Oktoberfest-News 2026: Oberbürgermeister Krause wieder fit - Tourist lässt Drohne über Wiesn steigen
OktoberfestOberbürgermeister Krause wieder fit – Tourist lässt Drohne über Wiesn steigen
21. September 2026, 14:37 Uhr
Der Münchner OB äußert sich zur Ursache seiner Kreislaufprobleme vom Sonntag. Bürgermeisterin Fuchs zapft bei einer ganz neuen Veranstaltung an. Und über dem Festgelände wird ein Fluggerät entdeckt.
Alle Entwicklungen im Liveblog
Neben eigenen Recherchen verwenden wir für diesen Liveblog Material der Nachrichtenagentur dpa.
Wichtige Updates
Mann wird mit Kokain erwischt – und gegen 16 000 Euro Kaution entlassen
Schönes Wetter, viele Besucher: ein "Bilderbuchstart"
Streit, Körperverletzung und ein Küchenmesser: Die erste Bilanz der Bundespolizei
Menschen hängen kopfüber in Wiesn-Fahrgeschäft fest
Söder posiert mit Unterschrift von Katharina Schulze
Krause äußert sich zu Ursache für Kreislaufprobleme
Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) sieht die Ursache für seine Kreislaufprobleme am zweiten Oktoberfest-Tag beim Wetter und falscher Kleidung. „Ich glaube, das ist das, was die meisten mit der Wiesn kennen: Dass es in der Früh noch so kalt ist und mittags ist es dann so warm“, sagte der Rathauschef im Schottenhamel-Festzelt, wie die dpa berichtet. Er sei zu dick angezogen gewesen und dann habe sich der Kreislauf kurzfristig verabschiedet. „Wieder alles fein“, erklärte Krause. Am Sonntag hatte der OB wegen Kreislaufproblemen nach dem Trachtenzug das Anzapfen beim traditionellen „Gay Sunday“ auf der Wiesn abgesagt.
Am Bier soll es nicht gelegen haben: „Ich habe den Tag alkoholfrei verbracht, bis auf die erste Halbe quasi, also die erste Maß – die war sehr schaumig, da habe ich ein paar Schlücke genommen“, sagte Krause und lachte. „Vielleicht war es auch noch ein bisschen Nachaufregung vom Samstag, aber wieder alles gut.“ Am heutigen Vormittag habe er wieder einen normalen Arbeitstag im Rathaus gehabt, unter anderem eine Sitzung zum Thema Wohnen, berichtete Krause. Außerdem stünden noch weitere Wiesn-Termine an, auf die er sich freue.
Tourist aus Mexiko lässt Drohne über Wiesn steigen
Die Drohnenabwehr rund um die Theresienwiese scheint zu funktionieren. Nach Angaben der Münchner Polizei stellten Spezialisten des bayerischen Drohnenkompetenz- und Abwehrzentrums am Sonntag gegen 18.20 Uhr eine Drohne über dem Oktoberfest fest. Alarmierte Beamte trafen den Piloten auf der Theresienhöhe am Bavariaring an, als sich das Fluggerät noch in der Luft befand.
Bei dem Piloten handelte es sich um einen 37 Jahre alten Touristen aus Mexiko. Der besaß weder den erforderlichen Kompetenznachweis zum Steuern einer Drohne noch war diese registriert oder versichert. Dafür war der Mann sichtlich betrunken, ein Atemalkoholtest ergab zwei Promille, sodass eine Blutentnahme angeordnet wurde.
Gegen den 37-Jährigen wird nun unter anderem wegen Verstößen gegen luftverkehrsrechtliche Vorschriften ermittelt. Rund um das Festgelände gilt eine Verbotszone für Flugzeuge und Fluggeräte. Der Mexikaner musste fast sein gesamtes Bargeld als Kaution hinterlassen, die Drohne vom Modell DJI Mini 4 Pro wurde sichergestellt.
