Organisierte Kriminalität: Schützen durchlöchern Scheibe von Friseursalon eines Rap
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Rotes Absperrband flattert im Wind. Ein Kriminaltechniker macht Fotos von den Einschusslöchern. Jede Scheibe des Friseursalons „Cutaleya“ wurde getroffen. Es wirkt so, als habe jemand im Vorbeifahren auf den Laden gefeuert. Ein „Drive-By-Shooting“, wie man es auch aus Gangsterfilmen kennt.
Der Laden im bürgerlichen Steglitz gehört zum Umfeld eines der bekanntesten Rapper Deutschlands: Samra. Mehrere Nummer-Eins-Singles veröffentlichte der Musiker. Erst am vergangenen Sonntag hatte Samra mit dem ebenfalls äußerst erfolgreichen Rapper Capital Bra ein Konzert auf dem Oranienplatz in Kreuzberg gegeben. Dort stellten sie ihre neue Single „Böse Jungs“ vor. Darin heißt es: „Wir sind böse Jungs, machen Geld, machen Stress“.
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Stress haben jetzt vor allem die Ermittler. Denn noch sind die Hintergründe der Attacke auf den Friseursalon unklar. Der Vorfall ereignete sich laut Polizei kurz vor 4 Uhr. Das Geschäft befindet sich an der Osdorfer Straße. Verletzt wurde niemand.
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Laut Ermittlern blieb es aber nicht bei den Schüssen. Auf einer Fensterbank hatten die Angreifer auch einen selbstgebauten Sprengsatz abgelegt, was dafür spricht, dass es keine spontane Tat war. Der Sprengsatz zündete allerdings nicht.
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Vor dem Geschäft hatte es schon einmal einen Zwischenfall gegeben. 2022 war es vor dem Laden zu einem Auflauf junger Männer gekommen. Die hatten Waffen und Baseballschläger dabei.
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Seit mehreren Monaten wird Berlin von einer beispiellosen Serie von Schüssen heimgesucht. Staatsanwaltschaft mit „Telum“ und Polizei mit „Ferrum“ gründeten Spezialeinheiten, um die Strukturen dahinter aufzuklären. Doch die Lage wird von Ermittlern als äußerst komplex beschrieben. Neben der organisierten Kriminalität „alter“ Clanstrukturen drängen neue türkische Mafiabanden auf den Markt.
Der Sprecher der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Berlin, Benjamin Jendro, sagte „Losgelöst davon, ob der Laden einem Rapper gehört oder nicht, sehen wir in der letzten Nacht einen weiteren Beleg für die besorgniserregende Entwicklung, dass zur Konfliktlösung oder Durchsetzung eigener Interessen zunehmen zu Schusswaffen und längst sogar zu Brand- und Sprengsätzen gegriffen wird.“
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