Overtime-Blackout in der NFL Fehler des Jahres? Commanders verdaddeln sicheren Sieg gegen Giants
John Harbaugh, Coach der New York Giants, durfte sich am Sonntagabend wie der Gewinner fühlen, obwohl das NFL-Spiel gegen die Washington Commanders gerade mit einem Unentschieden zu Ende gegangen war. Die Pressekonferenz eröffnete Harbaugh mit den Worten: "Keiner von euch sollte bitte so tun, als hätte er jemals so ein Spiel erlebt. Oder dass so etwas noch einmal passieren könnte. Wow."
Beim Gegner aus Washington war die Stimmung deutlich weniger euphorisch. "Das ist inakzeptabel. Es fühlt sich an wie eine Niederlage", sagte Commanders-Receiver Terry McLaurin nach dem Spiel, bei dem sein Team Sekunden vor Schluss die Großchance auf den möglichen Sieg liegen ließ.
Commanders verdaddeln Chance auf Field Goal
Was war passiert? Beim Stand von 27:27 hatten die Commanders 55 Sekunden vor Schluss Ballbesitz, 26 Yards vor der Endzone. Sie hatten Zeit genug zu scoren, entweder über einen ein Lauf- oder Passspiel für einen Touchdown. Oder über ein finales Field Goal, nach Möglichkeit bei abgelaufener Uhr, um den Giants nicht noch einmal einen Gegenzug zu erlauben. "Clock Management", ein elementarer Bestandteil der Taktik im American Football.
Nach einem weiteren Spielzug, bei dem sich die Commanders der Endzone bis auf 24 Yards genähert hatten, gab es laut Playbook eigentlich nur noch eine sinnvolle Option: Die Commanders hätten die Uhr einfach runterlaufen lassen können, etwa indem Quarterback Daniels sich aufs Feld gekniet hätte. Um dann die Chance auf ein möglicherweise entscheidendes Field Goal durch ihren Kicker Drew Stevens zu bekommen. Stattdessen entschied sich Daniels für einen riskanten Spielzug durch die Mitte, und wurde acht Sekunden vor dem Ende durch einen Tackle der Giants-Verteidigung gestoppt.
Commmanders-Quarterback: "Müssen einfach die Uhr anhalten"
Die Chance auf den Sieg war leichtfertig vertan, wie auch Quarterback Daniels einräumte: "Wir müssen einfach die Uhr anhalten. Wir müssen wissen, was in einer solchen Situation zu tun ist. Das gilt für uns alle, am Ende geht es natürlich auf meine Kappe."
Coach Dan Quinn entlastete aber im Anschluss seinen Spielmacher. "Wir dürfen gar nicht erst in diese Situation kommen. Es ist meine Verantwortung."
Basketball-Legende Magic Johnson, der Anteile an den Commanders hält, schrieb bei "X": "Völlig unglaublich, was für ein schlechtes Zeitmanagement meiner Commanders. Wir hätten einfach nur das Field Goal gebraucht, dann hätten wir das Spiel gewonnen."
Der Ausgang war umso bittterer für die mit großen Ambitionen in die Saison gestarteten Commanders , weil sie eine große Gelegenheit verpassten, den Rückstand in der Division zu verkürzen. Die Giants verteidigten durch das Unentschieden ihren Spitzenplatz in der NFC East.