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Oktoberfest-News 2026: Zweiter Wiesn-Tag steht an - bisher knapp 600 Patienten

Nation

OktoberfestWas am zweiten Wiesn-Tag ansteht – bisher knapp 600 Patienten

20. September 2026, 8:44 Uhr

Am Sonntag des Eröffnungswochenendes ziehen Trachten- und Schützenvereine durch die Stadt, und im Bräurosl-Zelt gibt es eine besondere Tradition. Die Sanitätsstation auf der Wiesn hatte am ersten Festtag viel zu tun.

Alle Entwicklungen im Liveblog

Neben eigenen Recherchen verwenden wir für diesen Liveblog Material der Nachrichtenagentur dpa.

Wichtige Updates

Söder posiert mit Unterschrift von Katharina Schulze

Wiesn-Ambulanz meldet knapp 600 Patienten

Die SZ berichtet vom Eröffnungstag

Erste Zelte sind geschlossen

Stillstand beim Fahrgeschäft "XXL Racer"

Luzia Geier

Zweiter Wiesntag steht an

Tag zwei auf dem Oktoberfest: Gleich morgens geht es am heutigen Sonntag los mit dem traditionellen Gay Sunday in der „Bräurosl“. Er ist seit den 1970er Jahren eine feste Institution und Treff schwuler Männer. Um 10.00 Uhr startet dann der Trachten- und Schützenzug von der Maximilianstraße zur Theresienwiese. Er ist mit sieben Kilometern Länge und mehr als 9000 Trachtlern, Blaskapellen, Schützen und anderen Traditionsgruppen einer der größten Trachtenumzüge weltweit. Prachtgespanne, Kutschen und Motivwagen begleiten den Zug. Das neue Münchner Kindl Sina Hochreiter führt den Festzug hoch zu Ross an. Abends folgt dann der Almauftrieb im Käferzelt als exklusivstes Promi-Treffen des Oktoberfests.

Wieder ist die Wetterprognose gut: Die meiste Zeit scheint die Sonne, erst am Abend kommen Wolken, heißt es beim Deutschen Wetterdienst (DWD). Schon am ersten Tag lockte perfektes Volksfestwetter am Samstag Zehntausende auf das Festgelände.

Menschen hängen kopfüber in Wiesn-Fahrgeschäft fest

Etwa fünf Minuten lang mussten Besucher eines Fahrgeschäfts auf dem Oktoberfest offenbar kopfüber ausharren. Das Sanitätsteam berichtete über diesen ungewöhnlichen Einsatz am frühen Samstagabend. Videos in sozialen Medien zeigen entsprechende Bilder vom Fahrgeschäft "Predator". Als die Einsatzkräfte, darunter auch Polizei und Feuerwehr, am Einsatzort eintrafen, waren die Personen aber schon wieder am Boden angekommen. Einige Jugendliche klagten über Schwindel, nach kurzer Untersuchung konnten sie aber zurück ins Festgetümmel.

Innenstadt weitläufig abgesperrt für Trachten- und Schützenumzug

Erst von 10 Uhr an zieht der traditionelle Trachten- und Schützenumzug durch München, schon jetzt sollten Autofahrer aber genau überlegen, wie sie fahren: Die Innenstadt ist, wie hier entlang der Ludwigstraße mit Blick auf den Odeonsplatz, weiträumig abgesperrt. Kein Wunder, es werden schließlich rund 8600 Teilnehmende erwartet und bis zu 250 000 Schaulustige. Und ja, zu Stau kann es auch auf der Prinzregentenstraße kommen, wenn die Brauereikutsche von Augustiner in gemächlichem Tempo vorfährt.

Jacqueline Lang

Jacqueline Lang

Der Trachten- und Schützenumzug startet am Maxmonument

Zum ersten Mal fand der Trachten- und Schützenumzug im Jahr 1835 statt, zu Ehren der Silberhochzeit von König Ludwig I. und Therese von Bayern, seit 1948 ziehen tausende Mitwirkende jährlich zur Wiesn durch München. Los geht es wie immer am Maxmonument und dann sieben Kilometer über Odeonsplatz und Stachus Richtung Festwiese - wie schon der Einzug der Brauereien und Festwirte am Vortag von bestem Wiesnwetter begleitet.

Angeführt wird der Umzug heuer erstmals von Sina Hochreiter, dem neuen Münchner Kindl. Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) und Ministerpräsident Markus Söder (CSU) fahren in Festkutschen hinterher. Wie immer sind außerdem die Bayerischen Gebirgsschützen sowie der Bayerische Jagdverband mit Hunden und Greifvögeln dabei. Weitere Besonderheiten, auf die der Veranstalter, der Festring München e.V., in diesem Jahr hinweist: Die Stadtgarde zu Pferd Weingarten, die mit Reiter- und Fanfarencorps sowie Lanzenreitern dabei ist, sowie die Riesengebirgs-Trachtengruppe München. Die Frauen sind gut zu erkennen an ihrer Dreistück-Haube mit Goldborte. Fast schon international wird es dagegen mit dem Karnevals-Traditionskorps Kölsche Funke rut-wieß, eine Persiflage auf die einstigen Kölner Stadtsoldaten.

