Oktoberfest-News 2026: Mehr als 600 Sanitäter-Einsätze am letzten Tag - Wiesn-Mitarbeiter nach Unfall außer Lebensgefahr
OktoberfestMehr als 600 Sanitäter-Einsätze am letzten Tag – Wiesn-Mitarbeiter nach Unfall außer Lebensgefahr
5. Oktober 2026, 13:19 Uhr
Zum Wiesn-Abschluss hat die Aicher Ambulanz ordentlich zu tun. Die Polizei äußert sich zum Zustand des Mannes, der sich an einer Schiffschaukel verletzt hatte. Eindrücke vom Ende eines Rekord-Oktoberfests.
Alle Entwicklungen im Liveblog
Neben eigenen Recherchen verwenden wir für diesen Liveblog Material der Nachrichtenagentur dpa.
Wichtige Updates
Wiesn-Mitarbeiter nach Unfall außer Lebensgefahr
Der letzte Abend und das große Aufräumen
Aus is!
Vorfall beim Böllerschießen: Schuss geht nach vorne
Münchens OB Dominik Krause ist begeistert
Wiesn-Mitarbeiter nach Unfall außer Lebensgefahr
Der 47-Jährige, der am Sonntagmorgen bei einem Betriebsunfall auf der Oidn Wiesn schwer verletzt worden ist, schwebt nach Angaben der Polizei vom Montagmittag nicht mehr in unmittelbarer Lebensgefahr. Der Mitarbeiter der Schiffsschaukel war gegen 10.15 Uhr von einer Schaukel getroffen worden und musste noch am Unfallort reanimiert werden, ehe er in ein Krankenhaus gebracht werden konnte. Dort wurde er wegen einer schweren Halswirbelverletzung behandelt.
Der Mann hatte sich der Polizei zufolge vermutlich in einem Bereich des Fahrgeschäfts aufgehalten, in dem er sich nicht hätte aufhalten dürfen. Die Ermittlungen zu dem Geschehen hat das für Betriebsunfälle zuständige Kommissariat 13 der Münchner Kripo übernommen. Nach einer zeitweiligen Schließung hatte die Schiffsschaukel am Sonntagabend den Betrieb wieder aufgenommen.
Der letzte Abend und das große Aufräumen
Zum Abschluss wurde auf der Wiesn noch mal richtig gefeiert, die Bedienungen tanzten auf den Tischen, die Wunderkerzen erhellten die Zelte und überall wurde noch mal zugeprostet und angestoßen. Danach begann das letzte große Aufräumen. Eindrücke vom Wiesn-Finale:
Viel los für die Sanitäter am letzten Wiesntag
Eine Wiesn geht leider nie ohne Verletzungen und Notfälle vorbei – das zeigt auch der letzte Tag. Die Aicher Amublanz, die auf dem Festgelände zuständig ist, hat mitgeteilt, sie sei am Sonntag mit mehr als 150 Einsatzkräften im Einsatz gewesen.
641 Patientinnen und Patienten habe sie am letzten Wiesntag versorgt, davon 565 in Behandlung. 342 davon seien Bagatellfälle gewesen. Mit Tragen mussten die Einsatzkräfte 131 Mal ausrücken. Ein Patient wurde im Anschluss an eine CT-Untersuchung in eine Münchner Klinik gebracht. Insgesamt mussten sieben Leute nach der Erstversorgung auf dem Wiesn-Gelände in ein Krankenhaus transportiert werden.
Johannes Simon
Aus is!
16 Tage Wiesn-Wahnsinn, sie sind nun also tatsächlich vorbei. In den Zelten feiern die Gäste, aber auch die Wirte, die Küchen und Bedienungen, dass es vorbei ist. Denn, wie sagt man so schön: Aus is und gar is, und schad is, dass’s wahr is. Aber keine Angst, in 349 Tagen heißt es auch schon wieder: Ozapft is! Der Oberbürgermeister jedenfalls, der diesen legendären Satz dann wohl wieder ausrufen wird, feiert gerade das Finale in der Bräurosl: Dominik Krause.
