OpenAI-Überläufer: Apple nimmt weitere Ex-Beschäftigte ins Visier
close notice This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication. . Im Streit zwischen Apple und OpenAI über mutmaßlich preisgegebene Geschäftsgeheimnisse des iPhone-Herstellers kommen neue mögliche Fälle ans Licht. Nach einer Klage gegen zwei ranghohe Überläufer von Apple zu OpenAI haben Apples Anwälte weitere Ex-Beschäftigte kontaktiert, die jetzt bei dem KI-Hersteller arbeiten. Auch sie sollen ihr Apple-Insiderwissen bei OpenAI preisgegeben haben. OpenAI entwickelt ein Gerät speziell für die Nutzung mit Künstlicher Intelligenz – und setzt dabei vermehrt auf abgeworbenes Apple-Personal. Weiterlesen nach der Anzeige Die Financial Times (FT) berichtet konkret über rund 40 Personen, die per Brief aufgefordert worden sein sollen, bestimmte Dokumente und Korrespondenz aufzubewahren. Die Briefempfänger wurden demnach auch zu Terminen mit den Anwälten von Apple geladen. Damit wären etwa zehn Prozent der 400 Personen, die von Apple zu OpenAI gewechselt sind, jetzt im Visier ihres Ex-Arbeitgebers. Die FT beruft sich auf mehrere, nicht näher genannte Personen, die mit dem Vorgang vertraut sind. Vorangegangen war eine Klage von Apple gegen zwei ehemalige ranghohe Mitarbeiter. Einer ist Tang Tan, vormals Apple-Designer, heute Hardware-Chef von OpenAI. Er war der bisher ranghöchste Überläufer, arbeitete mehr als 20 Jahre bei Apple und verantwortete vor seinem Wechsel das Design des iPhones und der Apple Watch. Sein neuer und alter Kollege Chang Liu war acht Jahre lang bei Apple als leitender Ingenieur tätig und arbeitete an einigen der sensibelsten Produktentwicklungsprogramme von Apple mit, wie es in Apples Klage heißt. Heute ist er ebenfalls für OpenAI tätig. Jegliche Kontaktversuche von Apple ignoriert? Als Apple Liu kontaktierte, um ihn zu bitten, die Vertraulichkeitserklärung von Apple zu unterzeichnen, einen Termin für ein Austrittsgespräch zu vereinbaren und zu bestätigen, dass er seine Geräte zurückgegeben und die übrigen Austrittsformalitäten erfüllt habe, soll er laut Klage nicht reagiert haben. Liu soll bei OpenAI über seinen Apple-Dienstrechner auf Daten des iPhone-Herstellers zugegriffen haben. Die sogenannten „Exit Interviews“ sind bei Apple Befragungen für Mitarbeiter, die gekündigt haben. Tan und Liu sollen ihren Neukollegen Tipps gegeben haben, wie sie in diesen Interviews am besten durch die Sicherheitsüberprüfungen kommen. Möglicherweise haben sich die 40 Personen, die jetzt Post von Apples Anwälten bekommen haben, ähnlich wie Liu nach seinem Arbeitgeberwechsel verhalten. Bewerbungskandidaten von Apple sollen Tan und Konsorten sogar gebeten haben, Apple-Bauteile zum Bewerbungsgespräch mitzubringen – was Apple natürlich streng verbietet, inklusive rigoroser Sicherheitsprotokolle. Apple sieht in all dem eine Strategie von OpenAI. OpenAI streitet alles ab Weiterlesen nach der Anzeige OpenAI sieht derweil „keine Beweise“ für Diebstahl geistigen Eigentums. Für das Unternehmen kommen die rechtlichen Probleme zur Unzeit: In diesem Jahr plant es seinen Börsengang. Zudem dürfte die Entwicklung eigener Hardware durch hunderte Ex-Apple-Leute noch viel Stoff für weitere juristische Auseinandersetzungen liefern und damit alles andere als leicht werden.