„Operation wird sehr kurz sein“: Kreml-Zeitung kündigt Angriff auf Litauen an
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Moskau – Hat der Kreml versehentlich seine Angriffspläne gegen einen Nato-Staat verraten?Am Freitag musste Moskau einen Bericht der staatlichen russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti zurückrufen, in dem offen eine weitere „militärische Spezialoperation“ angekündigt wurde – ein vom russischen Regime verwendeter Begriff auch für den Krieg in der Ukraine. Das Land, das nun zum Opfer der Russen werden sollte: Litauen!
RIA Novosti verbreitete den Artikel, in dem sehr konkret die „Spezialoperation“ gegen das Nato-Land Litauen beschrieben und sogar ein Atomschlag ins Spiel gebracht wird. Die Operation werde „sehr kurz sein“, schrieb der Autor.
„Die Lösung ist blitzschnell“
Und weiter: „Wir sprechen darüber, welche Mittel eingesetzt werden könnten. Und da unsere Gegner als Erste mit Atomwaffen drohen, kann Russland sogar auf den Einsatz von Bodentruppen verzichten. Nur Raketen mit den entsprechenden Sprengköpfen. Die Lösung ist nicht nur schnell, sie ist blitzschnell.“
Hintergrund ist die Entscheidung des litauischen Parlaments, die Aufhebung des Verbots der Stationierung von Atomwaffen im Land voranzutreiben – ein Mittel zur Abschreckung einer möglichen russischen Aggression. Der Autor dichtete Litauen in dem Bericht auch eigene Angriffspläne an, berichtet u. a. das kremlkritische russische Exilmedium „Meduza“.
Weiter hieß es bei RIA Novosti: Europäische Länder würden „auf die Verlegung nicht-konventioneller Waffen an Russlands Grenzen drängen“, Litauen sei ein „selbstmörderischer Staat ohne jeglichen Verstand“ und bereit, „zu einem Nuklearwaffenlager zu werden“.
Artikel entsprach „nicht der staatlichen Politik“
Nach einigen Stunden verschwand der Artikel wieder. Er entspreche „nicht der Meinung der Redaktion, der redaktionellen Politik und der staatlichen Politik der Russischen Föderation“, hieß es von RIA Novosti. Bemerkenswert: Auch Kreml-Diktator Wladimir Putin (73) selbst wies die Angriffspläne gegen europäische Nato -Staaten zurück. Sein Land bereite sich „nicht auf irgendeine Art von Kampf mit Europa“ vor, erklärte er.
Allerdings sprechen die Tatsachen eine andere Sprache: Laut dem kremlkritischen Medium „Volya“ plant das russische Verteidigungsministerium, bis zum Herbst in zivilen Krankenhäusern entlang der Nato-Grenze zusätzliche 16.000 Betten für Militärpatienten bereitzustellen. UND: Moskau hatte seinen Ton gegenüber Litauen zuletzt deutlich verschärft. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow (58) drohte, dass Litauen „im Visier“ russischer Atomwaffen sein werde.