DAX +0,61 % 26.459,88 Pkt 13:46:50 MDAX +0,60 % 32.459,22 Pkt 13:46:51 Euro Stoxx 50 +0,30 % 6.559,24 Pkt 13:46:30 Dow Jones -0,07 % 53.732,41 Pkt 22:41:05 S&P 500 +0,48 % 7.785,76 Pkt 22:39:27 Nasdaq +0,53 % 26.729,16 Pkt 23:15:59 Nikkei +0,74 % 69.220,25 Pkt 08:45:03 Gold +0,37 % 4.453,80 USD 13:51:44 Silber +1,17 % 65,87 USD 13:50:52 Brent +0,55 % 89,01 USD 13:51:22 WTI +0,19 % 82,56 USD 13:51:40 Bitcoin +1,16 % 63.548,43 USD 14:01:43 EUR/USD +0,53 % 1,15960 USD 14:00:57 EUR/GBP +0,02 % 0,85510 GBP 14:01:50 EUR/CHF -0,03 % 0,93870 CHF 14:01:50 EUR/JPY +0,37 % 184,572 JPY 14:01:51

OpenAI: Zunehmende personelle Unru­hen vor möglichem Börsen­gang

Technologie

Kurz vor dem von vielen Experten prognostizierten Börsengang nehmen die Unruhen bei OpenAI nicht zuletzt aufgrund personeller Veränderungen deutlich zu. Nach mehreren Abgängen hochrangiger Führungskräfte und dem Umbau von Sicherheitsteams berichten Mitarbeiter von Frust, Erschöpfung und internen Machtkämpfen. Das Führungskarussell dreht sich weiter Die von OpenAI-CEO Sam Altman vorangetriebene stärkere Ausrichtung auf ChatGPT und den Wettbewerb um Unternehmenskunden sowie das gleichzeitig hohe Entwicklungstempo fordern laut einem Bericht der Financial Times erste Tribute in Form der Abgänge zahlreicher hochkarätiger Experten und Führungskräfte. Dazu zählt unter anderem Chief Revenue Officer Denise Dresser, die erst im Dezember mit der Aufgabe eingesetzt worden war, das Geschäft mit Unternehmenskunden auszubauen. Zuvor hatten unter anderem der frühere Finanz- und operative Chef Brad Lightcap sowie Ethikchefin Chloé Bakalar OpenAI verlassen. Bakalar war weniger als ein Jahr im Unternehmen. Erst vor rund fünf Wochen hatte Fidji Simo, die das Anwendungsgeschäft leitete und als Nummer zwei hinter Altman galt, ihre Position aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben und steht dem Unternehmen lediglich in beratender Funktion zur Verfügung. Trotz des offiziellen Rückzugs soll sie nach Angaben von zwei OpenAI nahestehenden Personen allerdings weiterhin sehr aktiv agieren und „im Hintergrund weiterhin die Fäden“ ziehen. Gleichzeitig sollen Führungskräfte intern um Altmans Aufmerksamkeit konkurrieren. Darüber hinaus gewinnt Mitbegründer Greg Brockman, der als Altmans vertrauenswürdigster Stellvertreter gilt, durch das Vorrücken in das durch die Abgänge geschaffene Vakuum zunehmend an Einfluss. Zuerst versetzt, dann raus Inmitten der Unruhen soll sich zunehmend ein gewisses Muster abzeichnen: Immer häufiger wechseln hochrangige Führungskräfte zunächst auf neue oder nur wenig klar definierte Positionen, um kurze Zeit später das Unternehmen zu verlassen. So war Brad Lightcap acht Jahre für OpenAI tätig, zunächst als Finanzchef und später als operativer Leiter des Geschäfts, wurde im April allerdings auf eine Position für „Sonderprojekte“ versetzt. Auch Kevin Weil, ehemaliger Chief Product Officer, und Josh Achiam, ehemaliger Chief Futurist, wechselten vor ihrem Ausscheiden zunächst in neue Funktionen. OpenAI stellt die zurückliegenden Änderungen hingegen als Teil einer Straffung vor einem möglichen Börsengang dar, der zwar für dieses Jahr erwartet wurde, mittlerweile aber für das kommende Jahr als wahrscheinlich gilt. So soll Altman im Zuge dessen unter anderem Mitarbeiter angewiesen haben, sogenannte „Nebenmissionen“ zurückzufahren und die Ressourcen stärker auf ChatGPT sowie den Wettbewerb mit Anthropic um Unternehmenskunden