Öko-Test prüft Vitamine für Schwangere: 15 von 19 Präparaten fallen durch
Jod und Folsäure: Öko-Test findet Abweichungen
Öko-Test hat 19 Präparate für Schwangere genau untersucht. Bei einem Produkt von Doppelherz überstieg dabei der gemessene Jodgehalt deutlich die deklarierte Menge. Dagegen lagen bei zwei anderen Produkten die gemessenen Folsäuregehalte deutlich unter dem, was drin sein sollte.
Bei einem Kombiprodukt sollen im ersten Schwangerschaftsdrittel zwei Kapseln, danach eine eingenommen werden, was dann eine zu geringe Jodzufuhr bedeutet, kritisiert Öko-Test weiter. Der Test zeigt zudem, dass einige Präparate zahlreiche weitere Vitamine und Mineralstoffe enthalten, die Schwangere nicht pauschal zusätzlich benötigen. Getestet wurden Kombinationspräparate.
15 von 19 Produkten schneiden schlecht ab
„Dabei stört uns nicht allein die Tatsache, dass vieles von dem, was die Hersteller in ihre Vitaminpräparate mischen, ohne ärztlich diagnostizierten Mangel und bei ausgewogener Ernährung gar nicht zwangsläufig nötig ist, sondern auch, dass teilweise bis zu sechs Nährstoffe pro Produkt überdosiert sind“, so das Verbraucherschutzmagazin.
Nur rund ein Viertel der getesteten Nahrungsergänzungsmittel halte die Höchstmengenempfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) für alle enthaltenen Nährstoffe ein. Am häufigsten war Vitamin B6 überdosiert. Mehr als die Hälfte der untersuchten Präparate überschreite die Höchstmengenempfehlung von 6 mg Eisen pro Tag (wobei auch Eisen nicht generell in der Schwangerschaft auf eigene Faust supplementiert werden sollte). Öko-Test wertete außerdem bestimmte Bindemittel, Füllstoffe und Süßungsmittel ab.
Am Ende erhalten nur zwei der 19 Präparate die Note ‚gut‘. 15 schneiden ‚mangelhaft‘ oder ‚ungenügend‘ ab.
Welche Vitamine und Mineralstoffe Schwangere wirklich brauchen
Die Einnahme von Folsäure und Jod in der Schwangerschaft wird eindeutig empfohlen – aber richtig dosiert. Das bedeutet ab dem Kinderwunsch (mindestens vier Wochen vor der Empfängnis) und im ersten Schwangerschaftsdrittel 400 μg Folsäure täglich, bei ungeplanten Schwangerschaften 800 μg täglich. Die Empfehlung zur zusätzlichen Einnahme von Folsäure bezieht sich vor allem auf die Zeit vor der Empfängnis und auf das erste Schwangerschaftsdrittel. Jod soll über die gesamte Schwangerschaft mit 100 bis 150 μg supplementiert werden; Schwangere mit Schilddrüsenerkrankungen sprechen dies mit ihrem Arzt ab.
Veganerinnen wird eine Vitamin-B12-Einnahme empfohlen. Und falls ein nachgewiesener Mangel bei anderen Vitaminen, Mineralstoffen oder Spurenelementen vorliegt, sollte dieser natürlich ausgeglichen werden. Weitere Nährstoffe sollten Schwangere gezielt ergänzen, wenn dafür ein individueller Bedarf besteht.