Johannes Simon
Ein letzter Abend auf der Wiesn
Sonntagabend. Das heißt: Ein letztes Mal - zumindest heuer - kann es rund gehen auf der Wiesn. Und die Menschen scheinen tatsächlich noch nicht genug zu haben: Es ist bei Weitem nicht so voll wie am gestrigen Samstag, aber das Gelände ist doch einmal mehr gut besucht - und startet mit großen Schritten ins Finale.
Foto: Jacqueline Lang
Vorfall beim Böllerschießen: Schuss geht nach vorne
Beim Böllerschießen zum Abschluss des Oktoberfests hat sich versehentlich ein Schuss gelöst. Auf einem Video ist zu sehen, wie bei den Schützen unterhalb der Bavaria ein Schuss nach vorn statt nach oben geht.
Es habe einen Fehlschuss gegeben, bestätigte Kommandant Werner Waschbichler der dpa. „Aufgrund der vorgegebenen Sicherheitsabstände ist nichts passiert.“ Es sei noch nicht klar, wie es zu dem Vorfall gekommen sei. Das Kreisverwaltungsreferat werde diesen nun untersuchen.
Das Böllerschießen ist ein traditioneller Teil des Oktoberfests. Dabei versammeln sich rund 60 Schützen in bayerischer Tracht auf den Stufen unterhalb der Bavaria. Mit Salutschüssen, Schwarzpulver und weißem Rauch wird das Volksfest verabschiedet. Dazu gibt es Blasmusik. Zum Abschluss wird die Bayernhymne angestimmt; anschließend werden die Gewinner des während der Wiesn im Schützen-Festzelt ausgetragenen Oktoberfest-Landesschießens geehrt.
Ritual am letzten Wiesntag: Böllerschützen auf den Stufen unterhalb der Bavaria. Foto: Johannes Simon
Drei Menschen durch Reizgas verletzt
Bei einem Angriff mit Reizgas sind am Samstagabend drei Wiesn-Besucher am Ausgang des Augustinerzelts verletzt worden. Gegen 22.45 Uhr brachen beim Verlassen des Zelts in einer größeren Menschenmenge verbale Streitigkeiten aus.
Ein bislang unbekannter Mann zog im Zuge des Streits einen pistolenähnlichen Gegenstand und zielte damit in Richtung eines 38-Jährigen aus dem Ostallgäu. Aus dem pistolenähnlichen Gegenstand trat daraufhin Gas aus. Durch dieses wurden der 38-Jährige und zwei Sicherheitsmitarbeiter, die in unmittelbarer Nähe standen, leicht verletzt und mussten durch den Rettungsdienst versorgt werden.
Eine sofort eingeleitete Fahndung nach dem Täter blieb bislang ohne Erfolg. Es wurde ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung eingeleitet.
Die Polizei sucht nach Zeugen. Der Täter war etwa 25 Jahre alt, 1,65 bis 1,70 Meter groß, sprach Hochdeutsch und hatte ein südasiatisches Aussehen. Er trug zur Tatzeit schwarze Kleidung und hatte auffallend schiefe Zähne.
Münchens OB Dominik Krause ist begeistert
„Was für eine Bilderbuch-Wiesn! Friedlich, entspannt und gut gelaunt", sagt er nach Angaben der Stadt. Die Wiesn 2026 sei eine der schönsten bisher gewesen. Auch das neue Sicherheitskonzept habe sich bewährt: Trotz Rekord-Besucherzahl sei es zu keinen kritischen Überfüllungs-Situationen gekommen. „Danke an alle, die das Oktoberfest durch ihren Beitrag möglich gemacht haben, insbesondere die Blaulicht-Organisationen und die Festleitung um Wiesnchef Christian Scharpf", so der OB.
Oberbürgermeister OB Dominik Krause (Grüne) dirigiert eine Blaskapelle Foto: Johannes Simon
Wiesn 2026 stellt Besucherrekord auf
Ein Rekord für die Wiesn: 7,4 Millionen Menschen haben nach Angaben der Stadt in diesem Jahr das Münchner Oktoberfest besucht. Das sind so viele wie noch nie. Der bisherige Rekord lag bei 7,2 Millionen Besucher im Jahr 2023. „Damit ist die Wiesn 2026 die bislang meistbesuchte in ihrer langen Geschichte“, sagte Wiesn-Chef Christian Scharpf (SPD).
