist das Ganze nicht nur ein Thema der Preisgebung, sondern der Markenführung.“
„Menschen und ihre Kritik ernst nehmen“