Ozon-Lager in Flammen: Ukrainische Drohnen nehmen Wildberries-Konkurrenten ins Visier
Nach einem Angriff auf ein Ozon-Logistikzentrum in der Region Samara in Russland ist nun offenbar auch ein Standort in Orenburg getroffen worden. In der Nacht zum 23. August stieg dort nach unbestätigten Aufnahmen auf Telegram Rauch über einem Lagerhaus auf. In der Region galt bereits zuvor Luftalarm.
Orenburg liegt nahe der Grenze zu Kasachstan und rund 1.000 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Sollte sich der Treffer bestätigen, wäre es innerhalb von zwei Nächten der zweite Angriff auf Einrichtungen des russischen Online-Versandhändlers.
Nach Wildberries nun Ozon im Visier ukrainischer Angriffe
Ozon ist der zweitgrößte Online-Marktplatz Russlands und der wichtigste Konkurrent von Wildberries. Bislang standen vor allem Anlagen des Rivalen im Ziel solcher Angriffe. Nun trifft es offenbar verstärkt Ozon.
Schon am 22. August war ein Logistikzentrum des Unternehmens in der Region Samara angegriffen worden. Ozon teilte mit, dass die Arbeit im Lager in Tschapajewsk nach dem Angriff eingestellt wurde. Bei dem Angriff habe es Verletzte gegeben.
Aus ukrainischer Sicht gehören solche Ziele zur wirtschaftlichen Infrastruktur, die Russlands Krieg unterstützt. Das Verteidigungsministerium in Kiew erklärte laut „Kyiv Independent“ dazu: „Systematische Angriffe auf Lagerstätten für Güter mit zivilem und militärischem Nutzen erschweren dem Feind das Handeln und belasten die gesamte Wirtschaft Russlands.“
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Tote und Verletzte in mehreren Regionen
Die Angriffe auf russischem Gebiet beschränkten sich nicht auf Ozon. In der Region Samara wurde bei einem Drohnenangriff auf Nowokuibyschewsk nach Behördenangaben eine ältere Frau getötet. Das ukrainische Militär gab an, eine Ölraffinerie getroffen zu haben, in der daraufhin ein Feuer ausbrach.
Auch aus anderen Regionen wurden Opfer gemeldet. In der südrussischen Region Krasnodar starben laut Behörden drei Menschen, darunter zwei Kinder, bei einem Angriff auf die Hafenstadt Jeisk. In Belgorod gab es demnach zwei Tote und 13 Verletzte, in Brjansk vier Verletzte.
Auf der Krim soll eine ukrainische Drohne einen Stadtbus getroffen haben. Dabei wurden nach russischen Angaben mindestens zwei Menschen getötet und zehn weitere verletzt. Aus der Region Luhansk wurden ebenfalls zwei getötete Zivilisten gemeldet, darunter ein 16-Jähriger.
Russland droht mit Vergeltung
Russland meldete in der Nacht den Abschuss von insgesamt 457 ukrainischen Drohnen. Präsident Wladimir Putin sprach von einer „Büchse der Pandora“, die geöffnet worden sei, und kündigte Vergeltung an.
Unklar ist weiter, wie schwer der Schaden in Orenburg tatsächlich ist. Auch über die Ursache eines Großbrands in einem Industriegebiet von St. Petersburg, nahe einem Ozon-Zentrum, gibt es bisher keine gesicherten Angaben.