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Ölverkehr immer teurer: 25.000 Dollar Boni, 40 Mio. pro Hormus-Fahrt

Wirtschaft

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Riad/Washington – Die Straße von Hormus bleibt Ground Zero eines globalen Öl-Dramas – und Kosten wie Risiken steigen rasant! Golfstaaten, die wegen der Bedrohung durch Irans Revolutionsgarden Einbußen beim Ölexport erleiden, schrecken inzwischen auch vor extremen Gebühren nicht zurück. Gemietet werden sogenannte VLCC-Supertanker („Very Large Crude Carrier“), die Rohöl an Verladeterminals im Golf aufnehmen und durch die Meerenge bringen. Danach wird die Fracht im Arabischen Meer auf andere Tankschiffe umgeladen.

Das Kalkül: Mit den Riesentankern soll wegen des hohen Risikos die größtmögliche Menge Öl durch die Hormus-Enge gebracht werden. Doch die Kosten sind exorbitant. Eine dieser Shuttle-Fahrten, die für Hin- und Rückweg mehrere Tage dauern, kostet bis zu 40 Millionen Dollar. Pro Barrel fallen damit 15 bis 20 Dollar Transportkosten an – Versicherungsprämien noch nicht eingerechnet. Die Firmen nehmen das aber lieber in Kauf, als das Öl im Golf feststecken zu lassen.

Lukrative Bonus-Zahlungen sollen Matrosen locken

Auch für die Matrosen kann der Einsatz höchst lukrativ sein: Schifffahrtsunternehmen zahlen für eine einzige Hin- und Rück-Passage durch die bedrohte Wasserstraße bis zu 25.000 Dollar Bonus, berichtet das „Wall Street Journal“ . Für einfache Seeleute kann das einem Jahresgehalt entsprechen. Andere Crewmitglieder berichteten von doppelten oder sogar dreifachen Bezügen während der gefährlichen Tage im Kriegsgebiet. Die Bedrohung ist real: Seit dem 28. September wurden laut der britischen Schifffahrtsbehörde UKMTO sieben Schiffe angegriffen. Zwei Seeleute wurden verletzt, einer getötet.

Zitterfahrt: Licht aus, kein GPS, kein Tracker

Dramatische Details werden bekannt: Die Tanker fahren meist nachts, mit ausgeschalteten Lichtern und möglichst geringer elektronischer Sichtbarkeit. Alles, damit sie schwerer aufzuspüren sind. Zudem fallen häufig GPS-Systeme aus oder werden gestört. Dann ist klassische Navigation mit limitiertem Radar und dem Erkennen von Inseln und Küstenlinien nötig.

Die psychische Belastung an Bord ist offenbar enorm: Auf einem Schiff kündigte nach nur einer Passage die Hälfte der Crew. Die hohen Boni sollen nun helfen, rasch neues Personal zu finden. Jedenfalls: Während Autofahrer weltweit unter hohen Spritpreisen stöhnen, wird beim neuen „Öl-Boom“ im Transportgeschäft kräftig verdient.

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