Opec+: Opec+ hebt Limit für Ölförderung an
Das Ölkartell Opec+ hat die Obergrenze für die Ölförderung zum sechsten Mal in Folge angehoben. Es weitet die erlaubte Produktionsmenge für September um täglich 188.000 Barrel (je 159 Liter) aus. Das teilten die sieben Länder der Opec+ mit. Das muss Expertinnen und Experten zufolge aber nicht unbedingt bedeuten, dass mehr Öl auf den Weltmarkt gelangt. Länder wie Saudi-Arabien haben zuletzt die ihnen zugeteilte Höchstmenge nicht erreicht. Das liegt vor allem an der Teilblockade des wichtigen Seewegs Straße von Hormus, durch die ein großer Teil des saudischen Öls transportiert werden müsste. Der Preis für ein Barrel der Sorte Brent ist seit den ersten Angriffen der USA und Israels auf den Iran Ende Februar um etwa 26 Prozent gestiegen. Er liegt zurzeit bei rund 88 Dollar (gut 75 Euro). Mit der Erhöhung im September wird die schrittweise Rücknahme einer ursprünglich 2023 vereinbarten Kürzung von 1,65 Millionen Barrel pro Tag abgeschlossen. Vor dem Beschluss vom Sonntag hatte es laut der Nachrichtenagentur Reuters in Kreisen der Opec+ geheißen, die Allianz plane nach September keine weiteren Steigerungen bis zum Jahresende. Grund dafür sind demnach potenziell schwierige Verhandlungen über neue Förderquoten. Mitglieder wollen höhere Einzelförderquoten Die Opec+ prüft derzeit die Förderkapazitäten ihrer Mitglieder, die als Grundlage für die Förderquoten ab 2027 dienen sollen. Einige Mitglieder, darunter der Irak, drängen auf höhere Einzelquoten, um ihre gestiegenen Kapazitäten widerzuspiegeln. Zu der Erhöhung für den September bekennen sich Saudi-Arabien, Russland, der Irak, Kuwait, Kasachstan, Algerien und der Oman. Diese bilden die Kerngruppe der Opec+. Mit dem Austritt der Vereinigten Arabischen Emirate umfasst die Opec+ 21 Mitgliedsländer – einschließlich des Iran. Die Kerngruppe will sich am 6. September erneut treffen, hieß es.