DAX +2,24 % 26.202,35 Pkt 18:00:00 MDAX +1,81 % 32.559,91 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +0,94 % 6.486,70 Pkt 18:00:00 Dow Jones +3,05 % 54.085,88 Pkt 22:42:17 S&P 500 +3,30 % 7.736,52 Pkt 22:42:18 Nasdaq +4,77 % 26.584,99 Pkt 23:15:59 Nikkei +2,98 % 65.861,00 Pkt 04:35:03 Gold +3,84 % 4.188,70 USD 05:27:03 Silber +5,90 % 61,07 USD 05:27:03 Brent -6,48 % 78,34 USD 05:23:56 WTI -7,16 % 74,59 USD 05:26:59 Bitcoin +0,05 % 64.083,94 USD 05:37:02 EUR/USD +0,28 % 1,15390 USD 05:36:57 EUR/GBP +0,04 % 0,85730 GBP 05:37:05 EUR/CHF -0,09 % 0,93170 CHF 05:37:05 EUR/JPY +0,22 % 181,673 JPY 05:37:06

Optimismus trotz höherer Inflation: Fünf Anzeichen für den langersehnten Aufschwung

Wirtschaft

Zum Jahresauftakt kündigte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) an, 2026 zu einem „Wachstums- und Aufbruchsjahr“ machen zu wollen. Viele wirtschaftliche Frühindikatoren deuteten damals darauf hin, dass es so kommen könnte. Doch nur wenige Wochen später brach sein amerikanischer Amtskollege den Iran-Krieg vom Zaun und machte die zarten Hoffnungen auf Wachstum wieder zunichte. Nicht nur kehrte dadurch die Unsicherheit in den Lieferketten zurück. Vor allem die Energiepreise schossen durch die Decke, was Unternehmen wie Verbraucher bis heute spüren. Nach Auslaufen des Tankrabatts ist die Inflation im Juli deutlich stärker als erwartet gestiegen, und zwar auf nun 2,8 Prozent. Damit kehrt die Sorge vor neuerlichen Belastungen zurück. Spricht man mit Ökonomen und schaut auf die neuesten Wirtschaftszahlen, kann man aber auch anders auf die Lage blicken. Nicht voller Optimismus, doch zumindest verhalten positiver. Denn erneut verdichten sich die Anzeichen, dass nach dem wirtschaftlich verpatzten Jahresstart und über sechs Jahren Stillstand der Aufschwung bevorstehen könnte. 1 BIP-Wachstum: Drittes Plus in Folge Denn offenbar hat sich der Iran-Krieg nicht so negativ ausgewirkt wie befürchtet. Laut der Bundesbank sind die Konsumausgaben bisher trotz Energiepreisschock stabil. Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes, ist das Bruttoinlandsprodukt hierzulande von April bis Juni um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal gestiegen. Das wäre das dritte Quartals-Plus hintereinander, nach 0,3 Prozent zum Jahresende 2025 und 0,4 Prozent zum Jahresauftakt 2026. Verstetigt sich dieser Trend, wäre doch wieder ein Wachstum von über einem Prozent drin, wovon die Bundesregierung vor dem Iran-Krieg auch ausgegangen war. 2 Wieder mehr Ausfuhren Jahrzehnte ging das Wachstum hierzulande insbesondere darauf zurück, dass Autos, Anlagen und andere Erzeugnisse in die Welt verkauft wurden. Durch mehr Konkurrenz und eine geringere Nachfrage fiel der Außenhandel als Wachstumsbeitrag zuletzt allerdings aus. Nun ziehen die Exporte wieder etwas an. Die Exporterwartungen sind laut Ifo-Institut im Juli leicht gestiegen. Den letzten offiziellen Daten zufolge waren die Ausfuhren im Mai mit rund 138 Milliarden über sechs Prozent höher als ein Jahr zuvor. 3 Pralle Auftragsbücher in der Industrie Auch die Auftragseingänge sind im Mai spürbar gestiegen. In der Industrie um 1,7 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Laut dem Statistischen Bundesamt sind die Auftragsbücher dort mittlerweile so gut gefüllt wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen vor gut zehn Jahren. Industrieunternehmen bräuchten ohne weitere Neuaufträge bei gleichbleibendem Umsatz im Schnitt fast neun Monate, um sie abzuarbeiten – ebenfalls ein Rekordwert. Besonders im Maschinenbau sowie in der Chemie- und Metallindustrie verbesserte sich die Auftragslage. Die Bauwirtschaft profitiert neben guten Witterungsbedingungen weiter von dem Auftragsschub aus dem kreditfinanzierten Sondervermögen. 4 Geschäftserwartungen hellen sich auf In den Unternehmen hat sich die Stimmung im Zuge dieser Entwicklungen zuletzt spürbar aufgehellt. Das liegt vor allem an den Erwartungen für die kommenden Monate. Der regelmäßigen Umfrage des Münchner Ifo Instituts unter 9000 Firmen zufolge blicken Manager den vierten Monat in Folge optimistischer in die Zukunft. Auch der ZEW-Konjunkturindex – Forscher des Mannheimer Instituts befragen monatlich 185 Finanzanalysten dazu, wie sie auf das kommende Halbjahr blicken – stieg zum dritten Mal in Folge. „Das Reformpaket scheint Wirkung zu zeigen“, sagte ZEW-Präsident Achim Wambach. 5 Rekordstände beim Dax Die Aktienmärkte entwickeln sich schon seit Jahren weitestgehend entkoppelt von der allgemeinen Wirtschaftslage. Während das reale Bruttoinlandsprodukt in Deutschland seit 2019 nahezu stagniert ist, hat sich der Dax in diesem Zeitraum fast verdoppelt. Auch seit Jahresbeginn hat er abermals um über fünf Prozent zugelegt. Am Montag stieg der deutsche Leitindex erstmals über die Marke von 26.000 Punkten. Zurück dürfte der neue Rekordstand auf die Ankündigung des amerikanischen Präsidenten vom Wochenende gehen, dass man auf weitere Angriffe gegen den Iran verzichten und neue Gespräche führen werde. Der Iran-Krieg bleibt Ökonomen zufolge allerdings weiter der entscheidende Unsicherheitsfaktor für die wirtschaftliche Erholung Deutschlands. Gerade der Ölpreis unterliegt noch immer großen Schwankungen. Nachdem ein Fass der Nordseesorte Brent am Freitag noch über 91 US-Dollar kostete, waren es am Montagmittag nur gut 83 US-Dollar. Anfang Juli waren es ungefähr 70 Dollar, im Mai über 100 Dollar. Insofern sind die verhalten positiven Anzeichen nur Momentaufnahmen. Ob daraus nun tatsächlich der langersehnte Aufschwung werden kann, hängt weiterhin eher von den großen weltpolitischen Akteuren ab als vom Agieren der deutschen Bundesregierung.

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