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Ökotest: Mineralwasser im Test - Das sind die Testsieger

Wirtschaft

Ein bisschen blubbern soll das Wasser schon, zu spritzig soll es aber nicht sein. Wer einen Mittelweg zwischen Classic und Still sucht, greift zu Medium-Mineralwasser, dem ein bisschen Kohlensäure zugesetzt ist. Dieses kann zum einen Zuhause mittels eines Wassersprudlers erzeugt werden. Zum anderen gibt es Dutzende Sorten zu kaufen. Doch welche überzeugen im Test? Ökotest hat sich dieser Frage angenommen. Wir stellen im GA-Verbraucherblick die Ergebnisse vor, geben einen Überblick über die Testsieger und die Testverlierer und verraten, was das Unternehmen des durchgefallenen Produkts dazu sagt.

Ob im Getränkemarkt, im Supermarkt, beim Discounter oder in der Drogerie, ob als Eigenmarke oder als Markenprodukt: Mineralwasser gibt es in unzähligen Sorten an unterschiedlichsten Orten zu kaufen. Und der Großteil der Produkte ist auch „sehr gut“. Das geht aus dem Test von Ökotest für die Juli-Ausgabe 2026 hervor. 56 Medium-Mineralwasser hat das Verbrauchermagazin im Labor untersuchen lassen – und kann einen Großteil davon empfehlen. 40 Wasser schneiden mit der Bestnote ab, weitere vier sind „gut“ und elf Produkte werden mit „ausreichend“ bewertet. Nur ein Wasser ist mit „mangelhaft“ durchgefallen.

Was Ökotest jedoch anmerkt: In vielen Produkten fand das beauftragte Labor per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS), besser bekannt als Ewigkeitschemikalien. „Und weil sie so weit verbreitet sind, ist es eigentlich kein Wunder, dass wir sie auch in Mineralwasser finden“, schreibt das Magazin im Testbericht. Bei einer der nachgewiesenen Ewigkeitschemikalien handelt es sich um Trifluoressigsäure (TFA), die in fast zwei Dritteln der Produkte nachgewiesen wurde – in den meisten Fällen jedoch in Spuren.

Notenabzüge gab es jedoch. Der Grund: Es gibt seit Januar einen EU-Grenzwert für PFAS für Wasser für den menschlichen Gebrauch, also für Trinkwasser. Diese Menge werde jeweils überschritten, schreibt Ökotest. Da es keine Grenzwerte für Mineralwasser gibt, orientierte sich Ökotest nach eigenen Angaben an diesem Grenzwert. Daran könnte sich aber zukünftig etwas ändern, TFA ist zur Gefahreneinstufung bei der Europäischen Chemikalienagentur eingereicht worden. Die Begründung: TFA sei sehr langlebig, fortpflanzungsgefährdend und sehr mobil in der Umwelt.

Die Untersuchung von Ökotest hat gleich Dutzende Testsieger hervorgebracht. Dabei zeigt sich: Die bestmögliche Qualität bekommen Verbraucherinnen und Verbraucher schon für den kleinstmöglichen Betrag. Zwischen 19 Cent und 1,45 Euro pro Liter kosten die Produkte, die Ökotest untersucht hat. Und drei der günstigsten Medium-Mineralwasser, allesamt Eigenmarken, erhalten auch die Bestnote. Dazu gehören K-Classic Natürliches Mineralwasser Medium (erhältlich bei Kaufland), Quellbrunn Natürliches Mineralwasser Medium, Noé-Quelle (Aldi Süd) und Saskia Natürliches Mineralwasser Medium (Lidl). Das Besondere: In allen drei Produkten wurden keine Ewigkeitschemikalien nachgewiesen.

Nicht nur die Eigenmarken überzeugen im Test. Auch ein Produkt der wohl – einer Umfrage aus dem Jahr 2024 zufolge – bekanntesten Wassermarke Deutschlands erhält ein „sehr gut“. Das Mineralwasser Gerolsteiner Medium schneidet ebenfalls mit der Bestnote ab, auch wenn TFA in Spuren nachgewiesen wurde.

Bei der Untersuchung von Ökotest ist nur ein Produkt wegen seiner Inhaltsstoffe durchgefallen. Im Wasser Bad Harzburger Medium ist zum einen Arsen und zum anderen Ewigkeitschemikalien nicht nur in Spuren nachgewiesen worden. Arsen kann in anorganischer Form schon in kleinen Mengen Haut-, Lungen- und Harnwegstumore auslösen, wie die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) mitteilt. Eine langfristige Aufnahme könne Hautschäden sowie Entwicklungs- und Nervenstörungen zu Folge haben. Die gemessene Menge sei zwar nicht gesundheitsgefährdend, schreibt Ökotest zum Fund im Wasser. Sie schöpft den laut Mineral- und Tafelwasserverordnung erlaubten Gehalt aber zu mehr als der Hälfte aus. Dieser Nachweis sowie der erhöhte Fund von TFA führt in der Bewertung letztlich zum Notenabzug und zum Gesamturteil „mangelhaft“.

Der General-Anzeiger hat die Bad Harzburger Mineralbrunnen GmbH um eine Stellungnahme zum Testergebnis angefragt. Das Unternehmen teilt zunächst mit, dass es sich bei natürlichem Mineralwasser um ein Naturprodukt handelt, welches aus einem geschützten unterirdischen Wasservorkommen stammt und diese Bezeichnung nur tragen darf, wenn strenge gesetzliche Vorgaben erfüllt sind. Das Produkt spiegelt die geologischen Eigenschaften seines Ursprungs wider, eine chemische Aufbereitung ist nicht zulässig.

Zum Test selbst schreibt Sprecherin Tanja Quante, dass die Abwertung von Ökotest auf den „angewandten eigenen Bewertungskriterien“ beruhe. Sie stellt zugleich klar, dass das Mineralwasser „alle geltenden lebensmittelrechtlichen Anforderungen“ erfüllt. Zugleich werden die Ergebnisse „sehr ernst“ genommen. „Die Sicherheit und Qualität unserer Produkte haben für uns höchste Priorität.“ Aus diesem Grund werden die Ergebnisse sorgfältig geprüft, das Unternehmen steht im engen Austausch mit den beteiligten Fachstellen. „Verbraucherinnen und Verbraucher können sich darauf verlassen, dass unser Mineralwasser alle geltenden gesetzlichen Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen erfüllt“, betont sie.

Im vergangenen Jahr hat Ökotest bereits 53 stille Mineralwasser unter die Lupe genommen. In fast allen Produkten fand das Labor Rückstände von Trifluoressigsäure (TFA) – einer sogenannten PFAS-Verbindung (Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen). Allerdings: Mehr als die Hälfte der getesteten stillen Mineralwasser schnitt mit „sehr gut“ oder „gut“ ab. Das natürliche Mineralwasser von der Edeka-Eigenmarke Gut&Günstig fällt im Test mit der Note „ungenügend“ durch. Ähnlich beurteilte Ökotest auch das stille Mineralwasser Naturalis von Netto. Was das Verbrauchermagazin kritisiert und welche günstigen Produkte sehr gut abschneiden, lesen Sie im Verbraucherblick zu stillem Mineralwasser.

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