Panne bei Streckenneubau - Bahn überwacht Übergang, obwohl keine Züge fahren
Bahn überwacht Übergang in Bunde - obwohl keine Züge fahren Stand: 11.08.2026 19:05 Uhr In Bunde (Landkreis Leer) überwachen Mitarbeiter seit Ende Juli rund um die Uhr einen Bahnübergang. Dabei fahren auf der geplanten "Wunderline" zwischen Groningen und Bremen noch keine Züge. von Thees Jagels In einem Auto vor dem Bahnübergang hat es sich der Streckenposten gemütlich gemacht. Wenige Meter weiter hat die Bahn ein Dixi-Klo für ihn aufgestellt. Im Zwei-Schicht-System wird hier zwischen Feldern und Windenergieanlagen laut Anwohnern und Streckenposten der nicht vorhandene Bahnverkehr geregelt. "Ein Zug fuhr hier das letzte Mal am 30.7.", erzählte der Mitarbeiter. "Wunderline" verzögert sich Nachdem 2015 ein Schiff mit der Friesenbrücke in Weener kollidierte, entschied die Bahn, Teile der Strecke zwischen Bad Nieuweschans (Niederlande) und Irhove neu zu bauen. Wegen Verzögerungen im Bauablauf musste die Inbetriebnahme der neuen "Wunderline", die Groningen und Bremen verbinden soll, bereits mehrfach verschoben werden. Zuletzt hieß es, dass die Strecke Mitte 2026 in Betrieb genommen werden soll. Doch jetzt gibt es ein weitere Probleme. Übergang entspricht nicht technischen Vorgaben Der neu gebaute Übergang am Heerenweg in Bunde entspricht laut einem Bahnsprecher nicht den technischen Vorgaben. "Dadurch besteht die Möglichkeit, dass Fahrzeuge aufsetzen", sagte er dem NDR Niedersachsen. "Da dies die Betriebssicherheit der Strecke beeinträchtigen könnte, ist Personal vor Ort, um den Bahnübergang bei einer Zugfahrt händisch zu sichern." Dazu hat die Bahn eine Firma beauftragt. Zu den Kosten äußert sich der Konzern auf Anfrage nicht. Anruf bei Zugverkehr Für die händische Absicherung ist der Streckenposten in Bunde zuständig. Wenn sich ein Zug nähert, bekomme er einen Anruf, sagte der Mitarbeiter. Er selbst habe hier aber während seiner Schicht am Bahnübergang noch nicht aktiv werden müssen. Er sei täglich von 7 bis 19 Uhr vor Ort, dann würde ihn ein Kollege ablösen für die Nacht. Laut Bahnsprecher wird der Übergang diese Woche hingegen nur von 8 bis 16 Uhr überwacht. Straße vor Bahnübergang soll gesperrt werden Auch Anwohnerin Stefanie Zilse habe noch keinen Zug auf der Strecke fahren sehen. Nun soll die Straße am Bahnübergang offenbar nochmal neu gemacht und dafür zwei Wochen lang gesperrt werden. Hinrich Brummer sei darüber als Anlieger bereits von der Bahn informiert worden. Bei dem Landwirten sorgt das für Frust. "Das wird jetzt alles wieder aufgerissen und wieder neu gemacht. Das ist eine Katastrophe, wie die hier arbeiten und planen", sagte er verärgert. Testfahrten auf "Wunderline"-Strecke Laut Bahn sollen die Probleme am Übergang im September gelöst sein. Die Strecke sei bereits seit dem 30. Juli technisch abgenommen und für Test-, Schulungs- und Erkundungsfahrten bis 70 Kilometer pro Stunde Geschwindigkeit freigegeben. Es hätten bereits Ende Juli zehn Belastungsfahrten auf der Strecke stattgefunden. 15 solcher Fahrten stünden noch aus. Wann diese stattfinden sollen, sagt der Bahnsprecher nicht: "Wir gehen davon aus, in Kürze den genauen Zeitraum für die Inbetriebnahme der Strecke für den regulären Personenverkehr bekanntgeben zu können."