Paramount und Warner Bros.: Termin für Kartellverfahren steht - Milliarden-Kosten drohen
Der Rechtsstreit um die milliardenschwere Fusion von Paramount und Warner Bros. Discovery hat einen Fahrplan. Richterin Araceli Martinez-Olguin legte den Beginn des Kartellprozesses auf Dienstag, den 2. März 2027, fest. Der Termin liegt damit deutlich später, als es Paramount beantragt hatte. Insgesamt sind zwölf Verhandlungstage angesetzt. Der Prozess soll am 19. März 2027 enden, die abschließende Vorverhandlung findet bereits am 24. Februar 2027 statt. Zuvor müssen beide Seiten bis spätestens 13. August 2026 eine gemeinsame Stellungnahme einreichen. Eine erste Anhörung ist für den 19. August geplant. Warum der Zeitplan für Paramount teuer wird Paramount hatte in einer Eingabe vom 31. Juli auf einen Prozessbeginn im November gedrängt. Die klagenden Bundesstaaten und die Autorengewerkschaft Writers Guild of America (WGA) wollten dagegen einen Termin im April 2027. Der jetzt festgelegte März-Start liegt dazwischen. Der Zeitplan hat für Paramount finanzielle Nachteile: Ab dem 1. Oktober fällt eine sogenannte „Ticking Fee“ an: eine tägliche Gebühr von sieben Millionen US-Dollar zugunsten der Aktionäre von Warner Bros. Discovery, solange der Deal nicht abgeschlossen ist. Bis zum geplanten Prozessende summiert sich diese Zahlung auf rund 1,2 Milliarden US-Dollar. Fällig werden die Beträge allerdings erst, wenn die Übernahme tatsächlich vollzogen ist. Eine Koalition aus zwölf Bundesstaaten, darunter Kalifornien und New York, reichte am 13. Juli Klage ein. Sie wirft der 111 Milliarden US-Dollar schweren Übernahme vor, den Wettbewerb im Kabel-TV und in der Kinoverwertung unrechtmäßig einzuschränken. Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta führt die Klage an. Sein Büro erklärte, man wolle die „rechtswidrige Fusion“ weiter blockieren. Einen Tag später folgte die WGA mit einer eigenen Klage, die zusätzlich Nachteile für den Markt der Drehbuchautoren geltend machen soll. Paramount hält dem entgegen, dass die Fusion einen stärkeren Konkurrenten für Streaming-Riesen wie Netflix und Amazon Prime schaffe und damit den Verbrauchern nutze. Ein Sprecher von Paramount Skydance erklärte zum Termin: „Das Gericht hat einen Verhandlungstermin für Anfang März angesetzt. Wir respektieren die Entscheidung des Gerichts und sind weiterhin überzeugt, dass ein Prozess in der Sache der beste und direkteste Weg ist, um zu beweisen, was wir von Anfang an gesagt haben: Diese Transaktion ist rechtmäßig, wettbewerbsfördernd und wirft keine kartellrechtlichen Bedenken auf.“ Mehr zum Thema auf PLAY3.DE: Paramount-Chef David Ellison zeigte sich in einer Telefonkonferenz zuversichtlich, dass die Übernahme am Ende zustande kommt. „Was den laufenden Rechtsstreit angeht, sind wir absolut offen für eine außergerichtliche Einigung, aber wir sind auch fest davon überzeugt, dass wir vor Gericht gewinnen werden“, so Ellison. Die Finanzierung sei vollständig gesichert, es stehe nichts auf dem Spiel. „Wir arbeiten so schnell wie möglich darauf hin.“