Öl: Russland nimmt die Schattenflotte unter die eigene Flagge
Düsseldorf. Die „Saga“ hat über die Jahre schon viele Flaggen gehisst. Nach ihrem Bau fuhr der Tanker 18 Jahre lang als „NS Spirit“ unter dem Banner Liberias. 2024 wurde es wechselhaft: Gabun, Barbados, Umbenennung, Komoren, Gambia. Und seit Ende 2025 ist die „Saga“ in dem Land registriert, für dessen Unternehmen das Schiff schon lange fährt: Russland.
Es ist eine typische Historie für Schiffe der sogenannten Schattenflotte, mit der Russland westliche Sanktionen umgeht und weltweit Öl verkauft. Sie wechseln zwischen offenen und somit wenig regulierten Schiffsregistern verschiedener Länder, benennen sich um.
Und immer mehr fahren letztlich doch unter russischer Flagge. Allein zwischen Juli und Anfang Oktober dieses Jahres hat Russland laut dem Analysedienst Lloyd’s List Intelligence 86 Tanker in das eigene Register umgeflaggt. Für Guntram Wolff, Senior Fellow beim Thinktank Bruegel, „eine bewusste Provokation Russlands“ – und ein Signal des Selbstbewusstseins gegenüber den Europäern. Zumindest am Rande hat dieses neue Selbstbewusstsein auch mit Donald Trump zu tun.