Mann wird mit Kokain erwischt – und gegen 16 000 Euro Kaution entlassen
Für einen 35 Jahre alten Schweizer ist der Oktoberfest-Besuch ein teures Vergnügen geworden. Der Mann musste 16 000 Euro als Sicherheitsleistung hinterlegen, um wieder aus der Wiesnwache entlassen zu werden. Beamte hatten ihn in der Nacht von Sonntag auf Montag kurz nach Mitternacht in der Nähe des Käfer-Festzelts kontrolliert und eine geringe Menge weißes Pulver gefunden, bei dem es sich nach ersten Erkenntnissen um Kokain handelte.
Der 35-Jährige wurde festgenommen und wegen eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz angezeigt. Nach Zahlung der Kaution durfte er wieder gehen. Der Schweizer war freilich nicht der einzige Wiesn-Besucher, der am Sonntagabend mit Kokain erwischt wurde. Bei der Kontrolle eines 41 Jahre alten Münchners im Schützenfestzelt waren Beamte um kurz vor 22 Uhr fündig geworden. Weil sich der 41-Jährige gegen die Festnahme wehrte, wird nicht nur wegen eines Betäubungsmitteldelikts ermittelt, sondern auch wegen Widerstands gegen Polizeibeamte.
Robert Haas
Drohung per Wiesn-Stream? Ermittlungen gegen 22-Jährigen
Ein 22-Jähriger aus dem Landkreis Rosenheim soll am Sonntagabend auf seinem Tiktok-Account in einem Livestream vom Oktoberfest eine Drohung gegen das Fest geäußert haben. Wie die Polizei am Montag mitteilte, informierte ein in der Nähe von Rostock ansässiger Mann die Beamten über den Livestream und die mögliche Drohung. Kurz darauf konnte der 22-Jährige am Münchner Hauptbahnhof festgenommen werden.
Die Beamten stellten das Mobiltelefon des Mannes sicher und werteten das Video des Livestreams aus; dabei kamen sie zu dem Schluss, dass keine ernstzunehmende Bedrohung bestehe. Zunächst war nicht klar, ob überhaupt Drohungen geäußert wurden. Der 22-Jährige wurde daraufhin laut Polizei wieder entlassen. Im Laufe der Ermittlungen werde nun entschieden, ob es zu einem Strafverfahren wegen einer Bedrohung kommt. Unabhängig davon wird gegen den 22-Jährigen aber wegen eines Verstoßes gegen die Oktoberfestverordnung ermittelt, weil die Übertragung von Livestreams vom Festgelände grundsätzlich verboten ist.
Frauen grölen - erster "Rosa Montag" in der Bräurosl
Im Mittelschiff der Bräurosl sitzen an diesem Tag, einen Tag nach dem "Gay Sunday", der längst Tradition hat, zum ersten Mal mehrere hundert Frauen und FLINTA-Personen: Es ist "Rosa Montag". Die zweite Bürgermeisterin Mona Fuchs (Grüne) zapft um 12 Uhr das Fass mit drei Schlägen an, wünscht eine "queere Wiesn", dann wird die Regenbogenfahne gehisst und die Menge, die vor allem aus Frauen besteht, grölt. Das gab es so in 191 Jahren Wiesn noch nie!
Mona Fuchs zapft das Fass am Rosa Montag mit drei Schlägen an. Robert Haas
Das Wirtspaar Franziska und Peter Reichert mit den Veranstalterinnen Sina Scherer, Ricarda Hofmann und Silke Völling sowie der zweiten Bürgermeisterin Mona Fuchs. Robert Haas
Mehr als 1200 Patienten am ersten Wiesn-Wochenende
Auf der Sanitätsstation auf dem Oktoberfest war am ersten Wochenende, wie nicht anders zu erwarten, ordentlich etwas los: 1212 Patientinnen und Patienten wurden hier behandelt, wie die Aicher Ambulanz meldet. 364 mussten mit einer Trage transportiert werden. Und 23 Menschen wurden per CT untersucht. "Ganz normaler Wiesnbetrieb" halt, wie die Helfer wissen lassen.
