Paderborner Chefarzt als einziger Deutscher in internationalem Expertenteam
Paderborn. Herz und Nieren sind eng miteinander verbunden: Erkrankungen des einen Organs können die Funktion des anderen erheblich beeinflussen. Erstmals hat die Europäische Gesellschaft für Kardiologie (ESC) gemeinsam mit der Europäischen Gesellschaft für Nierenerkrankungen eine eigene europäische Leitlinie zur Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Herz- und Nierenerkrankungen entwickelt. An der mehrjährigen Erarbeitung war laut einer Pressemitteilung mit Andreas Götte als auch ein Paderborner Arzt beteiligt – als einziger Experte aus Deutschland.
Götte ist Chefarzt der Klinik für Kardiologie und internistische Intensivmedizin der St.-Vincenz-Kliniken Paderborn. „Das Erkennen der wichtigen Interaktion von Herz und Nieren ist extrem wichtig und wird häufig unterschätzt“, wird Götte zitiert. Gerade bei Patienten mit Herzschwäche könne die Behandlung die Nieren zusätzlich belasten. So können beispielsweise eine notwendige Einschränkung der Trinkmenge oder die Gabe von harntreibenden Medikamenten Auswirkungen auf die Nierenfunktion haben. Götte: „Deshalb muss die Nierenfunktion insbesondere in der Akutphase engmaschig überwacht werden. Eine enge Abstimmung zwischen Kardiologie und Nephrologie ist dabei entscheidend.“
Stärkere Integration in den Klinik-Alltag
Die neue Leitlinie soll die enge Wechselwirkung zwischen Herz- und Nierenerkrankungen stärker in den klinischen Alltag integrieren. Unter anderem werden Empfehlungen zur Überwachung der Nierenfunktion bei Herzpatienten sowie zur Berücksichtigung von Nierenerkrankungen bei der Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen gegeben.
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Die Bedeutung der neuen Leitlinie zeigt sich den St.-Vincenz-Kliniken zufolge auch an der internationalen Zusammensetzung des Expertenteams: Insgesamt 24 Fachleute aus verschiedenen Ländern waren an der Erstellung beteiligt. Vorgestellt worden sei die Leitlinie Ende August auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie in München vor rund 32.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.
Für Götte ist die Mitarbeit an der Leitlinie eine besondere Anerkennung: „Die Mitarbeit an der ersten internationalen Leitlinie zur Herz-Nieren-Thematik ist für mich eine große Auszeichnung. Sie zeigt zugleich, dass wir mit unserer Arbeit an den St. Vincenz-Kliniken auch international wahrgenommen werden.“ Die neue ESC-Leitlinie ist den Angaben zufolge frei zugänglich.