zu konzentrieren. Mitbewerber ziehen immer weiter davon Gleichzeitig hat die Konkurrenz längst aufgeholt und der KI-Spezialist muss sich zunehmend dem Wettbewerb stellen. So soll OpenAIs Umsatz von 24 Milliarden Dollar Ende vergangenen Jahres auf aktuell rund 40 Milliarden Dollar gestiegen sein, wobei ein wesentlicher Teil dieses Wachstums nach Angaben einer mit den Zahlen vertrauten Person seit der Veröffentlichung von GPT-5.6 vor fünf Wochen entstanden sein soll. Damit steht OpenAI aber längst nicht mehr an der Spitze der KI-Konzerne, sondern wurde in vielen Bereichen bereits von Anthropic überholt. So soll der hochgerechnete Jahresumsatz des Konkurrenten von neun Milliarden Dollar Ende 2025 auf 47 Milliarden Dollar im Mai angestiegen sein und anschließend eine ähnliche Entwicklung fortgesetzt haben. Umbau wird zum Risiko für die Sicherheit Auffällig ist auch der Umbau der KI-Sicherheitsarbeit. So löste OpenAI Ende vergangenen Monats sein „Preparedness“-Team in seiner bisherigen Form auf. Die Einheit untersuchte, ob Modelle schwere oder katastrophale Risiken verursachen könnten, und entwickelte entsprechende Gegenmaßnahmen. Verantwortlichkeiten für einzelne Bereiche wie biologische Risiken und Cyberrisiken wurden stattdessen hochrangigen Mitarbeitern innerhalb bestehender Teams übertragen. Zuvor waren bereits Teams für „AGI Readiness“, „Mission Alignment“ und „Superalignment“ aufgelöst worden. Damit verschwand ein weiteres Element der früher stärker forschungsorientierten Organisationsstruktur. Jan Leike, ehemaliger Co-Leiter des Superalignment-Teams, hatte OpenAI bereits 2024 nach seinem Ausscheiden dafür kritisiert, dass Sicherheit gegenüber „glänzenden Produkten“ zunehmend in den Hintergrund geraten sei. Dylan Scandinaro, bisheriger Leiter des Preparedness-Teams, beschäftigt sich nun stattdessen mit den Sicherheitsfolgen „rekursiv selbstverbessernder“ KI. Gemeint sind damit Systeme, die ihre eigenen Fähigkeiten weiterentwickeln und andere Modelle trainieren können. Die Diskussion um OpenAIs Ausrichtung in Sicherheitsfragen ist dem Artikel zufolge aufgrund der jüngsten Vorkommnisse rund um eines seiner KI-Modelle, das bei internen Tests seiner Cyber-Fähigkeiten in ein anderes Unternehmen eindrang, erneut in den Fokus gerückt. Die Abgänge von Bakalar, Achiam und dem Deutschen Johannes Heidecke, die alle im Sicherheitsbereich tätig waren, verstärken die internen Sorgen zusätzlich. Mitarbeiter sollen die aktuelle Situation bei OpenAI als „beängstigend“ bezeichnen, andere befürchten, dass die Führung „die Sache nicht ausreichend im Griff“ habe. Investoren uneins Unter Investoren sollen die Veränderungen hingegen unterschiedlich bewertet werden. Während sich einige angesichts der hohen Fluktuation und einer aus ihrer Sicht fehlenden Fokussierung sorgen, betrachten andere Geldgeber die Umbauten als normale Vereinfachung der Führungsstruktur vor einem Börsengang. Gleichzeitig hat OpenAI ein Aktienrückkaufangebot im Umfang von fast sieben Milliarden Dollar abgeschlossen, über das Mitarbeiter Anteile verkaufen konnten. Mehrere aktuelle und ehemalige Mitarbeiter sollen dadurch jeweils mehr als zehn Millionen Dollar erhalten haben. Angesichts von Erschöpfung und Frustration über die wiederholten Reorganisationen wird diese Liquiditätsmöglichkeit von einigen Beschäftigten offenbar auch als Gelegenheit zum Ausstieg betrachtet.

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