DAX +0,74 % 26.319,45 Pkt 18:00:00 MDAX -0,06 % 32.407,20 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +0,33 % 6.523,86 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,57 % 54.036,93 Pkt 22:50:36 S&P 500 +0,44 % 7.757,64 Pkt 22:50:24 Nasdaq +1,24 % 26.690,62 Pkt 23:15:59 Nikkei +2,02 % 66.931,48 Pkt 04:35:03 Gold +1,04 % 4.385,80 USD 05:24:32 Silber +0,59 % 63,71 USD 05:24:05 Brent +0,78 % 84,20 USD 05:23:17 WTI +0,56 % 78,62 USD 05:24:24 Bitcoin +0,24 % 65.007,60 USD 05:34:32 EUR/USD +0,25 % 1,15540 USD 05:34:23 EUR/GBP +0,01 % 0,85660 GBP 05:34:36 EUR/CHF -0,19 % 0,93440 CHF 05:34:34 EUR/JPY +0,09 % 182,698 JPY 05:34:35

Panzer statt Drohnen: Top-Ökonom: Pistorius investiert in die falschen Dinge

Technologie

Mit einem Budget von 700 Milliarden Euro soll das Verteidigungsministerium die Bundeswehr bis 2030 auf Vordermann zu bringen. IfW-Präsident Schularick sagt: So, wie das Geld derzeit ausgegeben wird, klappt das nicht. Der Präsident des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW), Moritz Schularick, wirft Verteidigungsminister Boris Pistorius von der SPD vor, das Rüstungsbudget an falscher Stelle auszugeben. Im Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung" forderte der Top-Ökonom die Einsetzung eines zentralen Koordinators für die militärische Beschaffung im Kanzleramt. 700 Milliarden Euro stehen die bis 2030 für die Modernisierung der Bundeswehr zur Verfügung. Statt das Geld gezielt in Waffensysteme der Zukunft zu investieren, gebe Pistorius einen Großteil weiter für Panzer, Fregatten und andere veraltete Technologien aus. , kritisiert Schularick. Das weitgehend kreditfinanzierte Milliardenprogramm, mit dem man bei richtiger Verwendung auch das Wirtschaftswachstum ankurbeln könnte, drohe deshalb weitgehend zu verpuffen. "Wir haben viel Kapital, viel industrielles Know-how und in Teilbereichen auch immer noch hochmoderne Technologien", sagte der IfW-Chef mit Blick auf Deutschlands Stärken. "Was wir nicht haben, sind Hunderttausende Menschen, die in Panzer steigen und an die Front fahren möchten. Das heißt: Statt auf mehr Soldaten, mehr bemannte Fahrzeuge und mehr Kasernen müssen wir - wo immer möglich - auf KI, Robotik, Drohnen und Satellitentechnik setzen." Schularick: Brauchen zentralen Beschaffungs-Koordinator Ein einzelnes und zudem "sehr langsames" Ministerium ist aus Sicht des Wirtschaftswissenschaftlers mit der Neuorganisation der deutschen und europäischen Verteidigungsstrategie überfordert. Stattdessen sei jemand nötig, "der mit politischer Macht ausgestattet ist, Industrie, Start-ups und Ministerien zusammenbringt, Friktionen ausräumen kann und alles auf ein Ziel konzentriert". Er könne sich beispielsweise den früheren Telekom-Vorstandschef René Obermann oder Ex-Airbus-Chef Tom Enders als einen solchen Koordinator im Kanzleramt vorstellen, sagte der Ökonom. Aus Sicht Schularicks müssen sowohl die Bundesregierung als auch die Industrie ihre Herangehensweise bei der Rüstungsbeschaffung vollständig umstellen. Es reiche nicht, viel Geld auszugeben und die Bestände der Bundeswehr aufzufüllen. "Vielmehr müssen wir von Beginn an mitdenken, wie die wirtschaftlichen Prozesse aussehen müssen, damit die nötigen Waffensysteme im Fall der Fälle auch wirklich rasch und in ausreichender Menge nachproduziert werden können", sagte er. Statt hochkomplexe, maßgefertigte Panzer in kleiner Stückzahl oder 200 Flugabwehrraketen zu ordern, müsse es also darum gehen, Produktionskapazitäten aufzubauen. "Anders ausgedrückt: Wir bestellen nicht mehr das einzelne Gerät, sondern die ganze Fabrik, die dann im Ernstfall sehr rasch 2000 statt 200 Raketen pro Jahr produzieren kann", sagte Schularick. Weil sich das Vorhalten einer solchen Fabrik in Friedenszeiten für ein Unternehmen nicht rechne, müsse der Staat eine Prämie dafür zahlen.

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