Paramount und Warner: Paramount einigt sich mit US-Bundesstaaten über Warner-Kauf
Der Unterhaltungskonzern Paramount hat sich mit mehreren US-Bundesstaaten geeinigt, die gegen die Übernahme des Hollywoodrivalen Warner Brothers geklagt hatten. Der Prozess hätte im kommenden Jahr stattfinden sollen. Darin sollte über die Wettbewerbsklage verhandelt werden, mit der die von Kalifornien angeführten Bundesstaaten den mehr als 110 Milliarden Dollar schweren Übernahmedeal blockiert hatten. Die Bundesstaaten argumentierten in ihrer Klage, die Konzentration von Wirtschaftsmacht bei Paramount durch die Übernahme von Warner Bros. werde Hollywood und dem Geschäft von Filmtheatern schaden.
Die nun erzielte Einigung mit den Bundesstaaten sieht laut dem kalifornischen Generalstaatsanwalt Rob Bonta vor, dass der fusionierte Konzern mehr Geld in den USA und speziell in Hollywood investiert. Über einen Zeitraum von fünf Jahren sollen zusätzliche 300 Millionen Dollar jährlich an Beschäftigte in den USA gehen. Zudem wurde ein redaktionelles Aufsichtsgremium für den Nachrichtensender CNN und Paramounts Sender CBS vereinbart, das deren Unabhängigkeit sichern soll. Es werde lediglich aus Journalisten bestehen und für Manager und Aktionäre verschlossen bleiben, berichtete Bloomberg.
Paramount gehört seit einem Jahr bekanntem Trump-Unterstützer
Paramount wurde vor gut einem Jahr von der Familie des Techmilliardärs Larry Ellison übernommen. Dessen Sohn David Ellison, ein schon lange in Hollywood aktiver Filmproduzent, wurde Konzernchef. Zum Warner-Konzern gehört auch der Nachrichtensender CNN, der oft kritisch über US-Präsident Donald Trump berichtet. Der Paramount-Sender CBS schlug nach der Übernahme des Konzerns durch den als Trump-Unterstützer bekannten Larry Ellison einen freundlicheren Ton gegenüber dem Präsidenten und dessen Regierung an. Kritiker des Warner-Deals warnten deswegen davor, dass CNN durch die Übernahme die redaktionelle Unabhängigkeit verlieren könnte.
Der Prozess zur Klage war von der zuständigen Richterin für kommendes Frühjahr angesetzt. US-Medienberichten zufolge hatte Paramount gedroht, im Oktober einen Wegzug aus Kalifornien einzuleiten, sollte es keine Einigung geben. Zeitdruck hatte Paramount unter anderem, weil das Unternehmen Warner-Aktionären zugesagt hatte, ab Oktober täglich eine Gebühr von sieben Millionen Dollar zu zahlen, sollte die Übernahme nicht abgeschlossen sein.
Nach der Einigung sagte Generalstaatsanwalt Bonta, er gehe davon aus, dass der fusionierte Konzern auf absehbare Zeit sein Zuhause in Los Angeles haben wird. Das Branchenblatt Variety berichtete, Paramount plane den Abschluss der Transaktion für Anfang Oktober.
Ohne weitere Details zu benennen, bestätigte Bonta zudem, dass auch die Drehbuchautoren ihre Klage gegen die Warner-Übernahme nach einer Einigung mit Paramount fallen ließen. Nach Informationen des Finanzdienstes Bloomberg sagte das Studio unter anderem zu, 17,5 Millionen Dollar in einen Gesundheitsfonds für die Autoren einzuzahlen.
Paramount setzte sich im Rahmen der Einigung selbst eine Zielmarke zur Filmproduktion nach der Fusion. In den ersten zwei Jahren sollen 30 Filme pro Jahr in die Kinos kommen, in den darauffolgenden drei Jahren 32 Filme pro Jahr. Bei einem Fünftel der herausgebrachten Filme soll es sich um Blockbuster handeln. Für jeden Film, den der Konzern unter diesem Zielwert bleibt, soll er 30 Millionen Dollar Strafe zahlen.
US-Regierung hatte Deal ohne Auflagen genehmigt
Die US-Regierung hatte den Milliardendeal ohne Auflagen genehmigt. Das Justizministerium gab an, dass der Zusammenschluss weder dem Wettbewerb noch US-Verbrauchern schaden werde. Die EU-Kommission billigte die Übernahme mit der Auflage, dass Paramount aus dem gemeinsamen Vertrieb von Filmen an Kinos in Europa mit Universal Pictures aussteigt.
Im vergangenen Jahr hatte sich ursprünglich bereits Netflix mit Warner auf einen Kauf des Streaming- und Studiogeschäfts verständigt. Doch Paramount gab ein höheres Gebot für den gesamten Konzern Warner Bros. Discovery ab, inklusive der Fernsehsender wie CNN.