Söder posiert mit Unterschrift von Katharina Schulze

Auffallend wohlwollend äußerte sich Ministerpräsident Markus Söder am Anstichtag über Münchens neuen Oberbürgermeister, den Grünen-Politiker Dominik Krause. Doch die Annäherung des CSU-Chefs an die Partei, gegen die er zuletzt politisch leidenschaftlich argumentierte, ging noch weiter - wenn auch womöglich unabsichtlich.

Auf der Plattform X wurde von Söders Account ein Post abgesetzt, in dem es unter anderem hieß: "OB Dominik Krause hat mit zwei Schlägen stark angezapft. Der Freistaat und München halten zusammen - und in einer Woche wollen wir gemeinsam Olympia für Deutschland nach München holen!" Dazu mehrere Bilder: Eines zeigt Söder neben FC-Bayern-Fußballprofi Joshua Kimmich, der in der Ratsboxe nach dem Anzapfen am Tisch von Krause und Söder sitzt. Der Steinkrug, den Söder in der Hand hält, wurde vorher offenkundig von anderen Gästen unterschrieben. Er trägt klar erkennbar die Signatur von Katharina Schulze, der Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Bayerischen Landtag. Auch Kimmichs Krug ist signiert. Unter anderem von der grünen Bundestagsabgeordneten Claudia Roth, die den Anstich ebenfalls besuchte.

Foto: X

Wiesn-Ambulanz meldet knapp 600 Patienten

Am späten Samstagabend hat der Sanitätsdienst eine vorläufige Bilanz des ersten Wiesn-Tags gezogen. Demnach steuere man "auf die 600er-Marke bei den versorgten Patientinnen und Patienten zu", teilt die Aicher Ambulanz Union mit. Der Schwerpunkt lag bei der Behandlung von Menschen mit zu viel Alkohol im Blut und solchen mit Kreislaufproblemen. Auch "chirurgische Verletzungen" gehörten zum Spektrum. Zehn Personen wurden im Wiesn-CT untersucht, zwei davon mussten danach ins Krankenhaus transportiert werden.

So sieht es in der Sanitätsstation auf der Wiesn aus. Catherina Hess

Luzia Geier

Erstmals Grippe- und Corona-Impfung direkt auf der Wiesn

Zum „O'zapft is“ soll es auf der Münchner Wiesn dieses Jahr auch „O'piekst is“ heißen: Erstmals bietet die Stadt München direkt auf dem Oktoberfest Impfungen gegen Grippe und Covid-19 an. In der Wiesn-Sanitätswache können sich Besucher, Wiesn-Beschäftigte und auch andere Impfwillige ohne Termin impfen lassen. Impfpass und Krankenkassenkarte sollten mitgebracht werden, hieß es bei der Stadt. Die ersten kamen bereits am ersten Festtag, wie die Wiesn-Ärzte berichteten.

Das Angebot gilt montags bis freitags von 10.00 bis 14.00 Uhr sowie samstags und sonntags von 9.00 bis 14.00 Uhr. Der Impfschutz baue sich innerhalb von etwa ein bis zwei Wochen vollständig auf. Die Impfaktion ist Teil der stadtweiten Initiative „München impft“, die von der Stadt München sowie dem LMU Klinikum und dem TUM Klinikum getragen wird. „Wir gehen dorthin, wo die Menschen sind, und das ist jetzt eben die Wiesn“, sagte Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek. Es gehe darum, schwere Erkrankungen und Komplikationen zu verhindern und die Impfquoten gemäß den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission zu steigern, hieß es.

Die SZ berichtet vom Eröffnungstag

Ein Grüner, der auf der Wiesn das erste Fass anzapft – und womöglich sogar Leberkäs durch Tofu ersetzt: Das war für Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder von der CSU sicher lange ein Schreckensbild. Nun hat Dominik Krause tatsächlich als erster grüner Oberbürgermeister die Wiesn eröffnet. In der Anzapfbox demonstrieren er und der Ministerpräsident allerdings Einigkeit – auch wegen Olympia.

Markus Söder ist voll des Lobes für Münchens ersten grünen Oberbürgermeister Dominik Krause und seine Leistung beim Anzapfen. Und nicht nur der CSU-Chef, sondern auch die SPD macht eine ganz neue Erfahrung.

Eine Fußball-Legende sitzt auf dem Trockenen, DJ Ötzi wird von einem Skifahrer erkannt und Claudia Obert bleibt ganz zahm. Die Wiesnpromis am Samstagnachmittag.

Tausende rennen am Morgen in Richtung Zelte, OB Krause gelingt das Anzapfen mit Bravour – und dann endlich gibt es Bier für alle. Die schönsten Bilder vom ersten Wiesntag.

