Oracle stürzt immer tiefer in die Krise: Aktie auf neuem Mehrjahrestief!
Genau die standen nach dem Crash von SK Hynix an der Heimatbörse in Seoul zum Wochenauftakt unter Druck – Software-Titel konnten dieses Mal jedoch nicht profitieren. Besonders hart hat es die Anteile von SAP-Rivale Oracle getroffen, der knapp 6,5 Prozent an Wert verlor und damit auf den tiefsten Stand seit fast 1,5 Jahren fiel. Oracle stürzt nach Downgrade der Kreditwürdigkeit weiter ab Solche markanten Mehrjahrestiefs gelten in der technischen Analyse als starke Verkaufssignale. Das dürfte die Aktie jetzt zusätzlich belasten und könnte den ohnehin dynamischen Abwärtstrend weiter verschärfen. Dass der Schuldenberg von Oracle dabei immer weiter wächst und zu einem ersten Downgrade der Kreditwürdigkeit geführt hat, dürfte den Anteilen kaum auf die Sprünge helfen. Erdrückende Sorgen, erdrückender Abwärtstrend Zwar handelt die Oracle-Aktie langfristig in einem Aufwärtstrend, doch dieser hat im Zusammenhang mit dem KI-Boom und dem Umbau des Geschäftsmodell zum Cloud- beziehungsweise Compute-as-a-Service-Dienstleister erheblich an Volatilität gewonnen. Allein in den vergangenen 1,5 Jahren pendelte die Aktie zwischen 120 und fast 350 US-Dollar. Das ist für ein reifes Unternehmen eine enorme Schwankungsbreite und verdeutlicht die Schwierigkeiten des Marktes, Oracle zu bewerten. Wurde das Unternehmen im Spätsommer vergangenen Jahres noch für seinen gewaltigen Cloud-Backlog gefeiert, haben längst die Sorgen überhandgenommen. Auf der einen Seite bestehen Bedenken, was das Kerngeschäft im Bereich Software betrifft. Auf der anderen Seite ruiniert Oracle seine Unternehmensbilanz mit gewaltigen Investitionskosten, was zu finanziellen Sorgen und der Profitabilitätsfrage führt. Die Kombination dieser Belastungen hat der Aktie einen hartnäckigen Abwärtstrend eingebracht, die spätestens seit dem Death Cross im Januar kaum mehr Land sieht. Kaum Erholungschancen, weitere Verluste zu befürchten Am Montag ist sie in einem schwachen Gesamtmarktumfeld auf den tiefsten Stand seit April 2025 gefallen. Damit wurde auch der Mehrfachboden im Bereich von 135 US-Dollar unterschritten. Das erschwert nicht nur eine Erholung der Aktie, sondern bedeutet auch die Gefahr neuer Verluste. Für weitere Abgaben sprechen die schwachen technischen Indikatoren. Der Relative-Stärke-Index (RSI) ist zwar im überverkauften Bereich angelangt, gleichzeitig hat er sich von seinen Tiefständen etwas erholt. Das bedeutet, dass das Abwärtspotenzial der Aktie kurzfristig noch nicht ausgeschöpft ist. Der Trendstärkeindikator MACD notiert ebenfalls äußerst schwach. Er deutet zwar einen Sprung über seine (rote) Signallinie an, was für kurzfristige Entspannung sorgen könnte, doch sicher ist dieses Crossing keineswegs. Umgekehrt sind die Erholungschancen gering. Noch liegen in den technischen Indikatoren keine markanten, gegen den Abwärtstrend der Aktie gerichteten Aufwärtstrends vor – es fehlt also an bullishen Divergenten, welche eine Trendwende ankündigen könnten. Prozyklische Kaufsignale sind unterdessen weit entfernt. Eine Rückeroberung der Unterstützungen bei 135 und 150 US-Dollar würde zwar für Entlastung sorgen, für neue Impulse zur Oberseite müsste aber mindestens die 50-Tage-Linie bei rund 182 US-Dollar überwunden werden. Allein bis hierhin sind fast 40 Prozent zurückzulegen. Das verdeutlicht, wie groß der in den vergangenen Wochen und Monaten entstandene Schaden am Chartbild ist. Sollte es also überhaupt zu einer Erholung kommen, liegt eine potenziell dauerhafte Trendwende noch viele Monate in der Zukunft. Fazit: Ramsch ist niemals ein Schnäppchen, Finger weg! Während der Chart technisch äußerst schwach ist und weitere Verluste befürchten lässt, gibt es auch aus fundamentaler Perspektive wenig, das jetzt für eine Erholung oder gar eine Trendwende spricht. Zwar konnte Oracle sein Umsatzwachstum zuletzt deutlich beschleunigen; die Erlöse kletterten im abgelaufenen Quartal um knapp 21 Prozent. Im selben Zeitraum wuchs die Nettoverschuldung jedoch von 97,75 auf 135,54 Milliarden US-Dollar und damit um 38,7 Prozent. Schon jetzt belaufen sich die Zinskosten pro Quartal auf fast 1,5 Milliarden US-Dollar. Die Aktie wird von Investoren also völlig zurecht gemieden. Am Montag hat die Kreditagentur Oracle außerdem auf BBB- herabgestuft – das liegt nur eine Stufe über Ramschniveau. Auch wenn eine Wette auf einen Turnaround der Aktie gegenwärtig verlockend erscheint: Anlegerinnen und Anleger sollten um die Oracle-Aktie besser einen weiten Bogen machen. Wer innerhalb der Software- und Clouddienstleistungsbranche auf Erholungen setzen möchte, sollte das lieber bei IONOS oder SAP tun. Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion