DAX -0,22 % 25.099,00 Pkt 18:00:00 MDAX -0,05 % 31.965,53 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +1,14 % 6.280,94 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,52 % 51.947,25 Pkt 23:26:43 S&P 500 -1,16 % 7.411,98 Pkt 23:26:35 Nasdaq -2,78 % 24.975,82 Pkt 23:15:59 Nikkei -2,73 % 64.611,15 Pkt 08:45:03 Gold +0,08 % 4.070,80 USD 22:59:59 Silber +0,43 % 58,91 USD 22:59:55 Brent 0,00 % 96,78 USD 22:59:55 WTI 0,00 % 89,31 USD 22:59:59 Bitcoin +0,21 % 64.447,15 USD 07:18:55 EUR/USD -0,32 % 1,13750 USD 23:29:21 EUR/GBP 0,00 % 0,85320 GBP 06:49:20 EUR/CHF +0,06 % 0,92970 CHF 06:49:20 EUR/JPY +0,08 % 186,245 JPY 23:29:21

Öldepots brennen, Putin unter Druck

Welt

Startseite Politik Ukraine trifft Russlands Wirtschaft ins Mark: Öldepots brennen, Tanker beschossen, Bauern verzweifelt Von: Felix Busjaeger Uns auf Google folgen Ukraine greift russische Öldepots und Tanker an – Selenskyj spricht von präzisen Schlägen. Russlands Landwirte schlagen Alarm: Der Treibstoff wird knapp. Kiew – Ukrainische Drohnen haben am Sonntag erneut gezielt Anlagen der russischen Ölindustrie attackiert und damit Russlands Wirtschaft unter Druck gesetzt. In der südrussischen Region Stawropol gerieten nach Angaben von Medien drei Öldepots in Brand. Gouverneur Wladimir Wladimirow bestätigte lediglich, dass im Zuge ukrainischer Drohnenangriffe mehrere Feuer in Industrieobjekten ausgebrochen seien und es zu Detonationen explosiver Stoffe komme. Verletzte gab es seinen Angaben zufolge nicht. Über die betroffenen Anlagen schwieg er sich aus. In der Region wurde ein örtlich begrenzter Ausnahmezustand verhängt, Gebäude wurden evakuiert. Parallel dazu meldete das internationale Kaspische Pipeline-Konsortium erneut Drohnenangriffe auf den Schwarzmeer-Hafen von Noworossijsk. Dort sei ein Terminal während der Verladung von Öl auf zwei ausländische Tanker beschossen worden. Auf einem Schiff unter liberianischer Flagge sei ein Feuer ausgebrochen und gelöscht worden, teilte das Unternehmen mit. Beide Schiffe seien nach den Angriffen auf Russlands Wirtschaft weiterhin seetauglich, Verletzte habe es nicht gegeben. Das Konsortium sprach vom „fünften Akt der Aggression gegen ein ziviles Objekt“. Attacken auf Russlands Wirtschaft: Putin weiter unter Druck Präsident Wolodymyr Selenskyj veröffentlichte Videos der brennenden Anlagen und erklärte im Zusammenhang mit den Angriffen auf Russlands Wirtschaft: „Wir setzen unsere Reaktion auf russische Angriffe auf vollständig gerechtfertigte und präzise Weise fort.“ Neben den drei Öldepots in Stawropol hätten Einheiten des ukrainischen Sicherheitsdienstes eine weitere Treibstoffinfrastrukturanlage in der Region getroffen. Zudem seien „direkte Treffer auf drei Tanker der russischen Schattenflotte im Schwarzen Meer verzeichnet“ worden, so Selenskyj. Die Drohnenangriffe gehen weit über Ölanlagen hinaus. Ukrainische Streitkräfte führten nach eigenen Angaben in der Nacht zudem koordinierte Schläge gegen die Energieinfrastruktur in besetzten Gebieten durch. Robert Brovdi, Kommandeur der ukrainischen Streitkräfte für unbemannte Systeme, berichtete von Angriffen auf 59 Ziele, darunter 13 Umspannwerke. Auch die Krim stand erneut im Visier der Angriffe. Seit Anfang Juli habe die als „Crimean Switch Off“ bezeichnete Operation insgesamt 96 Energieknoten getroffen. Parallel läuft die Operation „Molochka“, die gezielt auf Russlands Schattenflotte im Schwarzen und Asowschen Meer abzielt: Seit Beginn im Juli wurden nach ukrainischen Angaben 176 Schiffe getroffen. Attacken auf Russlands Wirtschaft treffen Landwirte – „brauchen dringend Geld“ Die gegenwärtige Strategie im Ukraine-Krieg zielt direkt auf Russlands Wirtschaft. Kiew versucht, den Energieexport zu treffen, der Moskaus Kriegskasse maßgeblich finanziert. Der ukrainische Generalstab erklärte dazu: „Tanker werden genutzt, um russisches Öl, Erdölprodukte und Treibstoff im Interesse der Streitkräfte der Russischen Föderation zu transportieren.“ Die Folgen monatelanger Angriffe auf russische Raffinerien sind bereits spürbar: Russlands Wirtschaft leidet unter einer landesweiten Treibstoffkrise, die laut Experten besonders die Landwirtschaft hart trifft. „Alles steht still. Gerste – Stillstand. Weizen – Stillstand“, sagte die Landwirtin Ljubow Fedortschenko aus der Region Rostow laut ntv. Wegen Beschränkungen der Schifffahrt im Asowschen Meer seien Kaufangebote für ihre Ernte praktisch versiegt. „Wir brauchen jetzt dringend Geld. Wir müssen die Ernte verkaufen und Diesel, Benzin und Dünger kaufen.“ In 25 russischen Regionen gehen Berichten zufolge Benzin und Diesel aus. Die russische Landwirtschaftsministerin Oksana Lut räumte ein, dass es in allen Regionen Probleme mit dem Treibstoff gebe, versprach den Bauern aber staatliche Unterstützung. Experten zufolge drohen weitreichende Folgen für Russlands Wirtschaft: Andrej Sisow von der Unternehmensberatung SovEcon warnte, Russland, der weltgrößte Weizenexporteur, könne dem Weltmarkt fünf bis zehn Millionen Tonnen Weizen weniger liefern, sollte das Asowsche Meer nicht für die Schifffahrt geöffnet werden. Allein durch steigende Dieselpreise verlören Landwirte bereits rund 1000 Rubel (etwa elf Euro) pro Tonne Getreide. (Quellen: dpa, Ukrainska Pravda, Kyiv Post, ntv) (fbu)

← Zurück zu News

Bereit für Ihre kostenlose E-Mail?

512 MB Speicher, modernes Webmail und ein News-Portal — kostenlos starten.

Jetzt kostenlos registrieren