Papst Leo XIV. wird auf Petersplatz umjubelt und kann nach Südamerika reisen
Leo bedankte sich bei den Ärzten und Mitarbeitern der Klinik: »Danke für die Unterstützung, ich habe mich denjenigen nahe gefühlt, die diese Krankheit durchmachen«. Dazu kündigte er an: »Sobald die heikle Phase überwunden ist, werde ich meine Aktivitäten schrittweise wieder aufnehmen, wie immer mit der Hilfe Gottes und Eurer Gebete.«
Auf dem Petersplatz äußerten Besucher aus aller Welt am Sonntag die Hoffnung, dass Leo seine Krankheit überstanden hat. Nanett Sommer, 48, aus Hamburg sagte: »Ich finde es gut, dass er so offen mit seiner Krankheit umgeht und sagt, dass er Krebs hat. Das ist ja eher ungewöhnlich. Ich hoffe, dass er noch lange sein Amt wahrnehmen kann.«
Vergangenen Sonntag kündigte Papst Leo XIV. auf dem Petersplatz an, dass ein Knoten in seiner Lunge entfernt werden müsse, am Dienstag wurde dann der untere Lappen seines rechten Lungenflügels entfernt, wo sich ein bösartiger Tumor befand. Nun stehen die Zeichen auf Entwarnung.
Es gebe »keine medizinischen Gründe«, warum er die lange Flugreise in knapp drei Wochen nicht antreten sollte, sagte der Arzt des Papstes, Professor Stefano Margaritora, im Interview mit Vatikan-Medien. Der Thoraxchirurg hatte den 71-jährigen am Dienstag in der römischen Gemelli-Klinik operiert.
Leo XIV. will vom 6. bis zum 17. November Uruguay, Argentinien und Peru besuchen. Nach seiner Krebs-OP war zunächst unklar, ob er die anspruchsvolle Reise mit rund 50 Stationen, unter anderem in der Anden-Stadt Cusco auf gut 3.400 Meter Höhe, würde bewältigen können. Am Samstag wurde er überraschend entlassen, drei Tage früher als zuvor vom Vatikan veranschlagt.
Chirurg hält baldige »vollständige Genesung« für möglich
Blutwerte und Herzfunktion, Röntgenbilder des Brustkorbs und der gesamte Genesungsprozess des Patienten zeigten einen »absolut zufriedenstellenden klinischen Zustand«, sagte Margaritora. Nach seiner Einschätzung dürfte der Papst in etwa zehn Tagen wieder vollständig genesen sein. Der bösartige Lungentumor sei »völlig zufällig« bei Routineuntersuchungen des Bauchraums entdeckt worden. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen seien also »äußerst wichtig«, so Margaritora. »Leider verursacht diese Krebsart, vor allem im Frühstadium, keine Symptome, wie wir im Fall des Papstes gesehen haben, der keinerlei Atemwegsbeschwerden hatte und sich bester Gesundheit erfreute.«
Letztlich sei die OP ein Routineeingriff ohne jegliche Komplikation gewesen, so der Chirurg. Das Ergebnis sei auch Leos eigenes Verdienst, »denn der Papst hat sich im Rahmen seiner postoperativen Genesung mit Leib und Seele eingesetzt, wie es die motiviertesten Menschen nach solchen Operationen tun«, so der Mediziner. Dabei sei er ein sehr bescheidener und fröhlicher Mensch und »ein absolut idealer Patient«, der dem Ärzte- und Pflegeteam nicht das geringste Problem bereitet habe. Ob der Krebs Metastasen gebildet hat und deshalb weiterführende Behandlungen erforderlich sein werden, sollen unter anderem Untersuchungen der Lymphknoten zeigen, deren Ergebnis in den nächsten Tagen erwartet wird.