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Österreich: Bergführer attackiert Alpinist auf Gipfel in Alpen

Welt

Streit in 3.000 Metern Höhe eskaliert

"Ich komme rauf und geb dir eine": Bergführer attackiert Alpinist

Von t-online, ivi

Aktualisiert am 30.08.2026 - 03:34 UhrLesedauer: 3 Min.

In rund 3.000 Metern Höhe will in Österreich ein Bergführer ein polnisches Paar überholen. Dann eskaliert der Streit auf dem schmalen Steig am Großglockner – und hat für den Mann Folgen.

Auf dem schmalen Weg zur Erzherzog-Johann-Hütte am Großglockner ist ein Streit zwischen einem Bergführer und einem polnischen Bergsteiger entbrannt. Der Vorfall ereignete sich bereits am vergangenen Wochenende auf dem Mürztaler Steig. Eine Kamera hielt jedoch den Streit fest. Das Video verbreitet sich nun in den sozialen Netzwerken.

Zu sehen ist eine enge Passage in rund 3.000 Metern Höhe. Dort befand sich der polnische Bergsteiger mit seiner Begleiterin, als ein Bergführer von oben kam und an den beiden vorbei wollte.

Der Pole bat den Bergführer, zu warten. Dabei verwies er auch auf seine Begleiterin, die sich unterhalb von ihm in der Passage befand. Der Bergführer reagierte brüsk: "Ich bin Bergführer, halt dein Maul!" Er setzte seinen Weg zunächst fort und passierte die Begleiterin des Polen. Kurz darauf rief er: "Ich komme rauf und geb dir eine!" Auch der Pole reagierte anschließend verbal.

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Bergführer geht zurück und wird handgreiflich

Dann drehte der Bergführer um und stürzte zurück zu dem Mann. Auf dem Video ist zu sehen, wie sich beide auf der schmalen Passage gegenüberstehen. Der Bergführer wird handgreiflich und verlangt "Benehmen". Die Begleiterin versucht währenddessen, den Streit verbal zu beenden. Schließlich geht der Bergführer weiter. "Es ist wirklich unglaublich", ruft der Pole ihm hinterher.

Im Video | Bergführer rangelt sich mit Bergsteiger

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Berg- und Skiführerverein in Österreich reagiert deutlich

Für den Bergführer hat der Vorfall bereits erste Konsequenzen. Der Kalser Berg- und Skiführerverein hatte ihm den Auftrag für die Tour vermittelt. Mitglied des Vereins ist der Bergführer allerdings nicht. Vereinschef Michael Amraser verurteilt das Verhalten deutlich. "Das Verhalten war katastrophal und absolut inakzeptabel", sagt er.

Der Verein will künftig keine weiteren Aufträge mehr an den Bergführer vermitteln. Zudem habe man den polnischen Bergsteiger über soziale Medien angeschrieben und sich bei ihm für den Vorfall entschuldigt. Eine Antwort habe es bislang nicht gegeben.

Der betroffene Bergführer selbst wollte sich zu dem Zwischenfall auf Anfrage der österreichischen Zeitung "Krone" nicht äußern. Nach Angaben der Kalser Bergführer lehnte er eine Stellungnahme ab.

Verhalten des Bergführers "alpinistisch untragbar"

Auch der Österreichische Berg- und Skiführerverband hat auf den Vorfall reagiert. Präsident Walter Zörer bezeichnet das Verhalten des Bergführers als "zwischenmenschlich und alpinistisch untragbar". Der Verband distanziere sich von einem solchen Auftreten.

Zugleich weist der Verband darauf hin, dass sich der gesamte Ablauf anhand einzelner Videoausschnitte nur eingeschränkt beurteilen lasse. Der zuständige Landesverband soll den Zwischenfall deshalb prüfen und aufarbeiten. Dabei sind nach Angaben des Verbands auch disziplinarrechtliche Maßnahmen gegen den Bergführer möglich.

In einer Stellungnahme betont der Verband außerdem, dass Überholmanöver unter Bergsteigern grundsätzlich nichts Ungewöhnliches seien. "Dass eine schnellere Seilschaft andere Bergsteiger überholt, ist gelebte Praxis", heißt es. Kritisiert werde jedoch ausdrücklich die Art und Weise, wie der Bergführer in dem Video auftrete und kommuniziere.

Polizei ermittelt – Bergführer drohen bis zu drei Monate Haft

Inzwischen beschäftigt der Vorfall auch die Polizei. Bei der Polizeiinspektion Matrei in Osttirol ging nach Angaben des stellvertretenden Postenkommandanten eine Anzeige beziehungsweise ein Ersuchen um Prüfung des Falls ein. "Es werden Ermittlungen wegen Gefährdung der körperlichen Sicherheit geführt", sagte er dem ORF.

Auslöser war demnach nicht unmittelbar einer der beteiligten Bergsteiger. Eine Person, die das Video gesehen hatte, erstattete Anzeige. Die Polizei nahm daraufhin Ermittlungen auf.

Nach Abschluss der Ermittlungen will die Polizei einen Bericht an die Staatsanwaltschaft übermitteln. Diese muss anschließend über das weitere Vorgehen entscheiden. Nach den vorliegenden Informationen drohen bei dem untersuchten Vorwurf bis zu drei Monate Haft.

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