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Ostflanke: „Genau das Gleiche hat Russland vor dem Einmarsch in die Ukraine gesagt“, heißt es aus Polen

Welt

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Polens Außenminister hat sich zur Bedrohungslage durch Russland geäußert. Wie das polnische Nachrichtenportal „Fakt“ berichtet, erklärte Radosław Sikorski, Russland könnte nach polnischen Warnungen von Provokationsplänen Abstand genommen haben.

Die polnische Führung hatte zuletzt auf ein wachsendes Risiko für russische Provokationen an der Nato-Ostflanke hingewiesen. „Wir sehen die Ereignisse in der Ukraine und dass der Krieg für Russland derzeit nicht gut läuft. Das ist ein Grund zur Besorgnis, dass Moskau die Situation weiter eskalieren könnte“, sagte der Chef des polnischen Auslandsgeheimdienstes, Oberst Pawel Szota, der Zeitung „Rzeczpospolita“. Seiner Einschätzung nach könnte ein begrenzter Angriff auf die baltischen Staaten so aussehen, dass dort „grüne Männchen“ auftauchen.

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Ähnlich hatte Sikorski vergangene Woche vor möglichen Aktionen der Russen unter falscher Flagge gewarnt. „Wir müssen Putin kommunizieren, dass wir wissen, was er im Schilde führt, und dass wir nicht darauf hereinfallen, dass dies völlig unannehmbar ist und wir jeden Zoll von Nato-Gebiet verteidigen würden“, sagte er dem US-Sender CBS.

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Das polnische Nachrichtenportal „Onet“, das wie WELT zum Axel Springer Global Reporters Network gehört, meldete unter Berufung auf mehrere Quellen aus Sicherheitsbehörden, Verteidigungsministerium und Nato-Kreisen, dass US-Stellen polnische Behörden vor möglichen begrenzten Aktionen Russlands gewarnt hätten. Demnach wird nicht mit einer großangelegten Invasion gerechnet, sondern mit Szenarien wie Drohnenangriffen auf kritische Infrastruktur, simulierten Luftangriffen oder einem kurzzeitigen Grenzübertritt russischer oder belarussischer Soldaten, die sich erst nach Verhandlungen zurückziehen würden.

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Kreml-Sprecher Dmitri Peskow hatte dazu laut „Fakt“ kürzlich gesagt: „In den westlichen Medien kursieren zu viele solcher Schreckensgeschichten.“

Sikorski: „Russland ist zu Provokationen fähig“

Außenminister Sikorski sagte nun am Montag zu der Peskow-Äußerung: „Genau das Gleiche haben sie in den Wochen vor dem Einmarsch in die Ukraine gesagt. Sie haben kategorisch bestritten, dass sie irgendwelche Absichten hätten, die Ukraine anzugreifen – so wie sie zuvor bestritten hatten, dass die ‚grünen Männchen‘ auf der Krim ihre Truppen seien.“

„Solange sich die Ukraine tapfer verteidigt und Russland Verluste zufügt, ist Russland natürlich nicht in der Lage, eine Großoffensive gegen den Westen, also auch gegen Polen, durchzuführen“, erklärte der Minister. „Russland ist jedoch zu Provokationen fähig. Wenn Vertreter der russischen Regierung sagen, dass es nicht dazu kommen wird, dann können sie erstens lügen oder zweitens angesichts unserer Warnungen von ihren Absichten Abstand genommen haben.“

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Kremlchef Wladimir Putin und andere Mitglieder der Moskauer Führung haben mehrfach erklärt, dass Russland nicht Nato-Gebiet angreifen werde. Militär und Geheimdienste mehrerer Nato-Staaten sehen die Lage aber ähnlich wie die Polen, wobei die Einschätzungen zu Zeitraum und Ausmaß möglicher Angriffe auseinandergehen.

ll mit dpa

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