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Organisatoren wegen unverschleierter Läuferinnen

Welt

Nach der Teilnahme unverschleierter Frauen an einem Marathon haben staatliche Behörden im Iran ein Strafverfahren gegen die Organisatoren eingeleitet. Bei dem Lauf vor wenigen Tagen seien „gesetzliche und religiöse Vorgaben nicht eingehalten worden“, teilte die iranische Justiz auf ihrer Website „Misan Online“ mit. Die Staatsanwaltschaft von Teheran habe gegen die an der Organisation und Ausführung der Veranstaltung Beteiligten „Strafanzeige erstattet und ein gerichtliches Verfahren eröffnet“.

Der Lauf Tehrun über zehn Kilometer fand am Freitag statt – am selben Tag, an dem auch eine Militärparade im Rahmen einer Mobilisierungskampagne unter dem Motto „Dschanfada“ (Opfer für das Vaterland) abgehalten wurde. Im Instagram-Kanal von Tehrun waren Frauen bei einem gemeinsamen Lauf zu sehen. Einige der Läuferinnen nahmen ohne den im Iran vorgeschriebenen Hidschab teil.

Bereits im vergangenen Jahr hatten die iranischen Behörden zwei Organisatoren eines Marathons auf der Insel Kisch festgenommen, nachdem auch dort Frauen ohne Hidschab an dem Wettbewerb teilgenommen hatten.

Die im Iran gültige strenge Auslegung islamischen Rechts schreibt Frauen eine rigide Kleiderordnung vor: Ein Kopftuch und weite, den Körper verhüllende Kleidung ist dabei Pflicht.

Seit dem Tod der Iranerin Mahsa Amini im September 2022 wehren sich insbesondere in Städten wie Teheran immer wieder Frauen gegen die Bekleidungsvorschriften. Die 22-jährige Kurdin Amini war gestorben, nachdem sie von der Sittenpolizei wegen eines angeblichen Verstoßes gegen die Kleiderordnung festgenommen wurde. Aminis Tod löste monatelange Proteste aus. Hunderte Menschen wurden bei den Unruhen getötet, tausende Demonstranten wurden festgenommen.

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