DAX -0,76 % 26.238,79 Pkt 09:26:38 MDAX -0,68 % 32.242,81 Pkt 09:26:38 Euro Stoxx 50 -0,35 % 6.507,68 Pkt 09:26:30 Dow Jones -0,71 % 53.459,78 Pkt 22:42:57 S&P 500 -0,69 % 7.745,06 Pkt 22:42:27 Nasdaq -0,59 % 26.644,91 Pkt 23:15:59 Nikkei -2,54 % 67.460,73 Pkt 08:45:03 Gold +0,91 % 4.458,10 USD 09:31:38 Silber -1,20 % 65,33 USD 09:31:22 Brent +0,21 % 91,06 USD 09:31:24 WTI -0,44 % 84,13 USD 09:31:26 Bitcoin -0,50 % 64.183,66 USD 09:41:32 EUR/USD +0,04 % 1,15790 USD 09:40:55 EUR/GBP +0,14 % 0,85560 GBP 09:41:38 EUR/CHF -0,22 % 0,93840 CHF 09:41:39 EUR/JPY +0,33 % 184,881 JPY 09:41:38

OpenAI-Chef Altman macht Erziehungsvorschlag - fast alle kritisieren ihn

Technologie

Startseite Panorama OpenAI-Chef Altman macht Erziehungsvorschlag – fast alle kritisieren ihn Von: Andreas Apetz Uns auf Google folgen Wie könnte Erziehung in einer Zukunft mit Künstlicher Intelligenz aussehen? OpenAI-Chef Altman bekommt für einen Vorschlag starken Gegenwind. Frankfurt – Künstliche Intelligenz durchdringt unseren Alltag bereits in vielen Bereichen. Auch Erziehungsarbeit gehört mittlerweile dazu. Dabei ist ihr Einsatz vielfältig und reicht vom Erziehungsratschlag bis hin zum sich selbst steuernden Kinderspielzeug. Sam Altman, Chef von OpenAI und der Kopf hinter ChatGPT, ist zwar kein Erziehungswissenschaftler, aber ließ es sich dennoch nicht nehmen, einen „coolen Use Case“ seines Produkts für den Familienalltag zu veröffentlichen. Auf der Plattform X schreibt der CEO, Eltern könnten ihren Familienkalender mit ChatGPT verbinden und dem Chatbot dann erklären, welche Interessen die eigenen Kinder haben. „Jeden Morgen auf dem Weg zur Schule soll ein Podcast abgespielt werden, in dem es um das Fußballspiel eines Kindes am Nachmittag, den bevorstehenden Geburtstag, aktuelle Nachrichten usw. geht“, schreibt Altman. „Gruselig und seltsam“: OpenAI-CEO Altman erntet Kritik Der Beitrag wurde mehr als 14 Millionen Mal angesehen (Stand: 17. August 2026). In den Kommentaren hagelt es Kritik für den ChatGPT-Chef. Viele sehen den „Use Case“ als Köder, um das Sprachmodell des Unternehmens mit privaten Informationen zu füttern. Der allergrößte Teil kritisiert jedoch die Idee, Kinder von einer künstlich generierten Stimme berieseln zu lassen: „Wie wäre es, wenn du mit deinen Kindern sprichst?“, schreibt ein User. Der Kommentar erhielt 227.000 Likes, während Altmans Post nur 12.000-mal mit „Gefällt mir“ markiert wurde. Viele finden die Idee „gruselig und seltsam“ und werfen Altman, der selbst ein Kind adoptiert hat, vor, kein Interesse an anderen Menschen zu haben. „Schön. Ein Sprachgenerator für Schmeicheleien, der Menschen zu Soziopathen macht und gleichzeitig ChatGPT mit Informationen über Kinder füttert, damit das Programm ihnen beim Aufwachsen gezieltere Werbung anzeigen kann“, fasst ein weiterer Kommentar mit viel Zuspruch die Kritikpunkte zusammen. Dass Kritiker Altmans Idee skeptisch sehen, hat einen Grund: Expertinnen und Experten betonen seit Jahren, wie wichtig echte Interaktion für die kindliche Entwicklung ist. Nathalie Frey, Logopädin am Lehrstuhl für Sprachheilpädagogik der Universität Würzburg, erklärt bei