Die Massen strömten, genau wie das Bier: 6,7 Millionen Mass Bier wurden nach Angaben der Stadt getrunken. Das sind 2,7 Prozent mehr als 2025 (6,5 Millionen). Beim Essen meldeten die Wiesnwirte ein Plus von zwei bis drei Prozent. Dabei sei das „klassische Hendl wieder im Aufwind“. Von den 7,4 Millionen Besuchern waren 447 000 auch Gäste auf der Oidn Wiesn.
Foto: Johannes Simon
Nazi-Parolen in der Bräurosl und vor der Ochsenbraterei
Gleich zwei Männer haben sich am Samstag Ärger wegen staatsfeindlicher Delikte eingefangen. Gegen 22.25 rief ein 44-jähriger Deutscher aus dem Oberallgäu in der Bräurosl mehrfach die verbotenen Parolen „Heil Hitler“ und „Sieg Heil“ und zeigte den Hitlergruß. Festgäste verständigten den Sicherheitsdienst, der im Anschluss die Polizei informierte. Der 44-Jährige wurde festgenommen und auf die Wiesnwache gebracht. Nach der erkennungsdienstlichen Maßnahme wurde er des Festgeländes verwiesen.
Wenig später tat es ihm ein 28-jähriger Deutscher aus Niedersachsen vor der Ochsenbraterei gleich und rief ebenfalls die verbotenen Parolen. Er wurde ebenfalls von der Polizei festgesetzt. Gegen beide Männer wird ermittelt.
Streit vor dem Skylift eskaliert
Bei einem Streit vor dem Skylift am Samstagabend hat ein 33-jähriger Äthiopier einen 29-Jährigen – ebenfalls mit äthiopischer Staatsbürgerschaft – verletzt. Gegen 22.30 Uhr kam es zu der Auseinandersetzung, in deren Folge der 33-Jährige dem 29-Jährigen eine Weinflasche auf den Kopf schlug. Dieser erlitt eine stark blutende Kopfplatzwunde und musste medizinisch versorgt werden.
Der Angreifer ist polizeibekannt und befand sich bereits in Haft. Auch deshalb wurde er im Anschluss an die Tat sofort in die Haftanstalt des Polizeipräsidiums gebracht. Ihn erwartet eine Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung.
Woher er die Weinflasche hatte, ist bisher nicht bekannt. Auf dem Festgelände gilt ein Verbot von Glasflaschen.
Wiesn-Besucherin verletzt Sanitäter
Eine stark alkoholisierte Frau einen Sanitäter mit einem Tritt in den Genitalbereich verletzt. Gegen 15 Uhr am Samstag brachte die 22-jährige Schweizerin eine Freundin ins Zelt des Rettungsdienstes, da diese medizinische Unterstützung benötigte. Im Anschluss verließ die Schweizerin den Bereich des Rettungsdienstes, kehrte jedoch kurz darauf wieder zurück und wollte zurück zu ihrer Begleitung in den Behandlungsraum.
Das Personal erklärte der Frau mehrfach, dass dies nicht möglich sei; daraufhin ging sie einen 60-jährigen Rettungssanitäter aus dem Landkreis München körperlich an und trat ihm mit dem Knie in den Genitalbereich. Hierbei wurde der Mann leicht verletzt. Die Frau wurde auch verbal ausfällig und zeigte beide Mittelfinger.
Sie wurde nach dem Vorfall vorläufig festgenommen und zur Wiesnwache gebracht; nach Hinterlegung einer Sicherheitsleistung im mittleren vierstelligen Bereich wurde sie entlassen. Ein Alkoholtest ergab einen Wert von etwa 1,6 Promille.
Schwere Unfälle auf dem Oktoberfest: Ein Überblick
Der Betriebsunfall an der Schiffsschaukel auf der Oidn Wiesn am Abschlusstag, bei dem ein 47-Jähriger schwer verletzt wurde, war nicht das erste Unglück auf dem diesjährigen Oktoberfest. In der ersten Festwoche war am Freefall-Tower ein 52-jähriger Mitarbeiter des Fahrgeschäfts unter einer Gondel eingeklemmt und tödlich verletzt worden.