Nach Kreislaufproblemen am Sonntag: OB Krause wieder wohlauf
Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) hat sich von seinen leichten gesundheitlichen Problemen am Sonntag erholt und wird am Montag wie geplant um 12 Uhr in der Festhalle Schottenhamel ein Grußwort bei der Aktion „Wiesn mit Herz“ der Oktoberfest-Wirte sprechen. Krause sei wieder fit und habe bereits am Montagmorgen von acht Uhr an im Rathaus gearbeitet, sagte sein Sprecher. Unter anderem leitete er wie jeden Montag die Runde der städtischen Referenten, bei der die wichtigsten Themen der Woche besprochen werden. Anschließend werde er zur Theresienwiese fahren.
Krause hatte am Sonntag nach dem Trachtenumzug seine weiteren Termine wegen Kreislaufschwierigkeiten abgesagt und sich zurückgezogen. Unter anderem musste deshalb sein erster Auftritt als Oberbürgermeister auf dem "Gay Sunday" ausfallen.
Hunderte Kindergartenkinder ohne Eltern heute auf der Wiesn
Wie jedes Jahr sind auch diesmal am ersten Wiesnmontag Hunderte Kinder ohne ihre Eltern auf der Wiesn. Nur ein paar Betreuerinnen und Betreuer haben sie mitgebracht. Denn die Münchner Schausteller, Marktkaufleute und die Wirte der kleinen Festzelte laden traditionell Kindergartenkinder aus den städtischen Einrichtungen zu einem kostenlosen Vormittag ein. Bürgermeisterin Verena Dietl begrüßt die Kleinen, die auf den Stufen der Bavaria sitzen, und wünscht ihnen viel Spaß beim Sausen mit den Fahrgeschäften. Lautes Jubeln und Gegröle. So geht Wiesnstimmung auch, ganz ohne Alkohol.
Lisa Sonnabend
Wiesn-Promis feiern beim Almauftrieb – nur Heidi Klum hat andere Pläne
Ein fester Termin zu jeder Wiesn ist der Almauftrieb im Käferzelt am Sonntagabend, wo sich die Prominenz im Zelt nur so drängt. In diesem Jahr unter anderem: Tokio-Hotel-Bill, Ex-Bundestrainer Nagelsmann und eine Söder-Tochter: Alle wollen sie dabei sein. Einblicke in das Gedränge, Geblitze und Gerufe bei dem Promi-Event schlechthin gibt mein Kollege Philipp Crone, der sich gestern auch dort rumgetrieben hat. Was sich dort abspielte, lesen Sie hier.
Ein Promi dagegen hatte andere Pläne: Heidi Klum hüpfte übers Festgelände zur Bräurosl, wo gerade der Gay Sunday in vollem Gange war. Heidi sang den Hit „Sunglasses at Night“ von Corey Hart auf der Bühne, den sie als Titelsong vor zwei Jahren für ihre Show „Germany's next Topmodel“ bereits einspielte. Und am Ende ihres Auftritts rief Heidi noch eine Botschaft in die feiernde Gay-Sunday-Menge: „Bleibt laut, bleibt stark, und ich liebe euch alle.“
Wer sich sonst noch so auf dem Oktoberfest rumtrieb, lesen Sie hier in unseren Promis von Wiesntag 2:
Herzinfarkt – Sanitäter behandeln Breznverkäufer
Einem 47-jährigen Breznverkäufer fällt am Sonntag plötzlich das Schieben seines Breznwagens schwer – "irgendwie funktionierten die Arme nicht mehr so gut", so berichtet es die Aicher Ambulanz. Als sich der Wiesnmitarbeiter bei den Sanitätern vorstellt, wird bei der Untersuchung schnell klar: Mit den Armen ist alles in Ordnung, aber der Mann hat einen Herzinfarkt erlitten. Der 47-Jährige wird in eine Klinik gebracht. "Die schnelle Behandlungskette rettete dem Breznverkäufer vielleicht das Leben und er geht im Idealfall ohne Schaden am Herzmuskel nach Hause", so ein Wiesn-Notarzt.