der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media, entscheidend sei eine „sprachreiche Umgebung, die sich dem Sprachstand des Kindes anpasst“. Gerade die ersten drei Lebensjahre prägten Kinder nachhaltig. Dabei komme es weniger auf die Menge an gehörten Wörtern an, sondern auf deren Qualität. „Sprachreiche Umgebungen sind nicht unbedingt die, in denen die ganze Zeit Sprache auf das Kind einprasselt“, sagt Frey. Viele Studien zeigten, „dass es nicht nur die Masse ist, sondern, was gesagt wird“. Ein Podcast, der Kindern morgens Termine und Nachrichten vorträgt – wie von Altman skizziert – dürfte diesem Kriterium kaum gerecht werden. Frey rät stattdessen zu gemeinsamem Spielen und Bilderbuchbetrachten. Letzteres sei „die am besten nachgewiesene Möglichkeit, um die Sprache von Kindern zu fördern“. Vom reinen Konsum, seien es Kinderserien, YouTube-Videos oder eben Podcasts, rät sie ab: „Wenn ein drei- bis vierjähriges Kind nur Videos anschaut, ohne darüber zu sprechen, ist das eher hinderlich für den Spracherwerb.“ Hinzu komme das „hohe Suchtpotential“ digitaler Formate. Risiko beim Aufwachsen mit Künstlicher Intelligenz: Kinder brauchen sprachliche Vorbilder Ähnlich sieht das Salman Ansari, Buchautor und Entwickler pädagogischer Konzepte, der fünf Jahre lang Offenbacher Kitas begleitete. Im Interview mit der Frankfurter Rundschau macht er klar: Kinder lernten Sprache über Handlung und Dialog. Sein Rezept sei „im Grunde ganz einfach: ständig fragen. ‚Was denkst du? Was meinst du? Erzähl mir mal.‘ Kinder immer wieder zum Sprechen auffordern.“ Sprache entstehe dort, wo sie gebraucht werde. Dafür sei Interaktion gefragt. Hinzu kommt eine Sorge, die eine aktuelle Studie der Universitäten Washington und Carnegie Mellon untermauert: Sprachmodelle neigen zu einer auffälligen Gleichförmigkeit ihrer Ausgaben. Die Autorinnen und Autoren beobachteten in ihrer im Oktober 2025 veröffentlichten Arbeit „Artificial Hivemind“, dass Sprachmodelle „auffallend ähnliche Antworten“ hinsichtlich sprachlicher Muster produzieren. Die Forschenden warnen ausdrücklich vor einer „langfristigen Homogenisierung menschlichen Denkens durch wiederholte Aussetzung an ähnliche Outputs“. Wenn Kinder ihren Wortschatz und ihre Ausdrucksweise durch KI-generierte Inhalte erwerben und nicht durch andere Menschen, könnte sich das also negativ auf die Entwicklung ihrer sprachlichen Fähigkeiten auswirken. Ausgerechnet digitale Medien, die Eltern entlasten sollen, werden laut Ansari oft problematisch verwendet. Er beobachte häufig, dass Kindern im Restaurant beispielsweise sofort ein Tablet hingelegt werde: „Das Kind ist dann ‚weg‘, und die Erwachsenen unterhalten sich. Das ist eine sehr schlechte Entwicklung.“ Kinder bräuchten sprachliche Vorbilder, betont er. „Sprache lernt man durch Nachahmung. Wenn es keine sprachlichen Vorbilder mehr gibt, kann man sie auch nicht nachahmen.“ Ein KI-generierter Morgen-Podcast dürfte diese Lücke kaum füllen. (Quelle: X, eigene Recherche)

← Zurück zu News

Bereit für Ihre kostenlose E-Mail?

512 MB Speicher, modernes Webmail und ein News-Portal — kostenlos starten.

Jetzt kostenlos registrieren