Ebenfalls tödlich endete das Unglück einer 90-jährigen Besucherin, die im Bereich der Oidn Wiesn ein Kutschpferd streicheln wollte: Der Rollstuhl der Frau verfing sich dabei im Pferdegeschirr, woraufhin die Seniorin stürzte. Sie starb einige Tage später im Krankenhaus – wie erst mit einiger Verzögerung bekannt wurde.
Zwei Tote und zahlreiche Verletzte gab es am mittleren Wochenende bei einem schweren Verkehrsunfall auf der Autobahn 96 im Ostallgäu. Dort kam ein Reisebus mit einer 33-köpfigen Reisegruppe ohne Beteiligung anderer Fahrzeuge von der Straße ab und kippte um. Die Gruppe hatte sich auf dem Weg von Mailand zum Oktoberfest befunden. Bei den Verunglückten handelte es sich um in Italien ansässige philippinische Staatsangehörige.
Auch in der Vergangenheit hatten sich auf dem Oktoberfest zum Teil schwere Unfälle ereignet: 2024 wurde ein 20-Jähriger bei einer Testfahrt am Olympia-Looping von einem Zug erfasst und starb. 2023 stürzte beim Fest-Abbau ein 50-Jähriger aus etwa fünf Metern Höhe und verletzte sich dabei lebensgefährlich und am ersten Wiesn-Tag wurden bei der Kollision zweier Achterbahnwaggons neun Fahrgäste verletzt. 2019 fiel ein Zweijähriger aus einem Karussell und brach sich beide Beine.
21. September: Rettungskräfte und Polizeibeamte am Freefall-Tower, nachdem dort ein Mitarbeiter unter eine Gondel geraten war. Foto: Felix Hörhager/dpa
Böllerschüsse besiegeln das 191. Oktoberfest
Beim traditionellen Böllerschießen am letzten Sonntagmittag werden die Landesschützen geehrt. Dieses Mal geschieht das unter anderem im Beisein von Oberbürgermeister Dominik Krause, dem Bayerischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Herzog Franz von Bayern. Für Letzteren wird dann auch der Herzog-Franz-Marsch gespielt, bevor die Schüsse erklingen, die die diesjährige Wiesn besiegeln.
Jacqueline Lang
Böllerschießen vor der Bavaria. . Johannes Simon
Schwerer Betriebsunfall an Schiffsschaukel
An der Schiffsschaukel auf der Oidn Wiesn hat es einen schweren Betriebsunfall gegeben. Ein Mitarbeiter soll sich um 10.15 Uhr so schwer verletzt haben, dass eine Intensivmedizinische Reanimation notwendig war. Der 47-jährige Mann befindet sich mittlerweile im Krankenhaus, über seinen Zustand konnte Johann Petryszak von der Feuerwehr jedoch keine weiteren Angaben machen.
Auch am Nachmittag gab es laut Polizei noch keine neuen Informationen dazu, wie es dem Verletzten geht. Dieser sei bei dem Unfall von einer Schiffsschaukel im Bereich der Halswirbelsäule getroffen worden, sagte Julian Tanzer von der Aicher-Ambulanz auf der Wiesn. Mehrere Rettungskräfte waren ihm zufolge etwa zwei Minuten nach dem Unfall bei dem Verletzten, um ihn zu versorgen.
Wie Thomas Schelshorn von der Polizei zudem mitteilte, soll sich das Fahrgeschäft im Betrieb befunden haben, als sich der Unfall ereignete. Offenbar befand sich der Verunfallte in einem abgesperrten Bereich, in dem er sich nicht hätte aufhalten sollen. Laut Schelshorn werden Zeugen des Unfalls vom Kriseninterventionsteam betreut.
Der Betrieb an der Schiffsschaukel wurde eingestellt. Die Polizei sperrte das Fahrgeschäft ab.
Vorübergehend gesperrt: die Schiffsschaukel auf dem Oktoberfest. Felix Hörhager/dpa