Die neuen Paulaner-Wirte: Gesegneter Aufstieg in den Wirte-Olymp
Sie sind keine Neulinge auf der Wiesn und betreiben mehrere Wirtshäuser: Christine und Lorenz Stiftl haben jetzt das Paulaner-Zelt übernommen. Worauf sie bei der Musik und beim Essen setzen, hat Kollegin Sarah Maderer herausgefunden.
Neues Fahrgeschäft: das "Chaos-Pendel"
Hängen da etwa schon wieder Menschen in der Luft, weil ein Fahrgeschäft eine Panne hat? Nein, beim neuen "Chaos-Pendel" ist das ganz normal: Damit die Passagiere in die eine Gondel einsteigen können, müssen tatsächlich die anderen schon mal hoch in die Luft, 47 Meter hoch, um genau zu sein. Sind alle eingestiegen, kann das "Chaos-Pendel" auf bis zu 90 km/h beschleunigen. Nichts für schwache Nerven!
Das Chaos-Pendel, eine neue Attraktion auf der Wiesn. . Jacqueline Lang
Schönes Wetter, viele Besucher: ein "Bilderbuchstart"
Dass das Oktoberfest im September beginnt, irritiert zwar immer wieder ein wenig. Allerdings haben die Münchner Ahnherren offenbar alles richtig gemacht, als sie die Wiesn 1872 dauerhaft einen Monat vorverlegten: Mitte September ist das Wetter meist nicht nur besser, sondern mit etwas Glück sogar so gut wie an diesem Anfangswochenende.
Da kamen laut Festleitung allein am ersten Tag 450 000 Gäste auf die Theresienwiese und Wiesn-Chef Christian Scharpf (SPD) freute sich über einen "Bilderbuchstart" in gelöster und fröhlicher Atmosphäre: „Für das erste Wochenende rechnen wir mit knapp einer Million Gäste. Einen besseren Auftakt kann man sich nicht wünschen.“ Das 191. Oktoberfest dauert bis zum 4. Oktober, jährlich kommen mehr als sechs Millionen Besucher auf das Volksfest, das als größtes der Welt gilt.
So viel unterschiedliche Original-Tracht sieht man auf dem Oktoberfest nur am ersten Wiesn-Sonntag. Foto: Tobias Schwarz/AFP
Barfuß unter der Bierbank: Eine Feiernde hat sich ihrer Schuhe entledigt, die wohl nach dem Trachtenzug etwas gedrückt hatten. Foto: Angelika Warmuth/Reuters
Voll wie am ersten Wiesn-Wochenende bei gutem Wetter üblich - aber nicht übervoll. Foto: Angelika Warmuth/Reuters
Teilnehmer des Trachten- und Schützenumzugs bei Sonnenschein am Odeonsplatz. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
FC Bayern auf dem Oktoberfest: (Fast) Alle zeigen sich den Fans
Am Sonntag lassen sich die Spieler des FC Bayern auf der Wiesn feiern. Alle Spieler? Nun ja. Beobachtungen vor dem Käfer-Zelt
Die meisten Zelte sind noch offen
Während gestern um die gleiche Zeit viele der größeren Zelte zumindest schon ihre Hauptausgänge geschlossen hatten, kommt man ins Hacker-, Paulaner oder Schottenhamel-Festzelt noch problemlos hinein. Nur über dem Eingang vom Augustiner-Festzelt hängt bereits wieder ein Schild mit dem Hinweis, dass es zumindest vorne nicht mehr reingeht. Auf dem Festplatz herrscht großes Gedränge, unter allem wegen unzähliger Trachtler, die Standkonzerte geben, die übrigen Menschen bleiben aber in Bewegung.
Foto: Jacqueline Lang