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Omega-3-Fettsäuren können Wachstum von Krebs beeinflussen

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Omega-3-Fettsäuren können Wachstum von Krebs beeinflussen

Von: Pamela Dörhöfer

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Omega-Fettsäuren gelten als gesund. Forschende haben nun Hinweise auf schwerwiegende Nebenwirkungen gefunden, die mit der Abwehr von Krebs zu tun haben.

Omega-Fettsäuren werden viele positive Eigenschaften zugeschrieben, Millionen Menschen schlucken deshalb täglich Nahrungsergänzungsmittel, die diese mehrfach ungesättigten Fettsäuren enthalten. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren schützen die Zellwände und spielen eine wichtige Rolle bei der Signalübertragung zwischen Zellen. Sie sollen außerdem den Cholesterinspiegel und den Blutdruck senken, und damit das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen reduzieren, das Nervensystem unterstützen und helfen, die geistige Leistungsfähigkeit zu erhalten.

Als besonders gesund gilt die Omega-3-Fettsäure, der auch eine starke entzündungshemmende Wirkung zugeschrieben wird. Natürliche Quellen sind fette Fische wie Lachs oder Hering, Rapsöl oder Walnussöl. Der Körper kann mehrfach ungesättigte Fettsäuren nicht selbst herstellen, sie müssten durch die Nahrung zugeführt werden.

Ein Forschungsteam der Yale University School of Medicine (USA) hat nun Hinweise auf eine mögliche schwerwiegende Nebenwirkung gefunden. Demnach könnten Omega-Fettsäuren die körpereigene Abwehr gegen Krebs schwächen, indem sie die tumorabtötende Fähigkeit natürlicher Killerzellen des angeborenen Immunsystems mindern. Ihre Erkenntnisse haben die Forschenden im Fachmagazin „Science“ veröffentlicht.

Größeres öffentliches Bewusstsein nötig

„Angesichts der weitverbreiteten Werbung für mehrfach ungesättigte Fettsäuren als vorteilhafte Nahrungsergänzungsmittel ist ein größeres öffentliches Bewusstsein für ihre potenziellen unbeabsichtigten Wirkungen angebracht“, schreiben die Autorinnen und Autoren der Studie unter der Leitung des Pharmakologen und Vaskulär-Biologen Yi Luan. Konkret untersuchte das Team in Zellversuchen und bei Mäusen mit Darmkrebs, wie die mehrfach ungesättigten Fettsäuren auf natürliche Killerzellen wirken und welchen Einfluss sie dadurch auf das Krebswachstum nehmen. Die Ergebnisse der aktuellen Studie deuten darauf hin, dass die Interaktion ungesättigter Fettsäuren mit dem Immunsystem komplexer ist als bislang gedacht und sie sowohl Krebszellen als auch die gegen diese gerichteten Abwehrzellen beeinflussen.

Natürliche Killerzellen gehören zu den weißen Blutkörperchen und sind Teil des angeborenen Immunsystems. Sie gelten bei Bedrohungen, etwa durch Infekte, als erste Abwehrlinie, die sofort, im Gegensatz zu Antikörpern oder T-Zellen jedoch unspezifisch reagiert. Viele Eindringlinge wie Viren, Bakterien, aber auch sich bildende Krebszellen können auf diese Weise bereits vernichtet werden, bevor das erworbene Immunsystem nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip hochspezifische Abwehrwaffen produziert.

Aktivität natürlicher Killerzellen werden gehemmt

Die Forschenden der Yale-University fanden heraus, dass die mehrfach ungesättigten Fettsäuren die Aktivität natürlicher Killerzellen hemmen können, indem sie ins Innere dieser Abwehrzellen gelangen. Das geschieht „an Bord“ eines Proteins mit dem Namen LDL-Rezeptor-verwandtes Protein 5 (LRP5), das die Fettsäuren in die Killerzellen transportiert. Weiter stellte das Team fest, dass die Fettsäuren in den Killerzellen einen Stoffwechselregulator hemmen, was wiederum dazu führte, dass die gegen Darmtumore gerichtete Aktivität gemindert wird.

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Blockierten die Wissenschaftler:innen das Transporterprotein in natürlichen Killerzellen in Zellkulturen oder erzeugten im Tierversuch einen Mangel an diesem Eiweiß, so waren die Abwehrzellen effektiver dazu in der Lage, Tumore zu bekämpfen. Erhielten Mäuse mit Darmkrebs eine Diät, die das Protein nicht enthielt, so verlangsamte sich das Wachstum der Tumore. Gleichzeitig erhöhte sich die Wirksamkeit einer Krebs-Immuntherapie mit Checkpoint-Hemmern – Medikamenten, die eingesetzt werden, um Bremsen im Immunsystem zu lösen, um ihm einen verstärkten Kampf gegen den Tumor zu ermöglichen.

Die Yale-Forschenden schließen aus ihren Experimenten, dass eine Ernährung, die gezielt einen Mangel an dem LRP-5-Protein erzeugt, auch bei Patientinnen und Patienten mit Darmkrebs die Wirksamkeit einer Immuntherapie verstärken könnte. Im nächsten Schritt müssten nun die Mechanismen genauer untersucht und erforscht werden, wie sich ein Mangel an diesem Protein auf verschiedene Krebsarten auswirken kann. Die Ergebnisse solcher folgenden Studien könnten dann in gezielte Ernährungsempfehlungen für Krebspatientinnen und -patienten münden.

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