Oregon setzt Power-Act durch und erhöht Stromrechnung für Rechenzentren um 30 Prozent
Großabnehmer von Energie in Oregon müssen künftig deutlich mehr für ihren Strom bezahlen. Die zuständige Aufsichtsbehörde des US-Bundesstaates hat eine Tariferhöhung von fast 30 Prozent für Großverbraucher von Strom beschlossen. Besonders wird das Rechenzentren, Krypto-Minen und Großindustrien betreffen. Dafür aber profitieren die privaten Haushalte in der Region, deren Stromkosten im Gegenzug leicht sinken. Das Wichtigste in Kürze: Rechenzentren verbrauchen immer mehr Strom in den USA In Oregon soll ein neues Gesetz die Kosten für Energie neu regeln Große Stromverbraucher zahlen damit mehr, die privaten Haushalte aber weniger Oregon regelt die Kostenverteilung für Energie neu Wie das Fachportal „Tom's Hardware“ unter Berufung auf „Oregon Public Broadcasting“ berichtet, betrifft die Neuregelung alle Großverbraucher mit einem Bedarf von über 20 Megawatt. Diese Grenze orientiert sich am Verbrauch großer Papierfabriken, liegt jedoch weit unter den Kapazitäten moderner Rechenzentren. Die gesetzliche Grundlage bildet ein im April 2025 verabschiedetes Gesetz namens „Power Act“, das eine gerechtere Verteilung der Netzkosten sichern soll. Zuvor mussten oft normale Verbraucher die Kosten für die wegen des Tech-Booms nötigen Netzausbauten tragen. Verbraucher sollen nicht für Rechenzentren büßen Die Politiker vor Ort verteidigen die Entscheidung als wichtigen Schritt zum Verbraucherschutz. Nach Angaben von „Tom's Hardware“ erklärte die Gouverneurin von Oregon, Tina Kotek, das Gesetz solle Fairness garantieren, wenn Großverbraucher das Stromnetz stark belasten. ANZEIGE ANZEIGE „Wir müssen weiterhin alles tun, um zu verhindern, dass arbeitende Familien und kleine Unternehmen die Kosten für den Energieverbrauch von Rechenzentren auffangen“, betonte Kotek. Sie nannte das neue Gesetz einen „Sieg für Oregons Bewohner“. Ähnlich äußerte sich Letha Lawney aus dem Vorstand der Public Utility Commission (PUC). „Diese Veränderungen müssen sicherstellen, dass Kosten, die von Rechenzentren verursacht werden, sich in ihren Stromkosten spiegeln“. Proteste gegen Rechenzentren Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Proteste in den USA, wo die Mehrheit der Bevölkerung den Bau neuer Rechenzentren wegen des enormen Ressourcenverbrauchs ablehnt. In Box Elder County, einem Landkreis in Utah, hat sich zum Beispiel größerer Widerstand gebildet. Die KI-Gegner haben Klagen eingereicht oder Schilder mit Parolen gegen KI-Rechenzentren vor ihre Häuser gestellt. Das Thema KI hat in den USA mittlerweile politische Sprengkraft: Mehrere Politiker, die ein größeres Projekt in Utah unterstützen, verloren wichtige Vorwahlen. „Deutschland braucht mehr Rechenpower“ In Deutschland gibt es noch wenig Proteste gegen Rechenzentren — auch weil kaum welche gebaut werden. Zwar hat das Bundeskabinett früher im Jahr die erste nationale Strategie für Rechenzentren beschlossen, aber der Bau von Rechenzentren läuft in Deutschland nur schwer an. Teilweise liegt das am Protest von Anwohnern der Orte, in denen der Bau stattfinden soll, teilweise an fehlenden Investoren. Probleme durch hohen KI-Stromverbrauch liegen noch weit in der Zukunft. Die Bundesrepublik und Europa drohen, in diesem Sektor abgehängt zu werden. In den USA dagegen sind die Tech-Giganten wie Apple und Google dabei, gewaltige Kapazitäten zuzubauen.