Mehr als 400 Patienten in der Wiesn-Ambulanz

Insgesamt 414 Patienten hat die Aicher Ambulanz bis 18.45 Uhr behandelt. Man sei "gut gebucht", aber komme gut zurecht, sagt ein Sprecher der SZ. Etwa hundert Menschen hätten wegen "Intoxikationen", sprich: zu viel Alkohol, behandelt werden müssen, nicht alle davon seien volltrunken gewesen. Ansonsten sei gerade am ersten Wiesntag ein gewisses Muster zu erkennen. Am Vormittag hätten es die Helfer vor allem mit Verletzungen und Schürf- und Schnittwunden durch Stürze zu tun gehabt - eine Folge des Ansturms auf die Zelte kurz nach Öffnung des Oktoberfests. Am Nachmittag dann hätte die Ambulanz vor allem viele Menschen mit Schwächeanfällen versorgt - auch aufgrund des relativ warmen Wetters. Danach seien zunehmend Alkoholisierte hinzugekommen. Und nun, am Abend, herrsche eine "bunte Mischung".

Ein schöner Zeitvertreib auf der Wiesn

Für immer der vielleicht schönste Zeitvertreib für alle, die es nicht ins Zelt geschafft haben: Menschen sind bei der maßlosen Selbstüberschätzung auf dem Toboggan zu beobachten, erstaunlicherweise vor allem Männer. Besonders schön wird es übrigens, wenn die Sonne gerade dabei ist unterzugehen und alles in ein goldenes Licht taucht.

Jacqueline Lang

Am Kotzhügel bietet sich das gewohnte Bild

Auf dem sogenannten Kotzhügel hinter dem Hofbräu-Festzelt bietet sich an diesem frühen Samstagabend das für diese Uhrzeit gewohnte Bild: Viele Menschen, die ihren Rausch ausschlafen und ein paar, die sich nur kurz ausruhen oder mit einer Wurstsemmel stärken. Übergeben muss sich zum jetzigen Zeitpunkt allerdings entgegen dem Namen des Hügels glücklicherweise niemand. Aber der Abend ist ja noch jung.

Jacqueline Lang

Erste Zelte sind geschlossen

Die ersten Bierzelte sind wegen Überfüllung geschlossen. Am Fuße der Bavaria heißt es am Schützenfestzelt, vorübergehend dürfe keiner mehr ins Zelt – entsprechend gefragt sind die Plätze im noch offenen Biergarten und auf den Balkonen. Schräg gegenüber hat das Käferzelt seine Tore geschlossen und die „Wegen Überfüllung geschlossen“-Schilder hervorgeholt. Etliche Menschen warten davor auf Einlass – und schauen denen zu, die sich auf dem Balkon zeigen.

An Kufflers Weinzelt sind die Metallgittertore ebenfalls geschlossen. An kleineren Zelten zeigt sich ein ähnliches Bild. Wildstuben: Einlass nur mit Reservierung. Vor dem Café Kaiserschmarrn warten Menschen ebenso, dass Plätze frei werden wie gleich am Eingang im Süden, vor Hochreiters Zur Bratwurst.

Weitere Zelte schließen, bislang keine Durchsagen

Schottenhamel dicht, Hacker dicht, Augustiner dicht. Nun, da sich der Tag gen Abendreservierung neigt, schließen immer mehr der großen Zelte zumindest ihre Haupteingänge. Trotzdem warten Menschen davor in der Hoffnung, doch noch eingelassen zu werden. Durchsagen des seit vergangenem Jahr neu eingesetzten Crowdspotters, der die Besucherinnen und Besucher zum Weitergehen auffordert, sind jedoch bislang nicht zu hören.

Jacqueline Lang

Bereits elf sogenannte Bierleichen, erste um 15:45 Uhr

Ein 19-Jähriger aus München hat offenbar die Wirkung des Wiesnbiers unterschätzt und geht als erste sogenannte Bierleiche in die diesjährige Statistik ein. Die Trage 78/8 eilte laut Aicher-Ambulanz zum ersten Notruf mit der Meldung Alkoholintoxikation: Der junge Mann im Außenbereich des Käferzelts war nicht mehr stehfähig, seine Freunde alarmierten die Sanitäter.

Gegen 16:20 Uhr waren es dann schon elf derartige Fälle. Die massiv alkoholisierten Personen würden verstärkt beim Reservierungswechsel auffallen, so ein Sprecher der Ambulanz. Bis 17 Uhr gab es 300 Einsätze der Sanitäter. Tendenz: stark ansteigend.

Suche nach Schatten

Temperaturen über 22 Grad sind für diesen Anstich-Samstag prophezeit. Die gefühlte Temperatur ist in der Sonne deutlich höher. Auf den Balkonen kommen die Menschen ins Schwitzen – und suchen Schutz unter allem, was sich ihnen bietet: Sonnenschirmen, Regenschirmen, über den Kopf gefaltete Speisekarten. Auch am Fuße der Bavaria sind die Schattenplätze alle gefüllt. So drastisch wie im vergangenen Jahr, als es am Anstichtag mehr als 30 Grad heiß war, ist es aber bei weitem nicht. Und: Gegen 19.15 geht die Sonne ja auch schon unter.

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