Opels Elektro-Rallyeauto: Dieser Mokka ist nichts für Kaffeefahrten
TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen 281 PS, Überrollkäfig, Fly-off-Handbremse und Slicks: Der neue Opel Mokka GSE Rally hat mit dem Serien-SUV kaum noch etwas gemeinsam. BILD durfte im Elektro-Renner mitfahren. Wer bei einem Opel Mokka an entspanntes Cruisen denkt, liegt dieses Mal komplett daneben. Schon bevor der Motor überhaupt läuft, ist klar: Das wird keine Kaffeefahrt. Feuerfester Overall, Helm, Handschuhe und Gurte, die einem fast die Luft abschnüren – so beginnt die erste Begegnung mit dem Mokka GSE Rally. Der Elektro-Rennwagen startet im ADAC Opel Electric Rally Cup und soll den Motorsport-Nachwuchs an die Elektromobilität heranführen. Opel Mokka GSE: Kaum wiederzuerkennen Mit dem Serien-Mokka hat der Rallye-Renner nur noch wenig gemeinsam. Im Innenraum dominieren blankes Blech, Überrollkäfig und zwei Schalensitze. Die Mittelkonsole ist verschwunden, stattdessen gibt es Schalter für den Rennbetrieb und eine fast einen Meter hohe Fly-off-Handbremse, mit der sich das Auto blitzschnell um enge Kehren werfen lässt. Unter dem Blech arbeitet dagegen die bekannte Technik. Vorn treibt eine 281 PS starke E-Maschine die Vorderräder an, die Batterie speichert 54 kWh. 175 fühlen sich an wie 250 Zwar ist der Rallye-Mokka auf 175 km/h begrenzt, doch auf einer Wertungsprüfung spielt das kaum eine Rolle. Viel wichtiger ist der brutale Antritt aus engen Kurven. Dazu kommt ein eigens entwickeltes Soundmodul, das trotz Elektroantrieb ordentlich Krawall macht. Schon auf trockenem Asphalt wirkt der Mokka deutlich direkter als das Straßenauto. Die Slicks kleben am Asphalt, jede Bodenwelle kommt ungefiltert im Cockpit an und die kleine Lenkung vermittelt jede Bewegung unmittelbar. Nur 60 Kilometer Vollgas Einen Haken gibt es allerdings: Unter Rennbedingungen ist die Batterie deutlich schneller leer als im Alltag. Während der Serien-Mokka bis zu 336 Kilometer nach WLTP schaffen soll, muss der Rallye-Renner nach spätestens rund 60 Kilometern an den Schnelllader. Deshalb stehen bei den Veranstaltungen inzwischen mobile Ladeparks bereit. Nach wenigen Kilometern steigt der Puls spürbar. Mit weichen Knien, verschwitztem Rücken und zittrigen Händen endet die Fahrt schneller, als einem lieb ist. Nur eines braucht danach garantiert niemand mehr: Kaffee. Dafür hat der Mokka GSE Rally schon selbst gesorgt.